Posts Tagged ‘Bundespolizei’

Hamburger Alltag (37)

Zeit: 06/2011, 21.10 Uhr; Ort: S Wandsbeker Chaussee; Linie: S1; Störung: —

Ein schwer besoffener Mann – 3,82 Promille wurden später gemessen – pinkelte vom Bahnsteig aus in den Gleisbereich. Der 31-Jährige schwankte und wankte bei seiner Notdurft erheblich. Schließlich kippte er völlig um und küsste dabei die Schienen, verfehlte die Stromschiene – 1.200 Volt Spannung – nur knapp. Er blieb zunächst regungslos im Gleisbett.

Der Triebfahrzeugführer einer einfahrenden S1 sah den Mann liegen und leitete eine Schnellbremsung ein. Der Zug kommt rechtzeitig zum stehen, der Betrunkene wird glücklicherweise nicht erfasst. Am Bahnsteig stehende Fahrgäste hüpften ins Gleisbett und retteten den Mann aus seiner misslichen Lage. Die für Eisenbahnanlagen zuständige Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen Verdacht auf gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr ein. ♦

Aktionen zum Thema Sicherheit

Die HOCHBAHN schickt erneut ihre Sicherheitsfachkräfte und sogenannte Stewardessen auf Reisen, um über Sicherheitseinrichtungen und ihrer Benutzung in Haltestellenanlagen und Fahrzeugen zu informieren. Eine solche Aktion wurde bereits im April durchgeführt.

Unterwegs sind die Teams jeweils zwischen 17 und 22 Uhr:

  • Dienstag, 29.06.2010: Hauptbahnhof Süd, -Nord, Berliner Tor und den Linien U1 und U2.
  • Mittwoch, 30.06.2010: Schlump, Wandsbek Markt, Mümmelmannsberg und den Linien U1 und U3.
  • Donnerstag, 01.07.2010: Lübecker Straße, Billstedt, Jungfernstieg und den Linien U3 und U2.

Über die Sicherheitseinrichtungen informiert auch ein sehr gut gemachter Flyer, den es als PDF zum herunterladen gibt.

Erneuter Schwerpunkteinsatz der Bundespolizei

Für Eisenbahnanlagen – darunter fällt auch die Hamburger S-Bahn – ist traditionell die Bundespolizei zuständig (für U-Bahn und Bus dagegen die Landespolizei). Die führte bereits zwischen Freitag den 18. bis Sonntag den 20.06.2010 mit 130 Beamten einen Schwerpunkteinsatz im S-Bahn-Bereich durch.

Bei 392 Leuten wurde die Identität festgestellt und 99 durchsucht. Dabei wurde unter anderem ein Gasrevolver, ein Messer sowie diverse Böller sichergestellt. 7 Personen wurden in Gewahrsam genommen, einer – durch Haftbefehl gesucht – festgenommen. Der Einsatz zeige, dass es „wieder ein hohes Aggressionspotenzial bei Jugendlichen und Heranwachsenden“ gab, aber immerhin: „Positiv wird auch die geringe Anzahl der sichergestellten Waffen bewertet.“.

Eine solche Aktion gab es bereits Ende Mai. Man will in unregelmäßigen Abständen weitere Schwerpunkteinsätze durchführen.
— OR

Kinder bewarfen S-Bahn-Zug mit Steinen

Am Samstag gegen 16 Uhr meldete die Notfall-Leitstelle der S-Bahn der Bundespolizei, dass ein S-Bahn-Zug mit Steinen in Wilhelmsburg beworfen wurde. Vier Seitenscheiben, verteilt auf vier Wagen, wurden dabei beschädigt. Die Bundespolizei rückte aus und suchte das Gebiet ab – und gabelte ein Mädchen und zwei Knaben (10, 10 und 12 Jahre alt) auf. Gegenüber den Beamten gaben die Knirpse ihre Heldentat zu.

