HVV – von Rekord zu Rekord

Wirtschaftskrisen, Sicherheitsdebatte, Diskussionen um den Ausbau, knickrige Politiker – all das kann den Hamburger Verkehrsverbund, HVV, nicht wirklich beeindrucken. Heute präsentierte der HVV auf seiner Jahrespressekonferenz zum wiederholten Male sehr gesunde Zahlen.

Erneut ist ein Rekord auszuweisen, so wurden 676,3 Millionen Personenfahrten ermittelt – ein saftiges Plus von 3,1. Ergo wurde 20,2 Millionen mal öfter eines der im HVV zusammengeschlossenen Verkehrsmittel genutzt. Die Entwicklung der vergangenen 12 Jahre ist beeindruckend.

Im Berichtszeitraum konnten 617,0 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen generiert werden, ein Plus von 4,8 % (+ 28,4 Millionen Euro), 8 Millionen Euro davon aus der (leider ebenfalls saftigen) Tarifanhebung Anfang dieses Jahres. Ohne Tarifanhebung hätte das Plus 3,5 % betragen.

Steigerungen

In den letzten 5 Jahren stiegen die Personenfahrten um 16,5 %, im Zeitraum von 10 Jahren (2000 bis 2010) sogar um 37 %.

Der Verbund macht darauf aufmerksam, dass solche Steigerungen kaum noch durch vorhandene Kapazitäten abgefangen werden können. Erweiterungen wie die S-Bahn nach Stade und zum Flughafen zeigten, das Investitionen sehr gut ankommen, so übertrafen beide Erweiterungen die Prognosen.

Vertrieb & Qualität

Als Verkehrsverbund obliegt dem HVV insbesondere die Vermarktung und dem Vertrieb von Tickets. Mit den relativ neuen Angeboten Handyticket und diverse Apps für Smartphones (iPhone, Android, Blackberry soll bald folgen) und der Fahrkarte zum Selberdrucken (für Firmen soll hierfür eine eigene Plattform initiiert werden) sieht man sich gut aufgestellt. In diesem Jahr soll mit dem Pilotversuch in Harburg das E-Ticket – einer elektronischen Kundenkarte im handlichen Format, das von der Wiege bis zur Bahre genutzt werden kann – gestartet werden.

3,7 % mehr Zeitkarten („Monatskarten“ und ihre Derivate) und erstaunliche 6 % mehr Einzel- und Tageskarten konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr abgesetzt werden.

Ebenfalls zufrieden zeigt man sich mit der Bonus/Malus-Regelung, den Qualitätssteuerungsverfahren. Verkehrsunternehmen mit ermittelter schlechter Leistung müssen einen Malus zahlen, aus dessen Topf können andere, positiv abschneidende Unternehmen einen Bonus bekommen. Insgesamt war der Bonus höher als der Malus. Jedoch decken sich oft die subjektiven, eigenen Erfahrungen nicht mit den objektiv ermittelten Werten.

Ausblick

Wie im letzten Jahr schon, ist der HVV auch diesesmal sehr vorsichtig beim Ausblick: gut 1 % dürften die Personenfahrten 2012 steigen. ♦
— Tabelle: Rycon

One response to this post.

  1. Posted by Mitropa1 on 23.06.2011 at 08.39

    Interessant wäre, wie sich dieser Fahrgastzuwachs zwischen Straße und Schiene aufteilt. Denn dass neue Schienenstrecken die Attraktivität des ÖPNV erhöhen ist unstrittig, und dass auch auf vorhandenen Bahnen Zunahmen zu verzeichnen sind ebenso. Beim Busverkehr ist es vielfach nicht so, es sei denn das Vorwärtskommen mit dem PKW oder gar dessen Abstellung am Ziel ist schwierig. Vielfach sind die Parkgebühren so hoch, dass sich eine Monatskarte dicke lohnt. Und die Politik erklrät das dann als Erfolg der Politik und legt ihre Hände in den Schoß statt den ÖPNV auszubauen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s