Archive for the ‘Fundsache’ Category

Video: „Nachhaltiger Verkehr“

Diesmal geht’s um eher internationale Dinge, wobei man dies auch sehr gut ins regionale/lokale herunterbrechen kann. Der folgende Film geht netto knapp zehn Minuten und ist sehr erhellend, so dass ich es uneingeschränkt empfehlen kann.

Der Film wurde von ilikebigbutts77 bei YouTube hochgeladen, der dankbarerweise viele Folgen der arte-Sendung „Mit offenen Karten“ der Öffentlichkeit zugänglich macht. Als öffentlich-rechtlicher Sender ist arte dazu verpflichtet, Beiträge sieben Tage nach Ausstrahlung aus dem Internet zu entfernen.

An dieser Stelle möchte ich sehr auf diese Sendung, die ich seit vielen Jahren verinnerliche, hinweisen. Sie hat nichts mit dem Blogthema gemeinsam, sondern beschreibt geopolitische Sachverhalte. Äußerst neutral – und exzellent recherchiert. Anfangs, ich bin ja misstrauisch, recherchierte ich hinterher, ob die Aussagen stimmen. Sie taten es und inzwischen vertraue ich der Sendung bzw. deren Redaktion, 100 Prozent. Wer sich ganz sachlich, unaufgeregt und fundiert informieren will, ist bei dieser Sendung bestens aufgehoben.

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Mein kleines, liebes Tagebuch

Bin die freie Zeit dabei, Detailliertes über die Entwicklung der Dieselhybrid-Busse herauszubekommen. Außer viel Marketinggedöns ist da unsere HOCHBAHN nicht sonderlich auskunftsfreudig. Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter, da kann man ja in anderen Städten herumspionieren. Über den Tellerrand zu blicken kann bekanntlich nie schaden.

Dabei bin ich auf die Website des Münchener Verkehrsverbund (MVV) aufmerksam geworden. Entgegen unserem Hamburger Verkehrsverbund sind die auf ihrer Website beneidenswert informativ, stellen sämtliche Dokumente und Analysen online und haben sogar eine erkennbar eigene Meinung: Man müsse mal dieses und jenes ausbauen.

Einige willkürlich ausgesuchte Leckerbissen, und der Ton macht die Musik:

94 Prozent der Bürger im MVV-Gebiet erkennen das MVV-Logo sofort. 70 Prozent sagen wie aus der Pistole geschossen: das gehört zum Münchner Verkehrsverbund. Prima: Nur wenige Marken erreichen solche Ergebnisse.

Klar und deutlich die Eigenbeschreibung:

Seit 1996 ist der MVV als Aufgabenträgerverbund organisiert. Im Auftrag ihrer Gesellschafter leistet die MVV GmbH einen wichtigen Beitrag für die Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum München. Die Verbundgesellschaft ist in vier Fachbereiche organisiert. Hinzu kommt das Consulting.

… die Abteilung Konzeption, vor reichlich Infomaterial:

Alles mit Plan, alles im Plan

Im Unternehmensbereich Konzeption werden Ideen entworfen, vorangebracht und umgesetzt. Ideen für die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs in München, Ideen für fahrgastfreundliche Informationssysteme, Ideen für die Verzahnung mit dem privaten Verkehr. Ergebnisse sind dann beispielsweise elektronische Fahrpläne, der WoMo-Rechner, der P+R-Plan mit Echtzeitangaben, die Bahnhofsinformationen oder der regionale Nahverkehrsplan. Zudem gibt es eine enge Kooperation mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in größeren Verkehrsprojekten.

Ausbau der S-Bahn? Aber sicher, wenn es nach dem MVV geht:

Das S-Bahn-System im MVV wurde 1972 für täglich rund 250.000 Fahrgäste geplant. Zwischenzeitlich nutzen es rund 800.000 Reisende.
Täglich! Keine Frage, dass die Ausweitung des Angebots in Diskussion und Planung ist.

Marketing/Tarif ist natürlich ebenfalls an der Seite des interessierten Publikums.

Mal auf „Broschüren“ klicken, als Hauptthema „Verkehrs- und Marktforschung“ und als Unterthema „Marktanalyse“ wählen.

Huch!

Was kommt denn da als Erstes? „Der Busverkehr im Wettbewerb – Analyse der Ausschreibungen im RMV – MVV und HVV 2007“ [PDF].

Allerhand. Wenn ich also wissen möchte, wie die Erfahrungen (auch) des HVV bei diesem Thema sind, muss ich auf die Website der Münchener gehen und dort forschen.

Wie bitter wir Hamburger es doch in diesem Punkt haben. Bei uns heißt es: Schotten dicht, Klappe zu, Affe tot. Der hiesige Bürger erfährt nur aus der mit bahnbrechender Kompetenz gesegneten Presse irgendetwas über den Nahverkehr, den man mit Fahr- und Steuergeldern finanziert. Ob die Verantwortlichen aus ihrem Koma wachwerden? Oder ob der MVV vielleicht an die Stelle des…

Nein, das wäre jetzt gemein. ♦

Der Klebesong

Wir kleben morgen, wir kleben heut‘,
wir kleben wütend und erfreut,
wir kleben, ohne zu verzagen,
an allen sieben Wochentagen.

Wir kleben teils aus purer Lust,
mit Vorsatz teils, teils unbewusst.