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Die Bundespolizei weist hierbei auf eine Selbstverständlichkeit hin: Bahnanlagen sind keine Spielplätze.

Eingriffe in den Bahnverkehr sind keine Kinderstreiche; in diesem Fall müssen die Eltern bzw. die Kinder mit zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen der Deutschen Bahn AG rechnen.

Verletzt wurde offenbar glücklicherweise niemand. Ob und wie lange es im S-Bahn-Betrieb zu Störung kam, teilte die Bundespolizei nicht mit.
— OR; Fotos: © Bundespolizei

Bundespolizei führte Schwerpunkteinsätze bei der S-Bahn durch / HOCHBAHN-WACHE verstärkt auf Patrouille

Während für U-Bahn und Bus die Landespolizei zuständig ist, fallen alle Eisenbahnanlagen in den Verantwortungsbereich der Bundespolizei, früher Bundesgrenzschutz, so auch die S-Bahn. Dort führte die Bundespolizei vergangenes Wochenende (28.05. bis 30.05.2010) mit über 100 Beamten, teils in Zivil, zur „offensiven Gewaltprävention“ einen großangelegten Schwerpunkteinsatz durch.

Ergebnis des Einsatzes: Mehrere Messer und Pfefferspreys stellte die Bundespolizei sicher.

Zwar zählte die Bundespolizei 2009 in Hamburg 16 Prozent weniger Körperverletzungsdelikte (gesamt: 908 Vorfälle), musste aber feststellen, dass diese überwiegend durch betrunkene Jugendliche begangen werden, mit teilweise einer aggressiven Grundstimmung. Auch die neuerlich ausgebrochene Diskussion um die Sicherheit im Nahverkehr dürfte ein Grund für den Schwerpunkteinsatz gewesen sein.

Insgesamt wurden in Bahnhöfen, S-Bahn-Stationen und S-Bahn-Zügen 277 Personen kontrolliert, 88 durchsucht. 5 Messer und 2 Pfeffersprays wurden beschlagnahmt, 4 Personen in Gewahrsam und zwei festgenommen, einer davon mit Haftbefehl gesucht.

Jan-Christof Möller, Leiter der Bundespolizei Hamburg, stellt fest:

Auch bei dem durchgeführten Einsatz mussten meine Einsatzkräfte wieder ein hohes Aggressionspotenzial bei Jugendlichen und Heranwachsenden feststellen.

Er kündigte an, auch künftig in unregelmäßigen Abständen im großen Stil kontrollieren zu wollen.

Auch HOCHBAHN reagiert

Offenbar verstärkt auch die HOCHBAHN den Sicherheitsbereich. So fahren auf mehreren Buslinien Mitarbeiter der HOCHBAHN-Wache mit oder folgen dem Bus in einem Einsatzfahrzeug. Zurzeit scheinen die Zivilkontrollen des Fahrkartenprüfdienstes ausgesetzt zu sein, die Mitarbeiter sind stets uniformiert auf Patrouille. Bereits seit Mitte Februar werden die U-Bahn-Haltestellen St. Pauli, Hauptbahnhof, Wandsbek-Gartenstedt und Barmbek in den Abendstunden dauerhaft mit Sicherheitspersonal besetzt.

Die S-Bahn setzt seit Anfang des Jahres im durchgängigen Nachtverkehr auf mehr Sicherheitspersonal, so fährt in jedem S-Bahn-Zug zwischen 1 und 4 Uhr zwei Mann der DB-Sicherheit mit (im zweiten Wagen des Zuges); bereits ab 23 Uhr ist mehr Sicherheitspersonal im S-Bahn-Netz unterwegs.

