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„Neue Linien, dichtere Takte, größere Fahrzeuge“

Der HVV präsentierte, zusammen mit Verkehrssenator Frank Horch und Staatsrat Andreas Riekhof, die umfangreichen Leistungsausweitungen zum kommenden Fahrplanwechsel am 09.12.2012. Die meisten Anpassungen stehen bereits hier im Blog, Änderungen ergeben sich nur in einigen Details. Wichtigste: Die neue Hafenrandlinie hört nicht mehr auf die Arbeitsbezeichnung „Stadtbuslinie 212“, sondern wird als 111 in den Fahrgastbetrieb gehen.

Im Folgenden sei aus der HVV-Pressemitteilung großzügig zitiert, da steht alles wunderbar ausformuliert:

Die wichtigsten Neuerungen ab 9. Dezember sind:

U-Bahnlinie U 4

Die U-Bahnlinie U4 nimmt ihren Betrieb auf und verkehrt zwischen den Haltestellen Billstedt und Hafencity im 10-Minuten-Takt. Bis zur Haltestelle U Jungfernstieg fährt die neue U4 auf der gleichen Strecke wie die U2 und erhöht auf diesem Abschnitt die Kapazitäten.

Gleichzeitig wird in der Hafencity das Busangebot angepasst:

Stadtbuslinie 111

Die neue Linie 111 verkehrt als „Hafenrandlinie“ im 20-Minuten-Takt ab Bahnhof Altona über die Haltestellen Große Elbstraße, Reeperbahn und St. Pauli-Landungsbrücken bis zur Haltestelle U Überseequartier. Damit wird die Große Elbstraße mit dem zweiten Fährterminal und den neuen Gewerbeansiedlungen deutlich besser bedient. Außerdem werden mit der neuen Linie 111 auch die Wohngebiete im Bereich Pepermölenbek sowie die neu entstandenen Wohn- und Geschäftsbereiche in der Davidstraße und in der Bernhard-Nocht-Straße angebunden und erhalten somit eine direkte Anbindung in die Hafencity.

Metrobuslinie 6

In Ergänzung zur U4 ändert sich die Linienführung der Metrobuslinie 6 und erschließt ab 9. Dezember mit rund der Hälfte der Fahrten die Speicherstadt. Die andere Hälfte der Fahrten führt die Linie 6 künftig ab Rathausmarkt außerdem auf einen neuen Linienast über die Haltestellen U Rödingsmarkt, Michaeliskirche (Ludwig-Erhardt-Straße) und U St. Pauli bis zur U Feldstraße. Darüber hinaus ist in der Budapester Straße in Höhe Paulinenstraße eine neue, gleichnamige Haltestelle vorgesehen.

Metrobuslinie 3

Künftig wird die Metrobuslinie 3 nicht mehr in die Hafencity, sondern vom Rathausmarkt über die Mönckebergstraße und die Amsinckstraße bis nach Rothenburgsort führen. Bis zur Endhaltestelle Kraftwerk Tiefstack wird diese neue Route im 10-Minuten-Takt mit Gelenkbussen bedient. Damit erhält der Stadtteil Rothenburgsort eine deutlich verbesserte direkte Anbindung an die Mönckebergstraße und den Rathausmarkt.

Stadtbuslinie 112

Die Stadtbuslinie 112 wird ab 9. Dezember über die Nordkanalstraße / Spaldingstraße, Albertstraße und die nördliche Hammerbrookstraße verschwenkt. Damit werden die dortigen Bürostandorte und Gewerbeansiedlungen besser angebunden.

Maßnahmenpaket „Harburger Hafen“

Der Harburger Hafen entwickelt sich durch die Ansiedlung neuer Firmen sowie der Außenstellen der TU Harburg zu einem Dienstleistungszentrum. Darüber hinaus ist auf dem ehemaligen Bahngelände westlich der Hannoverschen Straße umfangreicher Wohnungsbau geplant. Daher wird die Anbindung des Harburger Hafens zum Fahrplanwechsel neu gestaltet.

Auf der Stadtbuslinie 142 wird zwischen Heimfeld und Bahnhof Harburg der bisherige 6-Minuten-Takt auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet. Außerdem wird die Linie mit einem 20-Minuten-Takt zum Harburger Hafen verlängert.

Daraus ergeben sich weitere Anpassungen auf den Harburger Linien 145, 153 und 154.

