Editorial

Der öffentliche Personennahverkehr,

ÖPNV, wird von vielen, vielen tausend Menschen tagtäglich genutzt – und es werden erfreulicherweise immer mehr. Sei es aus finanziellen, ökologischen oder schlicht praktischen Gründen. Der Nahverkehr prägt und verbindet eine Stadt bzw. Region, er ist Teil des öffentlichen Raumes. Der HVV gehört beinahe schon zu Hamburg wie der Michel und was wären die Landungsbrücken, ohne die U-Bahn im Hintergrund?

Doch obwohl der ÖPNV ein wichtiger Teil der Stadt ist, hält sich das Interesse an den Hintergründen in sehr bescheidenen Grenzen. Die Presse widmet sich dem Thema höchstens dann, wenn irgendetwas schief läuft oder die Tarife erhöht werden.
Während es für Autofahrer unglaublich viele Zeitschriften, Fernsehmagazine oder Internetseiten gibt, sieht es für den Nahverkehr erschreckend dünn aus. Daher ist es auch wenig überraschend, das die allermeisten Fahrgäste wenig über die Hintergründe wissen und auf Spekulationen, die zu Vorurteilen führen, angewiesen sind.

Zwar gibt es für den Bereich Eisenbahn viele (nicht gerade günstige) Hochglanzmagazine, nur richten die sich auf die Zielgruppe der Modellbahner und/oder der Nostalgiger aus; Speziell die Technik wird bis zum letzten Schräubchen erklärt. Fairerweise muss man aber dazu sagen, daß es sonst praktisch keinen Werbemarkt für kommerzielle Zeitschriften gibt.

Jedenfalls sei die Behauptung erlaubt, daß sich der „gemeine Fahrgast“ herzlich wenig dafür interessiert, ob die S-Bahn nun auf 10, 20 oder 30 Achsen fährt. Von größerem Interesse sind Sauberkeit, Pünktlichkeit, der Komfort (bzw. Qualität) und nicht zuletzt der Preis. Aber auch: Was die Ursachen von Störungen und Verspätungen sind. Wo die Unterschiede der einzelnen Verkehrsmittel liegen. Wozu eine Stadtbahn nütze sein soll. Warum man nicht immer einen Waggon hinten am Zug anhängen kann oder warum eine Buslinie nicht von heute auf morgen auf Gelenkbusse umgestellt wird. – Alles berechtigte Fragen und wo die Antwort meist überraschend komplex ausfällt.

Der ÖPNV und die Zukunft

Die Klimadebatte und die absehbare Ölknappheit sorgen für eine prächtige Zukunft für den Nahverkehr. Doch selbst wenn diese Probleme gelöst sind – Stichwort Elektroauto – wird man auf einen gut ausgebauten Nahverkehr nicht verzichten können. Zum einen wegen des enormen Flächenverbrauchs, die der Autoverkehr verursacht und zum anderen wegen der Energieeffizienz. Auch ein Elektroauto wird nie so effizient mit dem kostbaren Gut Energie umgehen können, wie ein Bus oder eine Bahn. Der öffentliche Verkehr wird auch in der entfernten Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen – bis hin zur Science Fiction. Denn selbst beim Raumschiff Enterprise handelt es sich ja um nichts anderes, als um ein ordinäres Massentransportmittel.

BlogInfo

Herzlich Willkommen auf Rycon!

Dieses winzige, kleine Blog beschäftigt sich mit dem Nahverkehr der Metropolregion Hamburg, daher über die im HVV üblichen Verkehrsmittel U-, S-, A-, R-Bahn, Bus und Fähren.
Neben wirtschaftlichen, politischen, städtebaulichen, statistischen und technischen Dingen soll auch die Praxis angeschnitten werden. Dabei handelt es sich hier nicht um ein Fachblog; Es wird versucht, Fachbegriffe sparsam einzusetzen.

Auf technische Spezifikationen wird nur sehr grob eingegangen. Ob die Bremsanlage also von Knorr oder von Maggi ist, bleibt in diesem Blog hier Nebensache. Weitgehend verzichtet wird auf eine historische Betrachtungsweise, sofern es nicht für die Gegenwart relevant ist. Wer sich für Nahverkehr-/Eisenbahngeschichte interessiert, dem sei die Rubrik „Verweise“ ans Herz gelegt, wo qualitativ hochwertige Webseiten aufgeführt werden.
Hypothetische Themen, die sich arg weit von der Realität abspielen, wird man hier nicht vorfinden. Wer zu den Sternen reisen will, ist im „Star Trek“-Universum weitaus besser aufgehoben.

Ebenso wenig handelt es sich hier um ein „die Deutsche Bahn ist doof!“-Blog oder entsprechendes. Das heißt allerdings nicht, daß es keine Kritik geben soll – aber differenziert und bemüht objektiv zu bleiben (gelegentlich mit einem Schuss Humor). Ursachenforschung statt Pöbeleien. Praktische Kritik statt phantastische Ideen.
Einen journalistischen Anstrich hat dieses Blog hier nicht. Dafür wird gerne – und wo sinnvoll – auf Quellen verlinkt, was für den Leser die Nachprüfbarkeit erleichtert.

Nach und nach wird Rycon thematisch und inhaltlich erweitert (der ÖPNV bietet mehr Themen als man denkt). Dennoch: Der ganze Laden hier befindet sich in der Experimentierphase und die Welt wird hier auch nicht zum Guten verändert werden. Höchstens die Rechtschreibung. Trotzdem einen angenehmen Aufenthalt. ♦