Posts Tagged ‘DB’

DB-Strecke Hauptbahnhof-Harburg unterbrochen

Heute am frühen Morgen brannte in Veddel ein LKW und zerstörte dabei Signaleinrichtungen der Deutschen Bahn. Laut NDR handelt es sich um Brandstiftung. Von und ab Hauptbahnhof können daher IC, ICE und Regionalverkehr auf der betroffenen Strecke nicht verkehren, was sich bundesweit auswirkt. In einer ersten Meldung hieß es, das auch der S3-Verkehr unterbrochen sei. Laut aktueller Radiodurchsagen fährt die S-Bahn aber wieder. Wie lange die DB-Strecke unterbrochen sein wird, ist derzeit nicht absehbar.

Südliche Fern- und Regionalzüge starten und enden nun bevorzugt in Harburg, zwischen Harburg und Hamburg übernimmt die S3 den Verkehr. Erfahrungsgemäß ist die S3 nun überlastet, da viel mehr Fahrgäste zu befördern sind. Wenn möglich, sollte man die Gegend meiden.

Einzige Alternative ist die Stadtbuslinie 250, welche zwischen Bf. Altona und Neugraben verkehrt. Hinweis: Auf der U3 zwischen Schlump und Kellinghusenstraße sowie auf der S-Bahn-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze ist derzeit ein Schienenersatzverkehr aufgrund geplanter Bauarbeiten am laufen, siehe Kurzmeldungen.
— OR

Advertisements

Hanse-Netz: metronom soll weiter pendeln


Nach einem Bericht des „Weser Kurier“ kassierte die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter DB Regio Nahverkehr GmbH eine gehörige Klatsche. Obwohl man das deutlich günstigere Angebot für das „Hanse-Netz“, das alle Schienen-Nahverkehrslinien zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen enthält, abgegeben hat, erhält wohl der metronom den Zuschlag. Der neue Verkehrsvertrag würde ab Dezember 2010 für acht Jahre gelten.

Die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) argwöhnte, das das DB-Angebot, die Leistung für nur knapp 28 Mio. Euro zu erbringen, zu niedrig sei. Die LNVG kam bei ihren Berechnungen auf etwa 43 Mio. Euro. Die DB wurde aufgefordert, ihre Kalkulation offen zu legen, was diese jedoch verweigerte. Sicher keine vertrauensfördernde Maßnahme.

Die Ausschreibung des Hanse-Netz begann Ende August 2009 und man teilte mit [PDF], deutlich mehr Züge fahren lassen zu wollen. Zwischen Bremen und Hamburg soll das Zugangebot praktisch verdoppelt werden. Hierfür bestellte die LNVG weitere Lokomotiven und Doppelstockwagen für ihren Fahrzeugpark. Die Züge werden an das jeweilige Verkehrsunternehmen weiter vermietet; Dadurch soll sichergestellt werden, das auch weniger kapitalstarke Anbieter an einer Ausschreibung teilnehmen können, der Kauf neuer teurer Züge entfällt. Das wiederum schmeckt der Deutschen Bahn überhaupt nicht, da die lieber mit ihren eigenen Fahrzeugen operieren.

Das sorgt in der Gerüchteküche für die Behauptung, die LNVG würde ihre Ausschreibungen bereits Richtung metronom platzieren. Und in der Tat ist es bemerkenswert, das – trotz Fahrzeugpool – nur der metronom ein Angebot für das lukrative Hanse-Netz abgab – und eben die Deutsche Bahn, die versucht hat, mit einem Kampfpreis die Vergabe für sich zu erzwingen.

Die Entscheidung der LNVG, die selbst hierzu allerdings noch keine Mitteilung machte, sorgt aber auch für Vertrauen: Nicht der billigste Anbieter, der womöglich mit Dumpinglöhnen arbeitet, gewinnt automatisch eine Ausschreibung. Das jeweilige Angebot muss auch plausibel sein – und das war das DB-Angebot offensichtlich nicht.
Zudem steigt bei ungewöhnlich billigen Preisen die Gefahr, das lange nach der Vergabe Nachforderungen gestellt werden. Diese bittere Erfahrung musste Schleswig-Holstein mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) machen; Die hatten das günstigste Angebot gemacht und den Zuschlag erhalten, nach einiger Zeit aber den Klingelbeutel aufgemacht, da man mit dem Geld nicht auskam.

Derweil dürften die Anwälte der DB darüber brüten, gegen die mutmaßliche Entscheidung der LNVG anzugehen – oder es besser sein zu lassen.
— OR; Bild/Titel: metronom-Presse