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Bauarbeiten 2011, ein kleiner Überblick


Der Baukalender ist endlich aktualisiert, ein willkommener Anlass, ein paar Worte darüber zu verlieren (also übers Bauen, nicht über den Kalender).

Es tut sich eine ganze Menge bei den Schnellbahnen, denn so robust die Schienentechnik auch ist, irgendwann sind auch hier umfangreiche Arbeiten fällig, damit alles brav im Takt bleibt.

Besonders auffällig sind die Vorhaben der DB Netze, welche für unsere S-Bahn die Schienen zusammenflickt. Auffällig deshalb, weil da überhaupt etwas passiert. Die Dammtorbrücke wird komplett erneuert, eine ziemlich langwierige Story (bis vielleicht irgendwann 2012), muss doch „unter rollenden Rad“ gefummelt werden. Soll heißen, den alltägliche Betrieb möglichst wenig einschränken und Ausfälle auf Wochenenden zu konzentrieren. Wie bei den meisten Baustellen ist auch hier Platz knapp, eine logistische Herausforderung.

Praktisch: wenn zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze keine Züge fahren, können ja gleich die Weichen am Hauptbahnhof herausgezupft und durch neue ersetzt werden. Gute 5,4 Millionen Euro buttert man in Material und Arbeitskraft, 13 Weichen werden ersetzt, unterteilt in 8 Baulosen. Wenn nichts dazwischen kommt, ist Ende Oktober die Sache ausgestanden.

Die U-Bahner sind immer fleißig wie die Bienen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Mit ein bisschen Glück können – endlich – die Arbeiten in U Kellinghusenstraße abgeschlossen werden. Der Einbau der Aufzüge ist anvisiert. Die Sanierung U Kellinghusenstraße ist unglücklich gelaufen, gerade die Fundamente der Bahnsteigüberdachung stellten sich als sanierungsfreudig heraus; zwischendurch machte der Denkmalschutz einen Strich durch die Aufzugspläne. Ist Kellinghusenstraße endlich fertig, dürfte es nicht nur bei betroffenen Fahrgästen ein erleichtertes Seufzen geben.

Hauptaugenmerk legen die U-Bahner dieses Jahr jedoch auf ihr „Projekt Ostring“. Zahlreiche Brücken/Viadukte und Gleisbauarbeiten finden zwischen Berliner Tor und Mundsburg statt, was eine 3 ½-Monatige Sperrung der Strecke erfordert (09.05. – 28.08.2011). Da man grad auf der Ecke ist, wird im selben Abwasch die Haltestelle Uhlandstraße saniert.

Einen Quantensprung in Sachen Barrierefreiheit könnte bis 2015 bei der U-Bahn stattfinden, wenn der neue Erste Bürgermeister, Olaf Scholz, SPD, seiner Ankündigung das versprochene Geld folgen lässt. Nicht weniger als 14 Haltestellen könnten dann, neben den beiden bereits vorgesehenen, mit Aufzügen und Bahnsteigteilerhöhung ausgestattet werden. Gute 19 Millionen Euro wollen hier sinnvoll investiert werden. Über den Stand der Dinge, sowie welche Stationen infrage kämen, informiert dieses [PDF].

Viel gebuddelt wird dieses Jahr auch auf und an den Busumsteigeanlagen Barmbek (HOCHBAHN) und Bergedorf (VHH). Der strenge Winter hat nicht nur oft den Verkehr lahmgelegt, sondern auch die Bauarbeiten, weshalb man etwas aus dem Plan ist. Bergedorf ist dabei etwas mehr aus dem Plan und damit ist nicht nur der Zeitplan gemeint. Erhoffter Eröffnungstermin: Mitte Mai 2011.

Auf der Verkehrsanlage Barmbek – die Arbeiten gehen bis 2014 – ist immerhin schon der U-Bahn-Bereich ziemlich weit, die neuen Aufzüge und der Zugang „Wiesendamm“ sind fertig. Für den S-Bahn-Bereich gilt dies nicht unbedingt, was nicht weiter verwundert, weil unsere lieben Freunde von der DB dafür zuständig sind. Die haben es bekanntlich nie so furchtbar eilig, man ist schließlich bei der Arbeit und nicht auf der Flucht.

Die sind nicht nur für das Schienennetz der S-Bahn zuständig, sondern unglücklicherweise auch für deren Stationen (genauer: DB Station&Services, gelegentlich schnoddrig mit Stuss abgekürzt). Da ist die Lage nicht einfach zu überblicken. Man fängt mal hier an, mal da und dann doch wieder dort – nur mit dem Fertigstellen hat es die DB S&S nicht so. Man baut halt so vor sich hin.

Aber immerhin, es passiert was, und das ist bei der S-Bahn stets ein beruhigendes Zeichen.
— Foto: Rycon

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metronom und andere fordern Stationsgebühren zurück

Bereits zu Jahreswechsel erhielt die DB Station&Service (DB S&S) vom metronom, der EVB und der Eurobahn unangenehme Post: Man fordert Stationsgebühren aus dem Jahre 2006 zurück. Das berichten die „Nahverkehrs Nachrichten“ unter Berufung auf die „Wirtschaftswoche“. Dabei geht es um rund einer halben Million Euro. Ob weitere Unternehmen Mahnbescheide ausgestellt haben, ist nicht bekannt.