Beide großen Hamburger Verkehrsunternehmen – S-Bahn und HOCHBAHN – haben bereits vor Monaten ihr Sicherheitspersonal aufgestockt. Dank der Videoaufzeichnung in Fahrzeugen und auf Anlagen konnten bei allen Vorfällen die Polizei die Täter meist sehr schnell ausfindig machen.
— OR; Foto: © Bundespolizei

Hamburger Alltag (21-29)

Freitag, 14.05.2010, gegen 21.30 Uhr: Ein 19-Jähriger wartet mit einem Begleiter (17) am S-Bahnhof Jungfernstieg auf die S1 Richtung Blankenese. Eine Fünfergruppe Jugendlicher kam mit der S-Bahn aus Richtung Altona an; die Gruppe verließ den Bahnsteig mit Ziel U2; auf den Weg dahin traf die Fünfergruppe auf den 19-Jährigen, ein kurzer, verbaler Streit entbrannte. Auf dem Bahnsteig der U2 provozierte die Fünfergruppe offenbar einen weiteren Streit mit einer Person. Nach diesem Vorfall ging die Gruppe wieder zum S-Bahnsteig, traf erneut auf den 19-Jährigen und seinen Begleiter. Einer aus der Gruppe stieß mit einem Messer mir-nichts-dir-nichts in den Oberkörper des 19-Jährigen; dieser und sein Begleiter schleppte sich noch auf den U2-Bahnsteig. Der 19-jährige brach dort zusammen und starb. Anhand der Videoaufzeichnung konnte die Polizei selbst die Täter identifizieren, diese wurden ein paar Tage später gestellt und teils festgenommen.

Samstag, 15.05.2010, gegen 5.40 Uhr: An der S-Bahnstation Reeperbahn kommt es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern. Der 23-Jährige verpasst einem 19-Jährigen eine Kopfnuss, und während dieser zu Boden geht und wehrlos ist, wird er mit Faustschlägen und Tritten belegt. Mitarbeiter der DB-Sicherheit verhindern die Flucht des 23-Jährigen. Das Opfer wird per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, der Täter wurde von der Bundespolizei festgenommen.

Donnerstag, 20.05.2010, gegen 7.45 Uhr: Mitten in der morgendlichen Hauptverkehrszeit wird in einem Bus der Linie 174 Richtung S Poppenbüttel ein Fahrgast auffällig. Die Busfahrerin informiert die Polizei, die den Mann auf der Busumsteigeanlage Poppenbüttel aus dem Fahrzeug holt. Die Polizeibeamten ziehen sich wieder zurück, während der Mann in einen anderen, wartenden Bus der Linie 178 hinten einsteigt. Nach der Abfahrt marschiert der Mann von hinten zum Busfahrer, schnauzte den Fahrer an („gib Gas!“) und schlug ihn – einfach so – mit der Faust ins Gesicht. Der Täter flieht, die Polizei kann ihn innerhalb weniger Minuten stellen. Währenddessen kümmert sich eine unbeteiligte Frau um den Busfahrer, der Prellungen im Gesicht erhielt. Der Täter wird von der Landespolizei festgenommen.

Freitag, 21.05.2010, kurz vor 6 Uhr: In einem metronom-Zug von Hamburg nach Bremen stellt die 38-jährige Zugbegleiterin fest, das eine Gruppe von vier jungen Männern (zwischen 16 und 20 Jahre alt) keine Fahrausweise haben, folglich von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. Die vier Männer reagierten umgehend aggressiv und unfassbar brutal. Einer der Männer zog seine Hose runter und belästigte die Zugbegleiterin sexuell; anschließend wurde ihr mehrfach ins Gesicht gespuckt. Mindestens einer der Täter schlug ihr mit der Faust wiederholt ins Gesicht, sie fiel hin. Auch noch am Boden liegend malträtierten sie das Opfer. In Lauenbrück entfernte sich die Gruppe aus dem Zug. Die Zugbegleiterin wird von Rettungskräften in Rotenburg versorgt, anschließend ins Krankenhaus gebracht; sie erlitt schwere Prellungen im Gesicht und einen traumatischen Schock.
Im Folgezug stieg die Tätergruppe wieder zu und wurde von metronom-Mitarbeitern erkannt. Um 7.30 Uhr wurden drei der Täter im Hauptbahnhof Bremen festgenommen.