Fährlinien

Um den steigenden Fahrgastzahlen in der Fährschiffahrt gerecht zu werden und um die Elbinsel Wilhelmsburg anzubinden, gibt es bei den Fährlinien folgende Neuerungen:

 Fährlinie 72

Mit der neuen Linie 72 von den Landungsbrücken bis zur Elbphilharmonie erhält die Hafencity eine weitere Anbindung an die Hafenfähren. Aufgrund der räumlichen Nähe zur Elbphilharmonie wird der Anleger Sandtorhöft aufgegeben. Die Linie 72 verkehrt im 30-Minuten-Takt.

 Fährlinie 73

Auf der Schiffslinie 73 wird der neue Anleger „Ernst-August-Schleuse“ in Wilhelmsburg im 40-Minuten-Takt bedient, zunächst nur montags bis freitags. Damit ist Wilhelmsburg künftig auch von der Wasserseite her an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Fährlinie 62

Mit Inbetriebnahme der neuen Linie 72 wird die Linie 62 künftig an der Endhaltestelle St. Pauli/Landungsbrücken halten und alle Fahrgäste aussteigen lassen. Ab dem Anleger Landungsbrücken fährt die Linie 62 unter Bedienung der bekannten Haltestellen wie bisher nach Finkenwerder und endet danach wieder an den Landungsbrücken.

Ungefähr 8 Millionen Euro soll das Paket jährlich kosten. Weitere Taktverdichtungen sind auf „vielen Linien“ und Einsatz größerer Fahrzeuge vorgesehen. Man will rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel detailliert informieren.

Unter anderem folgende Änderungen sind wahrscheinlich:

  • Fahrplanabstimmung der Linienpaare 7/172 und 177/277 in gemeinsamen Abschnitten.
  • Auf der 275 vormittags Verdichtung von 20 auf 10 Minuten.
  • Zur IGA soll die Metrobuslinie 13 bis abends alle 5 Minuten verkehren.
  • Metrobuslinien 20 und 25: langfristige Umstellung auf Gelenkbusbetrieb an Samstagen & Sonntagen, Realisierung zeitlich gestaffelt.
  • Stadtbuslinie 112: zusätzliche Verstärkerfahrten, verlängerte Betriebszeit, Änderungen am Linienweg.

Busbeschleunigungsprogramm

Für das Busbeschleunigungsprogramm wurde eine umfangreiche Homepage ins Netz gestellt. Unter www.via-bus.de werden die einzelnen Maßnahmen erläutert und Hintergrundwissen vermittelt. ♦

50 Jahre VHH-Quickborn

Die VHH ist ein sehr glücklicher Busbetrieb. Durch unzählige Übernahmen ehemaliger Konkurrenten in der Vergangenheit – zuletzt, 2006, heimsten sich die Bergedorfer die PVG ein und bilden seither mit ihr eine Unternehmensgruppe – gibt es öfter mal etwas zu feiern. Bürger respektive Fahrgäste sind dabei herzlich eingeladen.

Diesjähriger Anlass ist das Schlucken des Busbetriebs Paul Mullikas, wodurch die VHH seitdem auch in Quickborn ihre Zelte aufgeschlagen hat. Die Übernahme erfolgte 1962, also vor genau 50 Jahren. Eine wunderbare Gelegenheit, die Schotten des Busbetriebshofes am 22.09.2012 in der Ellerauer Straße für Besucher weit zu öffnen.

Zur Unterhaltung der Geburtstagsgäste ist ein hübsches Programm geschnürt worden: „Menschwunderdichnicht“ als Umweltquiz, Kinder können mit Fingerfarben sich an einem Linienbus austoben und per PC-Simulator einen Bus durch die virtuelle Gegend steuern. Wissenswertes und Informatives erhält der geneigte Besucher am Infobus und das Ein- und Aussteigen per Rollstuhl kann auch geübt/ausprobiert werden. Letzteres kann ich auch für Nicht-Behinderte empfehlen, um feststellen zu können, dass gekonntes Rollifahren eine Kunst für sich darstellt.

