Ab 1. September: HVV, die alkoholfreie Zone


Heute lud der HVV die Meute Journalisten zu einer Konferenz, um die Einführung des Alkoholkonsumverbots (AKV) detailliert vorzustellen. Ich konnte zwar leider nicht teilnehmen, man muss zwischendurch ja seine Brötchen verdienen, aber die Pressemitteilung lässt keine Fragen offen.

In Anlagen und Fahrzeugen gibt es – natürlich – entsprechende Piktogramme, die dauerhaft auf das AKV hinweisen.

Wie bereits bekannt, wird am 01.09.2011 der Hamburger Nahverkehr trockengelegt. Sowohl der Konsum als auch das Mitführen von offenen und nicht wieder verschließbaren Behältnissen mit prozentigem Inhalt ist dann untersagt. Abweichend vom metronom erstreckt sich das Verbot auch auf die Bahnsteige der Schnellbahnen, genauer: den Fahrkartenpflichtigen Bereichen. Anlagen, die in der Obhut der Verkehrsunternehmen sind und auf denen sie Hausrecht besitzen, zählen mit zur Zone. (Das sind interessanterweise nicht alle Anlagen.)

Ausgenommen sind lediglich die R-Bahnen der DB Regio, Nord-Ostsee-Bahn und der Nordbahn, da diese von/nach Schleswig-Holstein fahren. Das nördlichste Bundesland macht bei dieser Geschichte nicht mit. Ferner darf auf den Hadag-Fähren weiterhin der Sektkorken knallen.

Durchgesetzt wird die alkoholfreie Zone ausschließlich von den Sicherheitsdiensten, die um ihre zusätzlichen Pflichten wahrlich nicht zu beneiden sind. Bis 30.09.2011 erteilen sie Standpauken, ab 01.10.2011 kann es dann teuer werden: 40 Euro Vertragsstrafe muss der konsumfreudige Fahrgast dann lockermachen. Den Sicherheitsmitarbeitern wird jedoch Ermessensspielraum zugestanden, damit sie je nach Situation reagieren können. Das Fahrpersonal kann zwar Verwarnen, ist für die Durchsetzung logischerweise aber nicht zuständig.

Der HVV begründet das Verbot übrigens nicht mit Sicherheitsbedenken, sondern damit, das bei einer Umfrage 86 % der Kunden sich für ein solches Verbot ausgesprochen hätten. Die ihrerseits, das darf man wohl annehmen, wurden von hyperventilierenden Innenministern und hysterischer Presse scharfgemacht.

Bereits betrunkene Leute werden auch weiterhin befördert.

Öffentlichkeitsarbeit

Damit auch niemand später sagen kann, er hätte von all dem nichts gewusst, wird ordentlich für die alkoholfreie Zone getrommelt. An den Schnellbahnstationen erfolgen Durchsagen und die Zugzielanzeiger machen ebenfalls darauf aufmerksam. Begleitet wird die Sache mit einer HVV-Typischen, originellen Plakataktion.

Dieses Motiv kommt in den Vitrinen der Schnellbahnstationen zum Einsatz.

Im Postkartenformat kommt diese Kundeninformation daher.

Spannend wird es am 30. September, wenn die Verwarnphase ausläuft. Auf der Datenkrake Facebook tummeln sich Leute um ein „Abschiedstrinken“ zu organisieren. Die Hamburger Presse hat es sich nicht nehmen lassen, kräftig die Werbetrommel für dieses Vorhaben zu rühren. ♦
— Bildmaterial: HVV

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s