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Einsteigen Bitte!, E-Bus-Test, U4-Abnahmefahrt, Sperrungen

Einsteigen Bitte! | Zum 12-mal findet am kommenden Sonntag (12.10.2012) der „Verkehrshistorische Tag“ in Hamburg statt. In alten – aber gepflegten – Fahrzeugen kann man sich wie anno dazumal durch Hamburg befördern lassen. Da der Erhalt solcher Fahrzeuge schwer ins Geld geht (für Material, die Leute arbeiten unentgeltlich in ihrer Fahrzeit) ist der Erwerb eines speziellen Fahrscheins für 15 Euro notwendig. Die gilt dann praktischerweise auch für die üblichen Verkehrsmittel im HVV-Gesamtbereich. Weitere Infos und wo man die Tickets ergattern kann: hier. +++

E-Bus-Test | Zu einem vierwöchigen Test bat am 01.10.2013 die VHH PVG den elektrisch angetriebenen Bus „EBN 10,5“ des in Deutschland völlig unbekannten, tschechischen Herstellers SOR. Der erstaunlich-hässliche Bus, nicht einmal eine Zielanzeige scheint es zu geben, soll auf der Bergedorfer Ringlinie 135 zeigen, was er kann. Auch im Bereich Quickborn/Norderstedt und Neumünster wird das Fahrzeug eingesetzt und gewiss einige Blicke auf sich ziehen. Die Akkus sollen zwischen 135 bis 155 Kilometer den Elektromotoren Saft geben und innerhalb von 7,5 Stunden aufgeladen sein. Weitere technische Informationen: [PDF]. +++

U4-Abnahmefahrt | Vergangenen Donnerstag befuhr erstmals ein U-Bahn-Zug vom Typ DT4 aus eigener Kraft die neue Strecke zwischen Jungfernstieg und Überseequartier. Neben der eigentlichen Strecke und den Signalen wurde auch das Elektronische Stellwerk (ESTW) HafenCity erfolgreich abgenommen. Der Zug brauste mit Höchstgeschwindigkeit (80 km/h) die Strecke entlang. Der U4-Probebetrieb – für den Fahrgast als U2 angezeigt mit Fahrtziel Jungfernstieg – geht am 04.11.2012 los. +++

A2-Sperrung | Für den Einbau neuer Brücken muss die A2 zwischen Ulzburg Süd und Norderstedt Mitte den Verkehr einstellen. Vom Donnerstag, 18.10., 1.30 Uhr bis Montag 20.10.2012, 4.00 Uhr übernimmt der Bus die Beförderung. Außer Sonntag wird auch ein Direktbus angeboten, der nur zwischen Ulzburg Süd und Norderstedt Mitte pendelt. Für die beiden Buslinien steht ein grässlich gestalteter PDF-Fahrplan zur Verfügung. [Weitere Infos] +++

S Hauptbahnhof | Im S-Bahn-Gleis 2 am Hauptbahnhof werden die Schienen erneuert. Vom Samstag, 19.30 Uhr bis Montag, 3.30 Uhr verkehren die S-Bahnlinien aus Richtung Ost → West in der Reihenfolge S3, S21, S1 (+1 Minute) und S31; Letztere verkehrt statt bis Berliner Tor stets nach Harburg-Rathaus. Ein bahnsteiggleicher Übergang zwischen S1 und S21 ist nachvollziehbarerweise nicht möglich. +++

Einfach entspannend, oder: Ich drück‘ für Dich

Der Verkehrsclub Deutschland, VCD, bemüht sich, nicht ein bestimmtes Verkehrsmittel zu pushen (ADAC) oder zu verteufeln (…).

Dazu gehört auch der öffentliche Personennahverkehr und hier vergibt der VCD zum dritten Mal einen Preis („König Kunde“) an Unternehmen, die ihrer Meinung nach besonders gute Arbeit leisten. Frisch dazu gekommen ist der „Publikumspreis“. Über diese Bezeichnung kann man sich zwar wundern, denn seit wann ist der Kunde bzw. der Fahrgast denn Publikum, aber sei es drum.

Jedenfalls kann in einer Onlineabstimmung darüber befunden werden, welches der angebotenen Beispiele den „Publikumspreis“ verdient hat – und siehe da, Hamburg ist gleich zweimal vertreten: die findigen Leute von der VHH PVG mit ihrer „Einfach entspannend“-Kampagne, sowie die HOCHBAHN mit „Ich drück‘ für Dich“.

Wahrlich eine schwere Entscheidung, denn beide Aktionen sind – für Verkehrsunternehmen, das darf man nie vergessen – außerordentlich gut gelungen.

In ihrer Einleitung schreibt der VCD:

Der Öffentliche Nahverkehr hat vielerorts noch Nachholbedarf, wenn es um Image, Marketing und Werbung geht.

Das kann man nur Dick und Fett unterstreichen, deshalb ist es hier auch so formatiert.

Abstimmen kann man hier; Name und Adresse sind nicht notwendig. Zu gewinnen gibt’s eine BahnCard 50, dann sind allerdings die persönlichen Daten logischerweise fällig. ♦
— Logo: © VCD

Infobusse on Tour

Die VHH PVG hat per Pressemitteilung Termine und Standorte ihrer Infobusse kundgetan. Dort kann man sich mit Fahrplänen und Infomaterial eindecken und Fragen zu den Tarifen loswerden.