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Historischer Shuttleverkehr

Die An- und Abreise erfolgt stilecht mit den exzellent gepflegten Oldtimerbussen, die von U1/A2 Norderstedt Mitte sowie A1-Quickborn aus zu erreichen sind (siehe nachfolgende Karte). Da in der guten alten Zeit die Fahrzeuge nicht barrierefrei waren, sind die historischen Busse es heute auch nicht; wer auf eben diesen angewiesen ist, möge sich bitte am Veranstaltungstag unter 040 – 725 94 341 melden.

Bleibt zu hoffen, dass auch das Wetter in Feierlaune ist. ♦

Bauarbeiten 2011, ein kleiner Überblick


Der Baukalender ist endlich aktualisiert, ein willkommener Anlass, ein paar Worte darüber zu verlieren (also übers Bauen, nicht über den Kalender).

Es tut sich eine ganze Menge bei den Schnellbahnen, denn so robust die Schienentechnik auch ist, irgendwann sind auch hier umfangreiche Arbeiten fällig, damit alles brav im Takt bleibt.

Besonders auffällig sind die Vorhaben der DB Netze, welche für unsere S-Bahn die Schienen zusammenflickt. Auffällig deshalb, weil da überhaupt etwas passiert. Die Dammtorbrücke wird komplett erneuert, eine ziemlich langwierige Story (bis vielleicht irgendwann 2012), muss doch „unter rollenden Rad“ gefummelt werden. Soll heißen, den alltägliche Betrieb möglichst wenig einschränken und Ausfälle auf Wochenenden zu konzentrieren. Wie bei den meisten Baustellen ist auch hier Platz knapp, eine logistische Herausforderung.

Praktisch: wenn zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze keine Züge fahren, können ja gleich die Weichen am Hauptbahnhof herausgezupft und durch neue ersetzt werden. Gute 5,4 Millionen Euro buttert man in Material und Arbeitskraft, 13 Weichen werden ersetzt, unterteilt in 8 Baulosen. Wenn nichts dazwischen kommt, ist Ende Oktober die Sache ausgestanden.

Die U-Bahner sind immer fleißig wie die Bienen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Mit ein bisschen Glück können – endlich – die Arbeiten in U Kellinghusenstraße abgeschlossen werden. Der Einbau der Aufzüge ist anvisiert. Die Sanierung U Kellinghusenstraße ist unglücklich gelaufen, gerade die Fundamente der Bahnsteigüberdachung stellten sich als sanierungsfreudig heraus; zwischendurch machte der Denkmalschutz einen Strich durch die Aufzugspläne. Ist Kellinghusenstraße endlich fertig, dürfte es nicht nur bei betroffenen Fahrgästen ein erleichtertes Seufzen geben.

Hauptaugenmerk legen die U-Bahner dieses Jahr jedoch auf ihr „Projekt Ostring“. Zahlreiche Brücken/Viadukte und Gleisbauarbeiten finden zwischen Berliner Tor und Mundsburg statt, was eine 3 ½-Monatige Sperrung der Strecke erfordert (09.05. – 28.08.2011). Da man grad auf der Ecke ist, wird im selben Abwasch die Haltestelle Uhlandstraße saniert.

Einen Quantensprung in Sachen Barrierefreiheit könnte bis 2015 bei der U-Bahn stattfinden, wenn der neue Erste Bürgermeister, Olaf Scholz, SPD, seiner Ankündigung das versprochene Geld folgen lässt. Nicht weniger als 14 Haltestellen könnten dann, neben den beiden bereits vorgesehenen, mit Aufzügen und Bahnsteigteilerhöhung ausgestattet werden. Gute 19 Millionen Euro wollen hier sinnvoll investiert werden. Über den Stand der Dinge, sowie welche Stationen infrage kämen, informiert dieses [PDF].

Viel gebuddelt wird dieses Jahr auch auf und an den Busumsteigeanlagen Barmbek (HOCHBAHN) und Bergedorf (VHH). Der strenge Winter hat nicht nur oft den Verkehr lahmgelegt, sondern auch die Bauarbeiten, weshalb man etwas aus dem Plan ist. Bergedorf ist dabei etwas mehr aus dem Plan und damit ist nicht nur der Zeitplan gemeint. Erhoffter Eröffnungstermin: Mitte Mai 2011.