Freitag, 21.05.2010, gegen 21 Uhr: In einer S1 zwischen Poppenbüttel und Wellingsbüttel rastet eine 45-Jährige Frau aus, sie beschimpfte andere Fahrgäste im Zug. Einem Fahrgast – ebenfalls 45 Jahre alt – verpasste die stark betrunkene Frau einen Faustschlag ins Gesicht und trat auf den Mann ein. Ein wenig später durchgeführter Atemalkoholtest ergab 2,55 Promille. Die Frau wurde von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen.

Samstag, 22.05.2010, gegen 21.30 Uhr: Am Hauptbahnhof trat ein 23-Jähriger gegen eine abfahrende S-Bahn. Der Betrunkene junge Mann – später wurden 1,92 Promille festgestellt – verlor dabei das Gleichgewicht und fiel auf dem Bahnsteig hin. Dabei geriet er mit einem Bein zwischen Bahnsteig und abfahrenden Zug; der S-Bahn-Triebfahrzeugführer leitete eine Notbremsung ein, der junge Mann kam noch einmal glimpflich davon. Die herbeigeholten Polizisten werden dafür von ihm beleidigt. Die Bundespolizei nimmt ihn in Gewahrsam.

Mittwoch, 26.05.2010, kurz vor 21 Uhr: Zwei Männer betreten einen Bus der Linie 26 Richtung Bf. Rahlstedt, sie streiten sich verbal. Zwei andere Fahrgäste gehen dazwischen und trennen die beiden. Der 26-jährige geht daraufhin ins Fahrzeugheck, setzt sich hin; holt seelenruhig Handschuhe aus seiner Tasche, zieht diese an und holt ein Messer hervor. Völlig ruhig steht er auf, marschiert zu seinem 33-Jährigen Kontrahenten und sticht diesem in den Rücken. Beherzt und mutig greifen wiederum Fahrgäste ins Geschehen ein, trennen die Beiden; der Täter schafft es zu flüchten. Die herbeigerufene Polizei trifft in nur zwei Minuten später am Einsatzort ein. Das Opfer wird in ein Krankenhaus eingeliefert, der Täter wird kurze Zeit später in der näheren Umgebung aufgebracht und festgenommen.

Samstag, 29.05.2010, Mitternacht: Am U-Bahnhof Niendorf Markt sitzt ein 40-Jähriger mit seiner Freundin auf einer Bank. Zwei junge Männer, vermutlich zwischen 20 und 30 Jahre alt, kommen auf das Paar zu und sprechen die Frau an. Es kommt zu einem Handgemenge, es artet schnell mit brutalen Schlägen und Tritten gegen den 40-Jährigen aus. Das Opfer schlägt mit dem Kopf auf den Boden auf, der 40-jährige Mann erleidet mehrere Schädelbrüche. Seine Freundin wird leicht verletzt, als sie ihm zu Hilfe kommt. Die Tatverdächtigen werden gefilmt, die Polizei leitet umgehend eine Fahndung ein.
— OR/BP/HS

Hamburger Alltag (18)

Ein Samstag, gegen Mitternacht: Zwei junge Frauen werden in einem Linienbus, der Richtung Veddel unterwegs ist, von einem 33jährigen, besoffenen Mann übel angemacht. Der Busfahrer schreitet ein und fordert den Mann auf aufzuhören, woraufhin Ruhe herrscht. Die jungen Frauen steigen in Veddel in die S3 Richtung Hauptbahnhof um, der Mann folgt ihnen und belästigt und beleidigt die Frauen in der S-Bahn erneut. Am Hauptbahnhof nehmen Bundespolizisten den Mann in Gewahrsam und stellen bei einem Atemalkoholtest zwei Promille fest. Der 33jährige verbrachte die Nacht in der Ausnüchterungszelle; ein Strafverfahren wurde eingeleitet.
— XP/BP