Betriebsstörung + Tipp

Störungen sind bei Massenverkehrsmittel immer sehr lästig, aber nie ganz auszuschließen (außer in einer perfekten Welt). Selbst bei U-Bahnen, die losgelöst vom anderen Verkehr fahren, was zu weniger Störeinflüssen führt, ist man vor Problemen & Pannen nicht gefeit.

Die Bandbreite an möglichen Störungen ist enorm. Manchmal versagt schlicht die Technik, Stichwort Türen. Manchmal nehmen Schwarzfahrer Reißaus und laufen über die Bahnanlagen – törichterweise, ist doch eine 750 V-Stromschiene in Bodennähe installiert – was zu einer Sperrung führt. Die Leistungserschleicher sollen zwar mit einer Strafe von 40 Euro zur Verantwortung gezogen werden, aber deshalb muss man sie ja nicht gleich Grillen.

Kippt ein Kunde um, was bei Massenverkehrsmittel immer mal wieder vorkommt, wird ebenfalls eine Sperrung fällig; es ist den Rettungskräften nicht zuzumuten, ihren Job mitten auf dem Bahnsteig nachzukommen, während um sie herum Hunderte von Menschen herumwuseln (und glotzen).

Und dann gibt es die verklausulierten „Personenunfälle“ (PU), womit meist Selbsttötungen gemeint sind. Übrigens gibt es zwischen Betreiber und Presse dahingehend ein Gentlemen’s Agreement, über solche Vorfälle nicht zu berichten, um niemanden auf dumme Gedanken zu bringen*. Sie kommen aber leider nicht selten vor. Gelegentlich untersagt die Polizei die Bedienung einer Station, weil diese gerade auf der Suche nach einem Straftäter ist – was nicht unbedingt etwas mit dem Nahverkehr zutun hat. Ein Banküberfall kann sich somit auch auf die Zuverlässigkeit der Schnellbahnen auswirken.

Wenn es zu Bahnsteigdurchsagen kommt, werden solche – und weitere – Ereignisse als Polizei- oder Feuerwehreinsatz bezeichnet, was ja auch richtig ist. Viele Fahrgäste meinen nun zu wissen, dass es sich um „Ausreden“ handelt, besonders bei der Deutschen Bahn.

Das ist Quatsch. Je größer und flächiger ein Netz ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit für derartige Ereignisse. Sie kommen schlicht täglich vor.

Tipp

Wartend am Bahnsteig zeigt der Zugzielanzeiger in 20 Minuten an – obwohl doch eigentlich ein 5-Minuten-Takt um diese Uhrzeit üblich ist. Klar, das alle sich in den ersten Zug quetschen, der am Bahnsteig eintrudelt.

Dieser erste Zug hat somit nicht nur eine extrem hohe Besetzung („voll“), sondern der Fahrgastwechsel dauert sehr lange und bequem ist das alles nicht. Gerade bei der U-Bahn sollte man noch ungefähr zwei Minuten Zeit mitbringen, wenn möglich, denn der nächste Zug steht quasi schon vor der Station. Dort herrschen schon ganz andere, zivilere Umstände. Oft kommt dichtgefolgt ein dritter Zug, der meistens mit einer Sitzplatzgarantie einfährt.

Bei Störungen gibt es schlicht einen Stau – der erste Zug ist brechend voll, der zweite solala, der dritte Zug ist leer. Bei einer Verspätung kommt es meist nicht mehr auf zwei Minuten an. Daher der Tipp, nicht gleich in den ersten einfahrenden Zug sich hineinzuquetschen, lieber etwas abwarten. Dadurch verkürzen sich übrigens auch die Stationsaufenthalte, wenngleich die dicht aufeinanderfahrenden Züge auflaufen.

Verkürzt sich beim ersten Zug der Fahrgastwechsel, normalisiert sich die ganze Linie (in der jeweiligen Richtung). Dadurch kommen alle schneller an ihr Ziel. ♦


*) Wer sich in einer Lebenskrise befindet, muss nicht vor dem Zug springen und dessen Fahrer/in einem traumatischen Erlebnis aussetzen. Es hilft immer, sich jemanden anzuvertrauen. Anonym, kostenlos und kompetent steht die TelefonSeelsorge jederzeit unter 0800 – 111 0 111 bereit. Mag man sich nicht verbal äußern, stehen E-Mail, Chat und SMS zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.telefonseelsorge.de. Das Leben ist viel zu kostbar, um es leichtfertig zu riskieren.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s