Auf der Verkehrsanlage Barmbek – die Arbeiten gehen bis 2014 – ist immerhin schon der U-Bahn-Bereich ziemlich weit, die neuen Aufzüge und der Zugang „Wiesendamm“ sind fertig. Für den S-Bahn-Bereich gilt dies nicht unbedingt, was nicht weiter verwundert, weil unsere lieben Freunde von der DB dafür zuständig sind. Die haben es bekanntlich nie so furchtbar eilig, man ist schließlich bei der Arbeit und nicht auf der Flucht.

Die sind nicht nur für das Schienennetz der S-Bahn zuständig, sondern unglücklicherweise auch für deren Stationen (genauer: DB Station&Services, gelegentlich schnoddrig mit Stuss abgekürzt). Da ist die Lage nicht einfach zu überblicken. Man fängt mal hier an, mal da und dann doch wieder dort – nur mit dem Fertigstellen hat es die DB S&S nicht so. Man baut halt so vor sich hin.

Aber immerhin, es passiert was, und das ist bei der S-Bahn stets ein beruhigendes Zeichen.
— Foto: Rycon

VHH PVG-Bilanz 2009


Dass der Hamburger Nahverkehr sehr erfolgreich das Jahr 2009 hinter sich brachte, zeigte die Bilanz des HVV Ende Mai für den gesamten Verbundraum. Folgerichtig befördern die einzelnen Verkehrsunternehmen immer mehr Kunden. Nach HOCHBAHN und S-Bahn folgt nun in unserer kleinen Nahverkehrsbilanz 2009 hier im Blog die VHH PVG-Unternehmensgruppe, dem zweiten großen Busverkehrsunternehmen.

Mehr Fahrgäste

Gut 3 Millionen mehr Fahrten wurden mit der VHH PVG absolviert, 2009 zählte man insgesamt 108 Millionen Personenfahrten, trotz mehrfacher Streiks bei der PVG und ihren Töchtern EVG und abg. Zum Stichtag 31.12.2008 umfasste die Flotte 563 Fahrzeuge, inklusive einer Handvoll Oldtimer und die Belegschaft zählte 1615 Köpfe (inkl. Töchter). Positiv machten sich Leistungsausweitungen bemerkbar, der HVV bestellte für die Metrobus-Linien 15 und 22 mehr Fahrten (Taktverdichtung). Dem Gegenüber wurden jedoch Leistungen auf der 137 und 576 abbestellt. Die Betriebsleistung (Kilometer) wuchs unterm Strich um 3 %.

Zum 01.01.2006 stockte die VHH ihren Anteil an der PVG von 5 auf 94,9 % auf. Seither wachsen die beiden Unternehmen immer stärker zusammen, am 17.03.2008 nahm die gemeinsame Leitstelle in Bergedorf ihre Arbeit auf.

Mehr Beschwerden

Nicht positiv ist dagegen eine weitere Steigerung, die der Fahrgastbeschwerden. Landeten 2008 knapp 2.500 Beschwerden auf dem Schreibtisch, fiel der Stapel ein Jahr später 200 Beschwerden größer aus. Einer der Ursachen seien Probleme, die im Zusammenhang mit der zusammengelegten Leitstelle stünden. Inzwischen wurde das Personal an dieser Stelle aufgestockt. Zudem waren einige Fahrpläne noch nicht auf die steigenden Fahrgastzahlen angepasst (längerer Fahrgastwechsel) und auch der zunehmende Verkehr sorge für Verspätungen und verpasste Anschlüsse. Zum letzten Fahrplanwechsel wurden bereits einige Pufferzeiten erhöht, um Verspätungen abfangen zu können.

Bei der sogenannten Globalzufriedenheit wurde bei der eigenen Kundenbefragung, durch tns infratest ausgeführt, bei der PVG die Note 2,54 und bei der VHH 2,6 ermittelt (Skala 1 für sehr gut bis 5, mangelhaft). Damit wird der ÖPNV-Branchendurchschnitt deutlich geschlagen, den man mit 2,78 angibt.

Kostendeckungsgrad

Der Heilige Gral ist stets der Kostendeckungsgrad, welcher angibt, zu wie viel Prozent die Kosten durch Einnahmen gedeckt werden können. Aufgeschlüsselt nach Unternehmen erreicht die PVG (ohne Tarifsicherungsvereinbarung) 100,17 %, kann also einen kleinen Obolus als Gewinn verbuchen; die VHH erreicht 88,5 %, im Ergebnis kommt die Unternehmensgruppe auf das sehr gute Ergebnis von fast 93 %. Den Rest, 8 Millionen Euro, gleicht die HGV aus. 2008 musste die noch 18 Millionen Euro berappen. Der Konzernumsatz verbesserte sich um ordentliche 12 % auf 95 Millionen Euro.

