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Busbeschleunigungsprogramm startet mit der Metrobuslinie 5

Die Metrobuslinie 5 zwischen Hauptbahnhof/ZOB ↔ Nedderfeld ↔ U Niendorf Markt ↔ A Burgwedel ist mit gut 60.000 Personenfahrten (Montag bis Freitag) die am stärksten genutzte Buslinie Europas. Auf ihr kommen vornehmlich 26 sogenannte XXL-Busse – Doppelgelenkbusse in Überlänge, die per Ausnahmeregelung betrieben werden – zum Einsatz. Ein gut besetzter XXL-Bus befördert so viele Menschen, wie eine 120 meterlange Autokarawane. Auf dem Abschnitt Hauptbahnhof/ZOB ↔ U Niendorf Markt gilt ein Fünf-Minuten-Takt mit zusätzlichen Verstärkerfahrten. Die Kapazität gilt als ausgeschöpft.

Der Hamburger Senat und die Bürgerschaft beschlossen ein Busbeschleunigungsprogramm mit Investitionen in Höhe von voraussichtlich 259 Millionen Euro, dies umfasst eine ganze Reihe an Metrobuslinien und die Umsetzung soll sich bis 2020 hinziehen. Die Finanzierung erfolgt durch Mittel der Stadt, zum Teil aus Töpfen, die ohnehin für den Ausbau des Nahverkehrs bestehen, welche sich wiederum aus zweckgebundenen Zuwendungen des Bundes füllen.

Das Busbeschleunigungsprogramm soll vornehmlich die Betriebssicherheit, Leistung und Kapazität erhöhen. Je schneller eine Linie vom Fahrzeug abgefahren werden kann, desto weniger Fahrzeuge wird für einen „Umlauf“ (Start → Ziel → Start) benötigt. Die freigesetzten Fahrzeuge können nun zu einer Nachverdichtung des Taktes herangezogen werden.

Durch bauliche Änderungen der Haltestellen (insbesondere Rückbau von Busbuchten) können die Fahrzeuge deutlich schneller halten und wieder anfahren, gleichzeitig verbessert sich die Einsteigesituation der Fahrgäste. Dies beschleunigt den eigentlichen Fahrgastwechsel. Des weiteren sind partielle Busspuren vorgesehen, um an neuralgischen Punkten (Kreuzungen, Einfädelungen) den Omnibus gegenüber dem individualen Verkehr (Auto) zu bevorzugen. Passierende Lichtsignalanlagen (LSA, Verkehrsampeln) werden so angepasst, dass sie bedarfsgerecht schalten, bekannt auch als „Ampelvorangschaltung“; der Bus meldet sich per Funk an der LSA und meldet seinen Bedarf an. Die LSA schaltet so, das bei Ankunft des Busses der Fahrweg freigegeben ist („Grüne Welle“).

Nach Informationen des „Hamburger Abendblatt“ startet die erste Stufe des Busbeschleunigungsprogramms mit der Metrobuslinie 5, so soll ab 11.10.2012 bauliche Arbeiten Hoheluftchaussee erfolgen. Im Bereich Gärtnerstraße werden die hier mit der 5 kreuzenden Metrobuslinien 20 und 25 einbezogen. Die Haltestellenbereiche der drei Metrobuslinien sollen hier zu einer gemeinsamen Umsteigehaltestelle in Richtung Innenstadt/Altona zusammengefasst werden. Zwischen Dammtor und Siemersplatz werden die Ampeln neu geschaltet („Grüne Welle“ für Busse).

Angedacht ist ferner der Umbau im Bereich Grindelberg/Beim Schlump/Hallerstraße durch verbesserte Haltestellenbereiche; die Metrobuslinie 4 soll die Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel mitbedienen. Auch im Bereich Grindelallee/Edmund-Siemers-Allee ist eine verkehrsgünstigere Haltestellensituation vorgesehen.

