Posts Tagged ‘Winter’

Deutliche Worte

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Der Schleswig-Holsteinische Nahverkehr hatte ziemlich mit den vergangenen Winterverhältnissen zu knabbern. Man litt besonders darunter, dass die Verkehrsunternehmen reihenweise schlicht und ergreifend im Winterdienst versagten. Im Editorial der „NAH-SH“, einem Mitteilungsblatt für Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen, findet Bernhard Wiewers, Geschäftsführer der Landesweite Verkehrsservicegesellschaft, LVS,  erfrischend-deutliche Worte [PDF]:

Endlich ist der Winter vorbei. Endlich, denn auch der Nahverkehr hat lange gebraucht, um sich auf die eigentlich nicht unübliche Witterung einzustellen. Ich verstehe, dass Schnee und Eis Probleme bereiten. Der Umfang der Fahrzeugstörungen im Bahnverkehr und vor allem der lange inakzeptable Winterdienst an den Bahnhöfen haben mich dann aber doch überrascht. So kann der Nahverkehr sich nicht präsentieren!

Mich ärgert, dass wir aufgrund der Witterung einen doppelt so hohen Marktanteil und viele Neu- und Seltenkunden hatten, die sonst mit dem Auto unterwegs sind, und dass wir denen leider keinen dem Wetter gewachsenen Nahverkehr bieten konnten. Wir wollen uns bald mit allen Beteiligten zusammensetzen, damit der Nahverkehr zumindest im nächsten Winter wieder besser klappt. Dass die Pünktlichkeit auch jetzt nach dem Winter auf vielen Strecken nicht gut ist, ist überraschend.

Dem ist nichts hinzuzufügen.
— OR



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Busverkehr in und um Bergedorf teilweise eingestellt

Aufgrund zahlreicher Unfälle hat die VHH den Busverkehr in und um Bergedorf eingestellt; Inzwischen wird der Betrieb Stück für Stück wieder aufgenommen, soweit es die Straßenverhältnisse zulassen.

Zurzeit kommt es im Busverkehr in der Metropolregion zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen.
— XP; Stand: 19.25 Uhr

S2 entfällt / Probleme im S-Bahn-Betrieb

Zurzeit steht auf der Startseite der S-Bahn Hamburg:

Sehr geehrte Fahrgäste,

auf Grund witterungsbedingter Fahrzeugausfälle verkehrt die Linie S2 am 26. und 27. Januar leider nicht. Für die Unannehmlichkeiten bitten wir höflichst um Entschuldigung.

Probleme kann es aktuell auf sämtlichen S-Bahnstrecken geben. Die anhaltene Kälte scheint weiter den Türen zu schaffen zu machen, daher fahren statt Voll- auch öfter mal nur Kurzzüge. Auch mit teilweise heftigen Verspätungen ist zu rechnen.
— OR

„Daisy“-Bilanz: Teils, teils

Die gute „Daisy“ hatte irgendwie keinen Bock auf Hamburg, zumindest kamen wir verhältnismäßig glimpflich davon. Nur an den Rändern Hamburgs brach – analog zum Auto – der Busverkehr teilweise zusammen. Die Fahrzeuge glibschten vor allem heute morgen über die Straßen und legten sich auch gerne mal quer. Die Fahrpläne konnten so logischerweise nicht eingehalten werden, teils bis zu 60 Minuten Verspätung sammelten sich an. Die Bereitschaftswagen waren zwar alle auf Tour, konnten aber die Lage auch nur lindern.

Anders sah es diesmal im Schienenverkehr aus. Zu größeren Ausfällen kam es weder bei der A-, S- noch bei der U-Bahn; Jedoch wurde der S1-Streckenabschnitt Wedel → Sülldorf am Sonntag kurzfristig gesperrt, seit Sonntagabend lief es aber auch da wieder.

In Schleswig-Holstein erwischte es die Strecke Kiel → Rendsburg, die von Sonntagmittags an gesperrt werden musste, wie man aus dem LVS-Streckenblog erfährt.