Ausblick auf 2010

Der HVV geht vorsichtig für das laufende Jahr von einer Steigerung von insgesamt 1 % aus, das erste Quartal 2010 lief jedoch schon erstaunlich gut.

Anfang Juni musste die PVG den Verlust des Stadtverkehrs Elmshorn hinnehmen, der ab Dezember 2010 von die Linie GmbH betrieben wird. Fünf Linien mit jährlich 850.000 Nutzwagenkilometer gehen so flöten.

Die VHH PVG will dieses Jahr gut 50 alte Busse ersetzen (2009 waren es 54). Man überlegt, in Blankenese einen italienischen Batterie-Kleinbus zu testen. Größter Happen für die VHH wird die Fertigstellung des ZOB Bergedorf und auf den Schenefelder PVG-Betriebshof ist ein Blockheizkraftwerk geplant. Eine auf drei Jahre angelegte, strukturelle Reform soll im betrieblichen Bereich das Unternehmen dezentral aufstellen. Während die VHH eher Überlandlinien im Portfolio hat, ist es bei der PVG eher der Stadtverkehr. ♦

Nahverkehrsbilanz 2009, weiteres auf Rycon:

— Fotos/Tabelle: Rycon

Kochen für Hunde


Seit Anfang April kann der geneigte Fahrgast sich im Bus mit Lesestoff versorgen: Die VHH PVG rüstete 100 ihrer Busse mit Bücherregalen aus. Bestückt wird die Bücherei auf Rädern von „STILBRUCH“, einem Töchterchen der Stadtreinigung Hamburg.

Ein Regal wartet auf ausgelesene Bücher.

Die blickt derweil zufrieden auf das Projekt: Beachtliche 40.000 gebrauchte Bücher wurden geliefert. Fahrgäste können nicht nur im Bus lesen, sondern die Bücher mit nach Hause nehmen und/oder eigene Exemplare ins Regal stellen, sofern diese nicht zu groß sind. Begleitet wird die – zunächst auf drei Jahre angelegte – Aktion mit einem Auftritt auf Facebook.

Markiert sind die Fahrzeuge mit einem orangen Aufkleber. Möchte man seine ausgelesenen Bücher abgeben, braucht es ein wenig Glück einen solchen Bus zu erwischen. Im VHH PVG-Kundenmagazin „InKürze“ vom August [PDF, S.6] sind folgende stationäre Abgabestellen aufgeführt:

Die, zunächst auf drei Jahre angelegte, Aktion scheint gut anzukommen, wie ein Leser per E-Mail schrieb:

Meine Kinder fanden das neulich cool Bücher im Bus zu bekommen: z.B. den Titel „Kochen für Hunde“

Auf den Genuss solch literarischer Köstlichkeiten muss der Autofahrer verzichten. ♦
— Fotos: Rycon

Ganztägige Fahrkartensichtkontrolle bereits ab Oktober?

Kein Einstieg: Die hinteren Türen sollen künftig nur zum Aussteigen genutzt werden

Schwarzfahrer im Busverkehr das Leben zu erschweren, dass erhofft man sich mit der Einführung des „kontrollierten Vordereinstiegs“. In der Pilotphase sollen zwei Stadtteile damit beginnen: Bergedorf, Stammgebiet der VHH und Harburg, bedient von der HOCHBAHN.

Der HVV würde, so der Flurfunk, gerne ab 4. Oktober loslegen. Noch herrscht aber bei den Verkehrsunternehmen Klärungsbedarf, wie das Ganze in der Praxis ablaufen soll. Zwei Modelle haben es in die engere Auswahl geschafft.

Aus VHH-Kreisen ist zu vernehmen, das man Buslinien/-Haltestellen, bei denen keine Fahrkartensichtkontrolle durchgeführt werden soll (namentlich bei hochfrequentierten Buslinien), diese an den Haltestellenmasten besonders kennzeichnen möchte. Vorteil: Der Fahrgast kann so im Vorfelde erkennen, ob man nur oder auch vorne einsteigen darf. Nachteilig sind die höheren Kosten und der damit verbundene Aufwand, verursacht durch die Kennzeichnung. Bei diesem Modell wäre der Busfahrer ansonsten grundsätzlich verpflichtet, die Fahrkartensichtkontrolle durchzuführen.

