Mein kleines, liebes Tagebuch

Bin die freie Zeit dabei, Detailliertes über die Entwicklung der Dieselhybrid-Busse herauszubekommen. Außer viel Marketinggedöns ist da unsere HOCHBAHN nicht sonderlich auskunftsfreudig. Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter, da kann man ja in anderen Städten herumspionieren. Über den Tellerrand zu blicken kann bekanntlich nie schaden.

Dabei bin ich auf die Website des Münchener Verkehrsverbund (MVV) aufmerksam geworden. Entgegen unserem Hamburger Verkehrsverbund sind die auf ihrer Website beneidenswert informativ, stellen sämtliche Dokumente und Analysen online und haben sogar eine erkennbar eigene Meinung: Man müsse mal dieses und jenes ausbauen.

Einige willkürlich ausgesuchte Leckerbissen, und der Ton macht die Musik:

94 Prozent der Bürger im MVV-Gebiet erkennen das MVV-Logo sofort. 70 Prozent sagen wie aus der Pistole geschossen: das gehört zum Münchner Verkehrsverbund. Prima: Nur wenige Marken erreichen solche Ergebnisse.

Klar und deutlich die Eigenbeschreibung:

Seit 1996 ist der MVV als Aufgabenträgerverbund organisiert. Im Auftrag ihrer Gesellschafter leistet die MVV GmbH einen wichtigen Beitrag für die Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum München. Die Verbundgesellschaft ist in vier Fachbereiche organisiert. Hinzu kommt das Consulting.

… die Abteilung Konzeption, vor reichlich Infomaterial:

Alles mit Plan, alles im Plan

Im Unternehmensbereich Konzeption werden Ideen entworfen, vorangebracht und umgesetzt. Ideen für die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs in München, Ideen für fahrgastfreundliche Informationssysteme, Ideen für die Verzahnung mit dem privaten Verkehr. Ergebnisse sind dann beispielsweise elektronische Fahrpläne, der WoMo-Rechner, der P+R-Plan mit Echtzeitangaben, die Bahnhofsinformationen oder der regionale Nahverkehrsplan. Zudem gibt es eine enge Kooperation mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in größeren Verkehrsprojekten.

Ausbau der S-Bahn? Aber sicher, wenn es nach dem MVV geht:

Das S-Bahn-System im MVV wurde 1972 für täglich rund 250.000 Fahrgäste geplant. Zwischenzeitlich nutzen es rund 800.000 Reisende.
Täglich! Keine Frage, dass die Ausweitung des Angebots in Diskussion und Planung ist.

Marketing/Tarif ist natürlich ebenfalls an der Seite des interessierten Publikums.

Mal auf „Broschüren“ klicken, als Hauptthema „Verkehrs- und Marktforschung“ und als Unterthema „Marktanalyse“ wählen.

Huch!

Was kommt denn da als Erstes? „Der Busverkehr im Wettbewerb – Analyse der Ausschreibungen im RMV – MVV und HVV 2007“ [PDF].

Allerhand. Wenn ich also wissen möchte, wie die Erfahrungen (auch) des HVV bei diesem Thema sind, muss ich auf die Website der Münchener gehen und dort forschen.

Wie bitter wir Hamburger es doch in diesem Punkt haben. Bei uns heißt es: Schotten dicht, Klappe zu, Affe tot. Der hiesige Bürger erfährt nur aus der mit bahnbrechender Kompetenz gesegneten Presse irgendetwas über den Nahverkehr, den man mit Fahr- und Steuergeldern finanziert. Ob die Verantwortlichen aus ihrem Koma wachwerden? Oder ob der MVV vielleicht an die Stelle des…

Nein, das wäre jetzt gemein. ♦

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