Wir kleben gut und auch bedingt,
weil kleben immer Arbeit bringt.

Wir kleben resigniert und still,
wie jeder es so haben will.

Wir kleben, was man kleben kann,
und stehen dabei unseren Mann.

Wir kleben deshalb früh und spät
Alles, was zu kleben geht.

Wir kleben heut und jederzeit,
zum Denken bräuchten wir mehr Zeit.

Zeichen und Wunder

Ich hätte es nie für möglich gehalten, in diesem Blog jemals einen Artikel des „Hamburger Abendblatt“ uneingeschränkt empfehlen zu können. Doch es geschehen tatsächlich Zeichen und Wunder: In einem Leitartikel entdeckt Oliver Schirg, das die Hamburger immer mehr auf ein eigenes Auto verzichten und andere Wege der Mobilität beschreiten oder besser: Befahren. Gleich als Erstes heißt es:

Die Zahl der Hamburger, die das eigene Auto stehen lassen und stattdessen auf alternative Möglichkeiten umsteigen, wächst unaufhörlich. Ob Hochbahn, Carsharing oder StadtRad: Diese Unternehmungen vermelden alle seit Monaten einen zum Teil rasanten Zuwachs an Kundschaft.

Dazu passend wurde jetzt das Ergebnis einer Studie bekannt, wonach der Anteil der Einwohner mit eigenem Auto sinkt, je mehr Einwohner eine Stadt hat. Während in Millionenstädten wie Hamburg oder Berlin auf 1000 Einwohner 322 Fahrzeuge privat zugelassen sind, sind es in Städten mit weniger als einer halben Million Einwohnern 498.

Ein echtes Wunder, das jemand aus der Hamburger Presselandschaft diese Entwicklung endlich einmal zur Kenntnis nimmt. Im Ergebnis kommt Schirg zu dem Schluss zur Hamburger (Nah-) Verkehrspolitik:

Der schleppende Ausbau von Radwegen, der Verzicht auf die Stadtbahn, das Feigenblatt namens Busbeschleunigungsprogramm und nicht zuletzt die Tatsache, dass nicht die Stadtentwicklungs-, sondern die Wirtschaftsbehörde für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur verantwortlich ist, […]

Mit Beginn des neuen SPD-geführten Senats wurde die ÖPNV-Politik aus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) in die Wirtschaftsbehörde transferiert – und steht seitdem unter den Fittichen von Frank Horch. Der gilt zwar offiziell als parteilos, gehört aber einer anderen Großen und Einflussreichen, nicht demokratisch legitimierten, Hamburger Partei an: der hiesigen Handelskammer, dessen Präses er vor seinem neuen Posten war. Horch fiel schon vor zwei Jahren mit viel Propaganda gegen die Stadtbahn hier im Blog auf.

Gleiches gilt für das „Hamburger Abendblatt“. Wenn man will, könnte man aus dem aktuellen Leitartikel herauslesen, dass die eigene Berichterstattung in den letzten Jahren – mit dem scheuklappenmäßigen Blick auf das Auto – völlig an der Entwicklung vorbei ging.

Der „Abendblatt“-Artikel schließt mit den Worten:

Hamburgs Bürger sind schon viel weiter als die politisch Handelnden in den Amtsstuben.

…und der Journalisten in den Redaktionen der Hamburger Presselandschaft. ♦

Noch viel zutun

Aus einem Chat zwischen mir und einem Journalisten:

Rycon: sonst gibts eigentlich nicht viel zu berichten… außer vielleicht, das der „einstieg vorn“ im HVV sehr gut angenommen wird. der einzelfahrscheinverkauf bei den busfahrern muss enorm gestiegen sein, […da die Druckrollen weggehen wie warme semmeln…]

Journalist: das heisst, die hvv- busfahrer können die rollen nicht selbst auffüllen, […]? hab noch nicht so viel von der regelung mitgekriegt, weil ich meist mit der 4 und 5 fahre und die sind davon da ausgeschlossen…

Rycon: der HVV hat weder busse, noch busfahrer, da er ein VERBUND ist. die verkehrsunternehmen stemmen sowas. es gibt in im kassenmodul jeweils eine erstzrolle, wenn das fahrzeug bei der täglichen reigung/ergänzung von betriebsstoffen ist, wird – wenn nötig – eine ersatzrolle wieder nachgefüllt. und der bedarf ist seit montag richtig hochgegangen. :)

Journalist: dass der hvv gar keine busfahrer hat ist mir neu…die nennen sich ja auch immer hochbahnfahrer… […]

Autsch.

Mir scheint, dass es für so ein Blog noch viel zutun gibt.

Video: SauberBus-Premiere

Auf dem Areal Fischmarkt Hamburg-Altona fand am 17.08.2011 die Vorstellung der neusten Generation Brennstoffzellenbus statt. Ein Film berichtet, inklusive Ansprache des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz, über dieses Ereignis.

Hamburger Verkehrs… Verein?

Aus dem Mediendings „meedia“ (eingetütet als „Topstory“) vom 16.08.2011:

Es heißt Hamburger Verkehrsverbund (was man dort noch vor ein paar Tagen noch wusste) und der HVV ist kein Verkehrsbetrieb. Sondern ein Verbund.

Deshalb heißt er ja auch so. ♦
— Abbildung: meedia.de vom 16.08.2011