  • Bf. Altona, Busumsteigeanlage: Montag, 16.05., 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Uetersen, Woolworth: Dienstag, 17.05., 08:30 bis 12:30 Uhr
  • Ahrensburg, Markt: Dienstag, 17.05., 09:00 bis 16:00 Uhr
  • Wedel, Passage: Dienstag, 17.05., 13:30 bis 17:00 Uhr
  • Eidelstedt, Center: Mittwoch, 18.05., 09:00 bis 13:00 Uhr
  • Wentorf, Casinopark: Mittwoch, 18.05., 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Pinneberg, Markt Drostei: Donnerstag, 19.05., 08:30 bis 13:00 Uhr
  • Blankenese, Busumsteigeanlage: Donnerstag, 19.05., 14:00 bis 17:00 Uhr
  • Norderstedt Mitte, Busumsteigeanlage: Donnerstag, 19.05., 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Eidelstedt, Center: Freitag, 20.05., 09:00 bis 17:00 Uhr

Laut Mitteilung sind die Fahrplanaushänge von Bushaltestellen besonders beliebt. Kleiner Tipp: Auf der HVV-Website kann man sich diese jederzeit holen und ausdrucken. ♦
— Foto: Rycon

VHH PVG-Bilanz 2009


Dass der Hamburger Nahverkehr sehr erfolgreich das Jahr 2009 hinter sich brachte, zeigte die Bilanz des HVV Ende Mai für den gesamten Verbundraum. Folgerichtig befördern die einzelnen Verkehrsunternehmen immer mehr Kunden. Nach HOCHBAHN und S-Bahn folgt nun in unserer kleinen Nahverkehrsbilanz 2009 hier im Blog die VHH PVG-Unternehmensgruppe, dem zweiten großen Busverkehrsunternehmen.

Mehr Fahrgäste

Gut 3 Millionen mehr Fahrten wurden mit der VHH PVG absolviert, 2009 zählte man insgesamt 108 Millionen Personenfahrten, trotz mehrfacher Streiks bei der PVG und ihren Töchtern EVG und abg. Zum Stichtag 31.12.2008 umfasste die Flotte 563 Fahrzeuge, inklusive einer Handvoll Oldtimer und die Belegschaft zählte 1615 Köpfe (inkl. Töchter). Positiv machten sich Leistungsausweitungen bemerkbar, der HVV bestellte für die Metrobus-Linien 15 und 22 mehr Fahrten (Taktverdichtung). Dem Gegenüber wurden jedoch Leistungen auf der 137 und 576 abbestellt. Die Betriebsleistung (Kilometer) wuchs unterm Strich um 3 %.

Zum 01.01.2006 stockte die VHH ihren Anteil an der PVG von 5 auf 94,9 % auf. Seither wachsen die beiden Unternehmen immer stärker zusammen, am 17.03.2008 nahm die gemeinsame Leitstelle in Bergedorf ihre Arbeit auf.

Mehr Beschwerden

Nicht positiv ist dagegen eine weitere Steigerung, die der Fahrgastbeschwerden. Landeten 2008 knapp 2.500 Beschwerden auf dem Schreibtisch, fiel der Stapel ein Jahr später 200 Beschwerden größer aus. Einer der Ursachen seien Probleme, die im Zusammenhang mit der zusammengelegten Leitstelle stünden. Inzwischen wurde das Personal an dieser Stelle aufgestockt. Zudem waren einige Fahrpläne noch nicht auf die steigenden Fahrgastzahlen angepasst (längerer Fahrgastwechsel) und auch der zunehmende Verkehr sorge für Verspätungen und verpasste Anschlüsse. Zum letzten Fahrplanwechsel wurden bereits einige Pufferzeiten erhöht, um Verspätungen abfangen zu können.

Bei der sogenannten Globalzufriedenheit wurde bei der eigenen Kundenbefragung, durch tns infratest ausgeführt, bei der PVG die Note 2,54 und bei der VHH 2,6 ermittelt (Skala 1 für sehr gut bis 5, mangelhaft). Damit wird der ÖPNV-Branchendurchschnitt deutlich geschlagen, den man mit 2,78 angibt.

Kostendeckungsgrad

Der Heilige Gral ist stets der Kostendeckungsgrad, welcher angibt, zu wie viel Prozent die Kosten durch Einnahmen gedeckt werden können. Aufgeschlüsselt nach Unternehmen erreicht die PVG (ohne Tarifsicherungsvereinbarung) 100,17 %, kann also einen kleinen Obolus als Gewinn verbuchen; die VHH erreicht 88,5 %, im Ergebnis kommt die Unternehmensgruppe auf das sehr gute Ergebnis von fast 93 %. Den Rest, 8 Millionen Euro, gleicht die HGV aus. 2008 musste die noch 18 Millionen Euro berappen. Der Konzernumsatz verbesserte sich um ordentliche 12 % auf 95 Millionen Euro.

Ausblick auf 2010

Der HVV geht vorsichtig für das laufende Jahr von einer Steigerung von insgesamt 1 % aus, das erste Quartal 2010 lief jedoch schon erstaunlich gut.

Anfang Juni musste die PVG den Verlust des Stadtverkehrs Elmshorn hinnehmen, der ab Dezember 2010 von die Linie GmbH betrieben wird. Fünf Linien mit jährlich 850.000 Nutzwagenkilometer gehen so flöten.

Die VHH PVG will dieses Jahr gut 50 alte Busse ersetzen (2009 waren es 54). Man überlegt, in Blankenese einen italienischen Batterie-Kleinbus zu testen. Größter Happen für die VHH wird die Fertigstellung des ZOB Bergedorf und auf den Schenefelder PVG-Betriebshof ist ein Blockheizkraftwerk geplant. Eine auf drei Jahre angelegte, strukturelle Reform soll im betrieblichen Bereich das Unternehmen dezentral aufstellen. Während die VHH eher Überlandlinien im Portfolio hat, ist es bei der PVG eher der Stadtverkehr. ♦

Nahverkehrsbilanz 2009, weiteres auf Rycon:

— Fotos/Tabelle: Rycon