Posts Tagged ‘KVIP’

Warnstreik bei KViP, ABG und Autokraft bis 10 Uhr

Die Busbetriebe PVG, KviP, ABG (Ahrensburg) und Autokraft werden seit den frühen Morgenstunden in der Metropolregion mit einem Warnstreik beglückt. Der Warnstreik soll bis 9 / 10 Uhr andauern. Zum Teil kann es auch danach noch zu Unregelmäßigkeiten im Busverkehr der betroffenen Unternehmen dauern, bis sich die Lage wieder eingependelt hat.
— Stand: 07.34 Uhr +++

Die PVG ist , entgegen den ersten Meldungen, doch nicht betroffen.
— Stand: 08.50 Uhr +++

Warnstreik beendet. Bis Busbetrieb normalisiert ist, kann es noch etwas dauern.
— Stand: 09.15 Uhr ♦

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BusZug in Barmstedt

Am 02.07.2010 wurde in Barmstedt der BusZug der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um einen Solobus (MAN, 12 Meter), der einen Anhänger zur Personenbeförderung mitführt. Hiermit ist eine Zugbildung im Busverkehr möglich; in der Hauptverkehrszeit – besonders der Schülerverkehr – ist der BusZug unterwegs, in der restlichen Zeit, wo ein Solobus völlig ausreichend ist, wird der Anhänger abgekuppelt. Eine sehr Interessante, wenn auch nicht neue, Entwicklung.

Gerade der Schülerverkehr stellt den Busverkehr im ländlichen sowie Klein- und Mittelstädten vor große Probleme. Nur in sehr begrenzten Zeiträumen wird eine hohe Kapazität benötigt. Gelenkbusse haben den Nachteil, den Rest des Tages mehr Luft als Menschen zu befördern, unwirtschaftlich und nicht gerade ökologisch. Abhilfe: zwei Solobusse, was die Sache auch nicht besser macht, wenn einer davon außerhalb der Verkehrsspitze auf dem Hof herumsteht. Zudem lässt sich der Personalbedarf schlecht handhaben.

Das Zug-Fahrzeug erhält laut Herstellerinformationen eine etwa 180 kg schwere Zusatzausrüstung die Verstärkungen und Anhängertraverse beinhaltet; Voraussetzung ist ein ordentlicher Motor (ab 310 PS). Der Anhänger wird mit MAN-Komponenten gebaut um Wartungskosten und Ersatzteile (Lagerhaltungskosten) im Griff zubehalten. Technisch ausgelegt für eine Höchstgeschwindigkeit von 84 km/h, Kneeling (Absenkvorrichtung) ist Serie, vollständig Niederflurig. Zulässiges Gesamtgewicht 14,4 Tonnen, die sich auf zwei Achsen verteilen, laut Datenblatt sind beide lenkbar. Dies ermöglicht einen angenehmen Wendekreis von gut 22 Metern.

Die Videoüberwachung zeigt automatisch je nach Fahrt die relevanten Kameras, so kann der Busfahrer während der Fahrt prüfen, ob die Fahrgäste im Anhänger sicher befördert werden. Bei angelegter Haltestellenbremse schaltet der Bildschirm auf die Türbereichskamera, um den Fahrgastwechsel zu überwachen. Beim lösen der Haltestellenbremse zeigt ein Bild den Bereich zwischen Anhänger und Zugfahrzeug; dieser Bereich (60 cm) ist daneben auch mit Absperrbändern ausgestattet. Bei Bedarf steht eine Gegensprechanlage mit dem Fahrer zur Verfügung. Im Cockpit-Display wird per automatische Anhängererkennung der Kupplungsstatus angezeigt. Sicherheit steht an oberster Stelle.

Zwei Türen (jeweils 1250 mm breit) sorgen für einen schnellen Fahrgastwechsel, Einstiegshöhe 320 mm. Da der „Beiwagen“ keinen Antrieb besitzt, ist er entsprechend geräuscharm, im Falle der Schüler- und Fahrradbeförderung eher sekundär. Länge des Anhängers: 11,09 Meter, Gesamtlänge des BusZuges gut 23 Meter. Kapazität: 28 Sitz- und 72 Stehplätze, im Saldo können 177 Menschen befördert werden, 40 mehr als in einem Gelenkbus. Der Betrieb erfolgt per Ausnahmegenehmigung, Fahrer werden geschult.

Vier entsprechend ausgerüstete Solobusse und zwei Anhänger beschaffte VHHPVG und setzt diese auf den KviP-Linien 6542, 6543 und 6544 im Raum Barmstedt ein. Am Wochenende dient der Anhänger auf der Buslinie 589 zur Fahrradbeförderung, Sitze sollen für diesen Zweck ausgebaut werden.