Ungeachtet der Wetterlage spazierte mindestens ein Wildschwein auf den U-Bahngleisen kurz vor Ohlsdorf. Ein einfahrender Zugführer leitete zwar noch eine Notbremsung ein, erwischte das Wildschwein aber mit der Folge, das sein Zug aus den Gleisen hüpfte. Zu verletzten kam es glücklicherweise nicht. Zwischen Volksdorf und Ohlstedt wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet.
— XP

Nachlese: Die S-Bahn und das Wetter

Die Probleme der S-Bahn sorgten auf einigen Internetseiten – hauptsächlich Foren – für aufgeregte Diskussionen. Nach der blamablen Millionenstrafe, kassiert vor allem wegen der Unpünktlichkeit 2008, ist das in kurzer Zeit das zweite Mal, dass die DB-Tochter in die Negativschlagzeilen gerät.

Am Wochenende ging es los: Von eingefrorenen Weichen sprach die Bahnhofsdurchsage, Züge verkehrten völlig verspätet und statt Vollzügen (6 Wagen) tuckelten dann oft nur Kurzzüge (3 Wagen) über die Gleise. Wer zwischen Neugraben und Stade wohnt, guckte besonders blöd aus der Wäsche (siehe unten). Als am Montag, 21.12.2009, dann auch noch die S11 und S2 ersatzlos gestrichen wurden, war dann bei einigen das Fass voll.

Die Krone bildete die spartanische Informationspolitik der S-Bahn – von fehlenden Bahnsteigdurchsagen und wenig informativen Zugzielanzeigern ist die Rede. Wer sich vorab im Internet informieren wollte, war auch nicht besser dran: Die S-Bahn schaffte es gerade, die Störungsmeldung unübersichtlich in die Seitenleiste zu quetschen (siehe Screenshot vom 21.12.2009) – erst später wurde eine vernünftige Artikelseite daraus (die allerdings selbstverständlich nicht archiviert wird und daher jetzt nicht mehr verlinkt werden kann). Begründet wurden die Einschränkungen etwas nebulös mit „witterungsbedingte Fahrzeugausfällen“ – eine Formulierung, die gerade zu zum Spott einlädt.

Hinzu kommt: Der erste Anlaufpunkt für Fahrgäste ist stets die HVV-Website. Dort werden aktuelle Störungen der Verkehrsunternehmen aber generell erst spät – wenn überhaupt – veröffentlicht und auch das nicht einmal prominent auf der Startseite. Fahrgäste auf dem Bahnsteig in Eiseskälte und, im wahrsten Sinne des Wortes, Schnee stehen zu lassen erzeugt eine Wut, die nur schwerlich mit Imagekampagnen kompensiert werden kann. Da nützt es nichts, wenn die S-Bahn bald mit Ökostrom fährt oder die HVV-Website den „BIENE in Bronze für barrierefreien Internetauftritt“ erhält – wenn Störungsmeldungen erst 2 Tage später (hier: 22.12.2009) auf der eigenen Seite auftauchen, bringt die schönste barrierefreie Website herzlich wenig. Das ist wahrlich keine Glanzleistung aller beteiligten.

„Witterungsbedingte Fahrzeugausfälle“

Für reichlich Hohn sorgte dann der angegebene Grund für das Theater. Ein wenig Schnee, ein bissel Kälter und schon verrecken die Züge? Handelt es sich in Wahrheit um eine Schönwetter-Bahn? Betrachten wir das Ganze mal nüchtern und mit weniger Emotionen.

Nicht nur in Norddeutschland, sondern im ganzen Bundesgebiet brach teilweise der Verkehr zusammen. Egal ob Auto, Bus, Zug oder Flugzeug. Auch die gebeutelte Berliner S-Bahn erwischte es (mal wieder).

Die Fahrzeugausfälle in Hamburg bezogen sich einerseits auf vereiste Dachstromabnehmer (bei der neueren Baureihe 474) und auf defekte Türen (bei der älteren 472). Auch ist die Rede davon, das der feine Flugschnee den Fahrmotoren zu schaffen machte. Bezogen auf das Wetter wird nun oft behauptet, das es ja eigentlich keine besondere Witterung gegeben habe, der Wert -1°C wird dabei in den Raum geworfen. Doch ist das wirklich so? Erzählt uns die S-Bahn dummes Zeug?

