Frisch geklebt: Sitz verschmutzt & Türbereich freimachen

In den Bussen herrscht wahrlich kein Mangel an allerlei Hinweis-Aufklebern mit teils knuffigen Piktogrammen. Zwei Neue sind bei der HOCHBAHN nun dazugekommen: Einen Hinweis für Tür III und einen temporären für verschmutzte Sitze.

Der Letztere kommt dann zum Einsatz, wenn ein Fahrgast irgendetwas über einen Sitz verschüttet hat und dieser folglich nicht mehr benutzbar ist. Sofern es sich nicht um etwas Heftiges handelt – z.B. Erbrochenem –, bleibt das Fahrzeug bis zur turnusmäßigen Reinigung im Dienst. Die Fahrer wurden mit entsprechenden Aufklebern ausgestattet.

Dagegen ist der folgende Aufkleber dauerhafter Natur, er macht nämlich auf ein dauerhaftes Problem aufmerksam:

Gestern Nacht/heute Morgen wurden an Tür III in Gelenkbussen der HOCHBAHN dieser Aufkleber an der Trennscheibe angebracht.

Gelenkbusse – zu erkennen an der „Ziehharmonika“ – haben mindestens drei Türen. Die Ersten beiden können vom Busfahrer auf- bzw. zugemacht werden, jedoch nicht die dritte Tür. Der Fahrer hat hier nur die Möglichkeit Tür III „freizugeben“, der Fahrgast selber öffnet sie durch außen wie innen angebrachte Taster.

Drei Türen, zwei Taster, ein Leuchtmelder: Lediglich Tür I und II kann der Fahrer selbst steuern. Etwas schlecht zu erkennen: Beim dritten roten Punkt handelt es sich nur um einen Leuchtmelder, nicht um einen Taster. Tür III wird per Automatik geschlossen.

Ist der Fahrgastwechsel beendet, schließt der Fahrer meist nur Tür I. Für Tür II und III wird die Freigabe zurückgenommen. Ab jetzt übernimmt die Elektronik. Meldet die Lichtschranke, dass sich kein Mensch mehr im Türbereich befindet, schließen die Türen automatisch.

Stellt die Lichtschranke dagegen fest „huch, da ist noch jemand im Türbereich“, fängt es an zu piepen und eine orange Leuchte blinkt. Trotzdem bleiben viele Leute wie angewurzelt stehen.

Türen gehen nicht zu – und die Fahrt geht nicht weiter

Erst wenn der Fahrer per Durchsage (ggf. ein paarmal) auffordert, den Türbereich freizumachen, geht es weiter. Jeder kann sich ausmalen, dass der Fahrplan nichts mehr Wert ist, wenn diese Prozedur an sämtlichen Haltestellen durchgenudelt wird. Auch das Herz des Fahrers fängt irgendwann an unregelmäßig zu schlagen, wenn er oder sie zum 20. mal an einem Tag sich die Stimme heiser durchgesagt hat.

Die hinteren Türen (alles ab Tür II) eines Busses sind vom Fahrer aus weder mit dem Innen- noch mit dem Außenspiegel einsehbar. Deshalb wird Tür III nicht per Hand, sondern von einer Elektronik gesteuert. Bei neueren Gelenkbussen der VHH PVG-Gruppe ist eine Videoanlage eingebaut und Bildschirme über dem Fahrer angebracht; dort kann Tür III (und, wenn vorhanden, Tür IV) von Hand geschlossen werden. Diese Anlage ist jedoch nicht ganz billig.

Voll besetzt: was zu tun ist

Fies ist es natürlich, wenn der Bus voll besetzt ist und die letzten Fahrgäste kein Plätzchen mehr bekommen. Sie haben dann die Arschkarte gezogen und können nicht mehr mitgenommen werden. Es bringt dann niemanden etwas, sich reinzuquetschen; geht Tür III nicht ordnungsgemäß zu, geht die Fahrt für niemanden weiter. Ärgerlich, aber so ist es halt. Sicherheit hat Vorrang.

Da hier auch einige Busfahrer mitlesen, eine kleine Bitte: Auch wenn der Plan zwickt und die Nerven blankliegen, sollte trotzdem eine Besetztmeldung an die Leitstelle erfolgen. Die Besetztmeldungen werden nicht in die Tonne getreten, sondern erfasst und ausgewertet. Hierdurch ist es den entsprechenden Stellen möglich, entweder kurzfristig oder beim nächsten Fahrplanwechsel die Leistung anzupassen. Je mehr Besetztmeldungen auf dem Tisch liegen, umso besser.

Fahrgästen können ebenfalls etwas tun, nämlich den Verkehrsunternehmen oder dem HVV per E-Mail hinweise geben (bitte im freundlichen Ton, da arbeiten auch nur Menschen). Entsprechende Internetformulare gibt’s hier: HVV, HOCHBAHN, VHH PVG.

Die Beantwortung dauert manchmal etwas und es gibt teilweise nur eine Standardantwort. In Anbetracht der Menge sollte man dies nicht allzu krummnehmen. Wichtig ist, dass solche Meldungen erfasst und ausgewertet werden, was der Fall ist. ♦
— Fotos: Rycon

One response to this post.

  1. Posted by s. on 22.08.2011 at 17.12

    Ich bin einer der „mitlesenden Busfahrer“ und kann nur bestätigen, was hier erklärt wird. Leider „bemerken“ es die Fahrgäste nicht, dass sich die dritte oder auch vierte Tür beim Schließversuch ständig wieder öffnet und man muß bei stark frequentierten Linien tatsächlich häufiger darauf hinweisen, die Türen freizumachen. Dies jedoch teilweise nicht aus Platzmangel sonder aus diversen anderen Gründen: Ich fahre ja nur 1, 2, 3, 4, … Stationen und bleibe gleich an der Tür stehen; es passt doch bestimmt auch noch ein vierter Kinderwagen hinein…

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