Ein Anhänger soll angeblich etwa 20 bis 25 % weniger Kosten als ein Solobus. Man investierte gut 1,6 Millionen Euro, ergo 800.000 Euro pro BusZug (jeweils inklusive eines Reserve Zugfahrzeuges), kein Sonderangebot also. Aufgrund des temporären Einsatzes am Tag verlängert sich die Lebensdauer und – sicher nicht ganz uninteressant für die Verkehrsunternehmen – der Abschreibungszeitraum. Achillesferse der Idee ist die Frage, wo man den Anhänger abstellt, wenn er nicht gebraucht wird. Immer zum Betriebshof (leer) zurückzufahren ist unerwünscht, also wird ein Parkplatz herhalten. Zum Glück ist die Welt im ländlichen noch in Ordnung.

Bleibt zu wünschen, dass der BusZug für positive Erfahrungen bei Fahrgästen und Betreiber sorgt.

Nachtrag, 09.07.2010: Auf der VHHPVG-Website findet sich ein Bericht und ein paar Fotos.
— SK/RK(/OR)

Streiks ade – Busfahrer stimmen Mediationskompromiss zu

Gute Nachrichten: Der Tarifkonflikt im Schleswig-Holsteinischen privaten Omnibusgewerbe ist Geschichte. Wie ver.di-Nord in einer erstaunlich dürren Mitteilung bekanntgab, haben die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten für das am 24.03.2010 verkündete Mediationsergebnis gestimmt. Wie das Abstimmungsergebnis ausfiel, darüber mochte man keine Angaben machen.

Rückwirkend (01.03.2010) gibt es 110 Euro mehr im Monat für die Busfahrer, 45 Euro gibt’s als Einmalzahlung und das Weihnachtsgeld wurde auf 600 Euro erhöht. Zudem wurde ein Metropolzuschlag (30 Euro monatlich) vereinbart.

Der Tarifvertrag hat nur ein Jahr Laufzeit, ist daher ab 31.03.2011 kündbar.
— OR

Tarifkonflikt nähert sich dem Ende: ver.di empfiehlt Annahme des Mediationsergebnisses

Das Mediationsergebnis, welches von den Mediatoren Klaus Buß (67, SPD) und Martin Kayenburg (70, CDU) im Tarifkonflikt des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein erarbeitet wurde, sieht wie folgt aus:

1. Alle Entgeltgruppen werden in allen Stufen mit Wirkung ab 1. März 2010 um 110 € erhöht.
2. Für jeden vollen Beschäftigungsmonat in der Zeit vom 1. September 2009 bis 28.02.2010 werden mit der nächsten Lohnabrechnung 45,- € als Einmalzahlung gezahlt.
3. Für Mitarbeiter, die den Metropolzuschlag erhalten (Ziffer 5.), beträgt die entsprechende Einmalzahlung 33,33 € monatlich.
4. Das Weihnachtsgeld wird um 75,93 € erhöht und beträgt ab 2010 600,- €.
5. Das Mankogeld nach § 5 LTV beträgt ab März 16,- € monatlich.
6. Für den HVV-Großbereich sowie die Tarifzonen 601, 602 und 603 HVV-Tarifzonenplan wird ein Metropolzuschlag in Höhe von 30,- € monatlich fällig, bei Busfahrern soweit im Abrechnungsmonat mehr als 50% der geleisteten Fahrplankilometer in diesem Bereich erbracht wurden.
7. Der Tarifvertrag ist frühestens kündbar zum 31. März 2011.

Zu Punkt 5.: Durch „Mankogeld“ werden Fehlbeträge in der Kasse bis zum angegebenen Betrag  ausgeglichen.

Mit der Forderung „ein Land, ein Lohn“ konnte sich die Gewerkschaft offenkundig nicht durchsetzen. Die ver.di-Tarifkommission empfiehlt ihren Mitgliedern, den Vorschlag anzunehmen. Die Urabstimmung zum Kompromiss findet bis Montag, den 29.03.2010 statt.

Sollten die stimmberechtigten Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeberverband OVN den Kompromiss annehmen, gilt der Tarifkonflikt damit als beendet. Zu Arbeitskampfmaßnahmen wird es auch bis zur Abstimmung nicht mehr kommen.
— OR

Kompromiss im Tarifkonflikt erarbeitet

Zwischenstand im aktuellen Tarifkonflikt des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein: Die Gewerkschaft ver.di-Nord teilt mit, dass im Mediationsverfahren ein Tarifkompromiss erarbeitet wurde. Jetzt wollen sich die Gremien von ver.di-Nord und des Arbeitgeberverbandes OVN zusammensetzen und diesen Kompromiss beraten. Wie dieser Kompromiss genau aussieht, möchte man erst nach Abschluss der Beratungen mitteilen.
— OR

Mediation beginnt – vorerst keine Busfahrerstreiks mehr

Wie an dieser Stelle bereits berichtet, haben sich die Kontrahenten des Tarifkonflikts auf ein Mediationsverfahren geeinigt. Die Eckpunkte hierfür wurden nun festgelegt; ver.di beruft als Mediator Klaus Buß (67, SPD), ehemaliger Innenminister Schleswig-Holsteins. Der Arbeitgeberverband OVN schickt den ehemaligen Kieler Landtagspräsidenten Martin Kayenburg (70, CDU) ins Rennen.