Die DB S&S steht auch unter Beschuss der Bundesnetzagentur, die bereits am 10.12.2009 die Stationspreisliste – mit Wirkung ab 01.05.2010 – für ungültig erklärte. Die Agentur fordert von der DB S&S, „diskriminierungsfreie“ Preise festzulegen und diese vorzulegen.

Rund 5.400 Bahnhöfe werden von der DB Station&Service AG bewirtschaftet, die von dem jeweiligen Eisenbahnunternehmen Stationsgebühren kassiert. Beispielsweise muss der metronom für einen Halt in Lüneburg 19,25 Euro berappen, in Hamburg-Harburg 8,47 Euro und im beschaulichen Buchholz 7,62 Euro. (Nachtrag: Diese Preise beziehen sich auf einen bis zu 180 Meter langen Zug. Ab 180 Meter wird das doppelte berechnet.) Da kommt so einiges zusammen. Die Bundesnetzagentur kritisiert an der Preisgestaltung, das diese nicht transparent genug sei.

Bis zum 01.05.2010 muss die DB S&S nun neue Gebühren definieren – und mit dem Risiko leben, das hinterher eine ganze Batterie an privaten Bahnunternehmen tüchtige Rückforderungen anmelden werden. Da könnte dann auch der metronom wieder mitfordern – denn Stationsgebühren ab 2007 sind in dem Mahnbescheid noch gar nicht mit enthalten.
— OR

Modernisierung Thesdorf kann beginnen

Ebenso wie Halstenbek wird der benachbarte Haltepunkt Thesdorf einer Modernisierung unterzogen. Auch diese Station soll eine neue Treppe, Aufzug, Blindenleitsystem auf dem Bahnsteig und eine neue Beleuchtung erhalten. Während der Bauzeit soll es einen Behelfszugang geben. Man rechnet damit, die Arbeiten Sommer 2010 abschließen zu können.

Auch bei diesem Haltepunkt, bedient von der S3, kommt der Deutsche Bahn-Konzern äußerst günstig weg: Die veranschlagten Kosten von 950.000 Euro übernehmen Land und Bund, die DB steuert nur gute Worte bei. Jeder Halt eines Zuges kostet die S-Bahn ab Neujahr 1,96 Euro.
— OR; Bild: Jörg Klemme (Pixelio.de)

Halstenbek wird aufgehübscht und barrierefrei – DB kommt billig davon

Der in Schleswig-Holstein gelegene S3-Haltepunkt Halstenbek erfährt eine Modernisierung. Neben Malerarbeiten erhält der Bahnsteig neue Wetterschutzhäuschen und ein neues Blindenleitsystem; barrierefrei wird der Nordausgang, bei dem neben einer neuen Treppe auch ein Aufzug installiert werden soll. Auch die augenscheinlich marode Überdachung soll endlich – neben der Beleuchtung – erneuert werden. Sommer 2010 hofft man die Arbeiten abschließen zu können.

Die nicht zum eigentlich Bahnhof gehörende südliche Unterführung will die Stadt Halstenbek selbst sanieren. Wartende Fahrgäste dürfen sich auch über Kunst am Bau freuen: Das städtische Projekt „Bahnhofserwachen“ soll für den Bahnsteig Betonskulpturen und Mosaike beisteuern. Derzeit bemalt die Halstenbeker Gemeinschaftsschule Aluplatten, die für den Ausgang Hagenwisch vorgesehen sind.

Die Gesamtkosten werden von der DB mit 1.177.000 Euro angegeben; Schleswig-Holstein steuert 433.000 Euro bei und der Bund trägt rund 744.000 Euro der Kosten. Demnach entfällt auf die DB Station&Service, denen alle S-Bahnhöfe gehören, …nichts.

Da ist es nicht verwunderlich, das sich die DB Station&Service freut. In der Pressemitteilung lässt sich Ute Plambek, ihres Zeichens „Konzernbevollmächtigte der DB“, so zitieren:

„Dieses Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie gemeinsam die Attraktivität eines Bahnhofes verbessert werden kann.“

Da kann man nicht widersprechen: Ein gutes Beispiel dafür Bahnhöfe verkommen zu lassen und dann Land und Bund zur Kasse zu bitten. Und mit jeden Halt einer S-Bahn klingelt – wenn auch nur bescheiden – die Kasse, schließlich werden Stationsgebühren fällig. Nach der DB Station&Service-Preisliste ist S-Halstenbek der Kategorie 4 zugeordnet, der Halt eines Zuges kostet 1,92 Euro, ab 01.01.2010 werden dem Verkehrsunternehmen 1,96 Euro berechnet.
— OR; Bild: Sebastian scha. (Wikipedia)