Im Gegensatz zum HOCHBAHN-Modell: Hier könnte der Busfahrer je nach Lage entscheiden, eine Sichtkontrolle durchzuführen oder eben nicht. Der Nachteil liegt auf der Hand: Der Fahrgast weiß vor dem Einstieg nicht, ob er nun die Fahrkarte vorzeigen soll. Einen positiven Effekt hätte die Idee aber, schließlich kann so der Busfahrer flexibel entscheiden, was besonders bei einer aufgelaufenen Verspätung günstig wäre. Zudem entfiele der Aufwand mit der Haltestellenkennzeichnung. Schwarzfahrer könnten sich auch nie sicher sein, ob nun eine Sichtkontrolle durchgeführt wird, oder nicht. Bei anderen Verkehrsunternehmen bzw. Verbünden in Deutschland kommt in der Regel das HOCHBAHN-Modell zur Anwendung.

Immerhin hat man noch ein bisschen bis zur endgültigen Entscheidung zeit. Auch der Termin ist noch nicht in Stein gemeißelt, denn ausgerechnet dann werden die HOCHBAHN-Busse mit neuen Bordcomputern ausgestattet.

Der Fahrkartenprüfdienst soll künftig, trotz der geplanten Sichtkontrolle, öfter im Busbereich eingesetzt werden. Bisher wurde 35 % im Busbereich kontrolliert, der Rest im Schnellbahnbereich; demnächst soll das Verhältnis ausgeglichen sein.

Mehr zum Thema auf Rycon:

— OR; Foto: Andrea Kusajda, Pixelio.de

Schmökern im Bus

Eine drollige Idee haben sich – wieder einmal – die Mannen der Busunternehmen VHH und PVG (bilden eine Unternehmensgruppe) ausgedacht. In Zusammenarbeit mit „Stilbruch“, einem Tochterunternehmen der Stadtreinigung Hamburg, bei dem es gebrauchte Sachen zu erwerben gibt, werden 100 Busse umgerüstet und mit Bücherregalen ergänzt.

Die Bücherregale wurden dabei auf der Fahrerseite hinter der ersten Sitzreihe angeordnet, daher der Freiraum direkt auf dem Radkasten. Sitzplätze gehen so nicht verloren und der bisher praktisch nutzlose Raum wird sinnvoll ausgefüllt. Die Regale selber sind in ähnlicher Manier und Farbe wie die Haltestangen gehalten, was sich auch optisch gut in den Innenraum einfügt. Die einzelnen Bücherreihen sind dabei so gesichert, das beim beschleunigen und bremsen alles brav an seinem Platz bleibt. (Davon abgesehen wird in Deutschdorf bekanntlich alles aus Sicherheitsgründen zehnmal abgenommen.) Ein Bild gibt es hier.

Bestückt wird die Bücherei auf Rädern von „Stilbruch“; der lesefreudige Fahrgast kann sich dort bedienen und gefällige Lektüre sogar mit nach Hause nehmen. Wer selber ausgelesene Bücher hat, stellt sie einfach ins Regal – eine „Leihbücherei“ auf interessante Art. Die entsprechenden Busse werden mit einem entsprechenden, knallig-orangen Piktogramm außen gekennzeichnet und die Aktion soll zunächst drei Jahre gehen.

Zwei Gelenkbusse erhalten für diese Aktion großflächige, orange-hellgraue Werbefolien (Bild hier). Dankbarerweise verzichtet man dabei auf das unsägliche Zukleben der Fensterflächen mit Eigenwerbung.

Die Geschichte wird verbunden mit einer weiteren Werbeaktion, bei dem man in „LE CROBAG“-Geschäften einen Kaffee umsonst bekommt; entsprechende Gutscheine sind als sogenannte „Swingcard“ an den Haltestangen im Bus greifbar.

Alles in allem eine hübsche Marketingaktion, bei welcher der schnöde Nahverkehr mal etwas pfiffiger rüber kommt. In VHHPVG-Bussen werden seit längerem überdies auch Zeitungen und Zeitschriften verkauft, was gerade bei längeren Reisen von und ins Umland eine nette Sache ist.

Mehr zum Thema im Internet:

— OR