Für dieses Jahr sind im Busbeschleunigungsprogramm 17 Millionen Euro vorgesehen; 4 Millionen für die Planung sowie 13 Millionen für die eigentliche Umsetzung. ♦
— Foto: HOCHBAHN

Technischer Fahrzeugmangel, 2010


Der Busbetriebshof (BB) Langenfelde muss im Vergleich zu den anderen Höfen besonders viele Fahrzeugmängel hinnehmen. Ursache sind die Doppelgelenkbusse („XXL-Bus“) des belgischen Herstellers Van Hool vom Typ AGG300. Enorme 782 Mängel verursachten die 26 Fahrzeuge. Die Zusammenarbeit mit Van Hool wird als besonders schlecht beschrieben, so dauerten Ersatzteillieferungen Ewigkeiten. Aus diesem Grund wird eine erneute Anschaffung praktisch ausgeschlossen. ♦
— Tabelle: Rycon

HOCHBAHN prüft XXL- und Oberleitungs-Busse


Nach einem Bericht der „Nahverkehrs Nachrichten“ (nur gedruckt, nicht online) rückt bei der Hamburger Hochbahn der Oberleitungs-Bus, kurz O-Bus oder Trolleybus, ins Blickfeld. Hintergrund ist die Forderung vom 1. Bürgermeister, Olaf Scholz, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse anzuschaffen. Die Brennstoffzellen-Technologie dürfte bis dahin weder wirtschaftlich, noch ausreichend zuverlässig einsetzbar sein. Zudem sollen weitere Möglichkeiten gefunden werden, das Bussystem kurzfristig auszubauen.

Emissionsfrei: der O-Bus

O-Busse beziehen ihre Antriebsenergie aus einer über dem Fahrzeug angebrachten Oberleitung, ähnlich einer Stadtbahn. Jedoch muss diese zweipolig ausgeführt werden, da zum Schließen des Stromkreises die Schienen fehlen. Zurzeit gibt es in Deutschland nur drei Betriebe in mittelgroßen Städten, die auf einer Handvoll Linien diese Technik einsetzen; der Letzte davon ging 1952 in Betrieb.

Ein flächendeckender Einsatz von O-Bussen gilt als unmöglich, da hier die Infrastrukturkosten (Oberleitung, Speisewerke) in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Wie bei schienengebundenen Systemen ist lediglich ein linienweiser Einsatz möglich. Die komplette Busflotte ließe sich nicht umstellen.

Mehr Platz: Doppelgelenkbusse

Auf der Metrobuslinie 5 wird seit geraumer Zeit der sogenannte „XXL“-Bus eingesetzt. Das Modell, AGG300, ist knapp 25 Meter lang und wird per Ausnahmegenehmigung betrieben. Leider konnten keine guten Erfahrungen mit dem vom belgischen Hersteller Van Hool gefertigten Bussen gemacht werden, da sie zu oft in der Werkstatt stehen.

Eine erneute Beschaffung bei Van Hool gilt daher als höchst unwahrscheinlich. In diesem Jahr will man daher auf den Schweizer Hersteller Hess zurückgreifen und im Betrieb testen. Infrage käme der Typ O2792 (Infos, Bilder, Video: hier), in der Hybridversion von Hess als „lightTram“ vermarktet. Hess stellt traditionell auch O-Busse her. Doppelgelenkbusse kämen, neben der Metrobuslinie 5, später auch auf anderen Linien zum Einsatz.

Nach dem Zeitungsbericht nicht weiter verfolgt werden Gedankengänge wie die „U-Stadtbahn“, einem Zwitter aus Stadtbahn und U-Bahn. Derweil wird die Stadtbahn endgültig zu Grabe getragen. Es gilt als sicher, das der Aufsichtsrat der HOCHBAHN beschließen wird, das Planfeststellungsverfahren per Verfahrenseinstellung zu beenden. Auch ein nachfolgender Senat könnte dann nicht mehr auf die bisherigen Planungen zurückgreifen, selbst die Betreiberfrage wäre wieder offen. ♦
— Foto: Rycon (zeigt ein Fahrzeug aus Esslingen am Neckar)

Bericht über den „XXL-Bus“ auf YouTube

Wer sich für den „XXL-Bus“ (korrekte Bezeichnung: Doppelgelenkbus) der HOCHBAHN interessiert, für den gibt’s was Interessantes auf YouTube. Der Filmbericht stammt aus der N24-Sendung „Transportwelt“ und geht etwas über vier Minuten. Begleitet wird ein Busfahrer des Betriebshofes Langenfelde, der über die Praxis berichtet. Außerdem erfährt man, dass ein solches Fahrzeug 550.000 Euro kostet und der Haltestellenumbau noch einmal mit einer Million Euro zu Buche schlug.

— OR