» Mehr über Fahrzeugausfälle, Wetter und die Einstellung ganzer Linien… »»»

Hamburg prüft Regress gegen S-Bahn / S3-Betrieb weiterhin wacklig

Eine S-Bahn der neuen Baureihe 474 (Archivbild)

Die letzte Pannenserie könnte der Hamburger S-Bahn, einer Tochter der Deutschen Bahn, einiges Kosten: Nach Informationen des NDR prüft die Stadt Hamburg, die jährlichen Ausgleichszahlungen entsprechend zu kürzen.

Das wäre auch nicht verwunderlich: Die Stadt bestellt die Züge bei der S-Bahn – und wenn die bestellte Leistung nicht geliefert wird, dann wird eben auch nicht gezahlt. So verkehrten tagelang die Verstärkerlinien S11 und S2 überhaupt nicht, die S3, besonders im Abschnitt Neugraben – Stade, nur sehr unregelmäßig.

Grund waren der recht heftige Wintereinbruch, der zu zahlreichen Fahrzeugausfällen führte: Bei der älteren Baureihe 472 vorwiegend defekte Türen, auch die Fahrmotoren sollen in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Bei der neueren Baureihe 474 vereisten die Dachstromabnehmer, die zwingend für den Betrieb zwischen Neugraben und Stade benötigt wird. Im übrigen Netz beziehen die Züge ihre Energie aus einer Stromschiene.

S3-Betrieb wohl noch sehr wackelig

Derweil scheint der Betrieb auf der S3 zwischen Neugraben und Stade weiterhin klapprig zu sein. Über seine S3-Odyssee berichtet (dankbarer weise sehr sachlich) Gunnar in seinem Blog.

Mehr zum Thema auf Rycon:

— OR; Bild: Bernd Sterzl (Pixelio.de)

S-Bahn-Betrieb entspannt sich voraussichtlich ab Mittwoch

Bekanntlich läuft der Hamburger S-Bahn-Betrieb derzeit nur eingeschränkt. Für morgen, Mittwoch den 23.12.2009 (Betriebsbeginn), zeichnet sich eine Entspannung der Lage ab. Die Züge fahren voraussichtlich wie folgt:

  • S1 Wedel → Altona → Jungfernstieg → Ohlsdorf → Airport/Poppenbüttel
    Keine Einschränkungen: Verkehrt normal nach Fahrplan.
  • S11 Blankenese → Dammtor → Ohlsdorf → Airport/Poppenbüttel
    Kein Zugverkehr.
  • S2 Altona → Jungfernstieg → Bergedorf
    Verkehrt normal nach Fahrplan, jedoch nur Kurzzüge (3 Wagen).
  • S21 Elbgaustraße → Dammtor → Bergedorf → Aumühle
    Keine Einschränkungen: Verkehrt normal nach Fahrplan.
  • S3 Stade → Neugraben → Jungfernstieg → Altona → Pinneberg
    Pendelverkehr zwischen Stade und Neugraben, mit 4 Vollzügen (jeweils 6 Wagen). Fahrgäste in Richtung Innenstadt müssen in Neugraben umsteigen. Kein 10-Minuten-Takt zwischen Buxtehude und Neugraben.
    Update: Ab Donnerstag verkehrt die S3 wieder ohne Einschränkungen planmäßig.
  • S31 Neugraben → Dammtor → Altona
    Keine Einschränkungen: Verkehrt normal nach Fahrplan.

Ohne Gewähr; bitte auf Bahnsteigansagen und Zugzielanzeiger achten.

Pannenserie

Gleich mehrere Probleme führten, nach Lage der Dinge, zu den Einschränkungen. Bei der neuen Baureihe 474 vereisten Dachstrombabnehmer, die auf dem S3-Streckenabschnitt zwischen Neugraben und Stade benötigt werden. Bei der älteren Baureihe 472 funktionierten die Türen nicht und auch mit den Fahrmotoren soll es Probleme gegeben haben.

Nachtrag, 17.50 Uhr: Ah, die S-Bahn-Website ist nun auch endlich auf den neusten Stand.
— OR