OVN-Chef Walter Koch zeigt sich zuversichtlich:

„Wir setzen auf die Integrationsfähigkeit und Erfahrung zweier allgemein anerkannter Persönlichkeiten und sind zuversichtlich, mit ihrer Hilfe endlich den Durchbruch in den zuletzt festgefahrenen Verhandlungen erzielen zu können.“

Auch der ver.di-Sprecher Frank Schischefsky hegt die Hoffnung, den Konflikt zu beenden:

„Wir wollen, dass die Mediation ein Erfolg wird und werden deshalb, ab sofort, bis zum Abschluss dieses Verfahrens auf weitere Streiks verzichten“

Die Mediation startet am kommenden Montag und soll möglichst innerhalb von zwei Wochen erfolgreich abgeschlossen werden. Bis zum 18.03.2010 wird es keine weiteren Arbeitsniederlegungen der Busfahrer geben. Beide Seiten wollen in dieser Zeit sich gegenüber der Presse in Schweigen hüllen.
— OR

Hoffnungsschimmer am Horizont

Vor über sieben Monaten wurde der Tarifvertrag des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein gekündigt. Seitdem kann man den Tarifkonflikt als festgefahren bezeichnen. Nun kommt vielleicht ein wenig Bewegung hinein. Die Gewerkschaft ver.di-Nord hat mit dem Arbeitgeberverband OVN in „einem konstruktiv geführten Gespräch“ sich „über den Weg in ein Mediationsverfahren verständigt“, so ver.di-Sprecher Frank Schischefsky in einer Mitteilung.

Schlichtung abgelehnt

Zuvor (25./26.02.2010) hatte man das OVN-Angebot einer Schlichtung brüsk zurückgewiesen. OVN-Geschäftsführer Walter Koch appellierte an ver.di, „nunmehr auf weitere Streikmaßnahmen zu verzichten und auf die Schlichtung einzugehen“. Man hatte auch schon entsprechendes Personal rekrutiert:

„Mit dem früheren Landtagspräsidenten Martin Kayenburg und dem früheren VDV-Landesgruppenvorsitzenden Hajo Graf Vitzthum stünden hierfür zwei allgemein anerkannte Persönlichkeiten zur Verfügung.“

Ver.di zeigte sich über die Art und Weise der Kommunikation, eine Schlichtung per Pressemitteilung anzubieten, ziemlich verschnupft und die vorgeschlagenen Schlichter stießen beim Gewerkschafter Schischefsky auf wenig Gegenliebe:

„Ein weiteres Stück aus dem Tollhaus OVN – denn einer der vorgeschlagenen Personen stammt aus dem eigenen Lager der Arbeitgeber und war Vorstandsmitglied der Rostocker Straßenbahngesellschaft. Das wäre so, als würden wir den gerade aus dem Amt verabschiedeten ehemaligen DGB Vorsitzenden Peter Deutschland vorschlagen.“

In schönster Soap-Opera-Manier giftete der Arbeitgeberverband zurück und drückte sein „Unverständnis“ für die Ablehnung aus:

„Nachdem ver.di uns bereits ein Spitzengespräch verweigert hat, lehnt man aus fadenscheinigen Gründen nun auch eine Schlichtung durch neutrale Dritte ab“

Immerhin bezeichnete Schischefsky eine Mediation als „denkbare Möglichkeit, die verhärteten Fronten aufzuweichen“, und so soll es nun wohl dazu kommen. Morgen, am Donnerstag, will man sich über die Eckpunkte und der Mediatoren verständigen. Ver.di hat seinen Vertrauensmann schon vorgeschlagen; der frühere Innenminister Schleswig-Holsteins, Klaus Buß, soll ran. Die Gewerkschafter möchten das Verfahren auf maximal zwei Wochen begrenzen.

In dieser Zeit könnten auch die Fahrgäste aufatmen, denn:

Selbstverständlich wird in dieser Zeit eine Art „freiwillige Friedenspflicht“ herrschen um das Verfahren nicht zu belasten.

Vielleicht einigen sich beide Seiten ja auf eine Lösung. Die Champagnerflasche bleibt zwar vorerst geschlossen, aber man kann sie ja schon einmal kühl stellen.
— OR; Bild (Grundlage): Stephanie Hofschlaeger, Pixelio.de