HVV-Tarife sollen teurer werden

Das „Hamburger Abendblatt“ will erfahren haben, das der HVV einen Antrag auf Fahrpreiserhöhung bei der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, BSU, gestellt habe. Im Schnitt sollen sich die Fahrpreise um 3,2 Prozent verteuern.

Die für Januar 2011 vorgesehene Tarifanhebung muss von politischer Seite durchgewunken werden, selbstständig kann der HVV die Preise nicht festsetzen. Dieses Jahr dürfte dies allerdings eher eine Formsache sein. Nach einem Bericht des NDR bewertete die Behörde die Erhöhung als notwendig.

Bei der Regierungserklärung am 16.06.2010 kündigte der damalige Erste Bürgermeister Ole von Beust, CDU, an, dass 50 Millionen Euro die städtischen Betriebe zur Haushaltssanierung beitragen sollen. Hierzu gehören auch alle in der HGV angedockten Verkehrsunternehmen wie HOCHBAHN, VHH PVG und so weiter.

Beinahe alle Verkehrsbetriebe haben ihre Rationalisierungsmöglichkeiten nahezu vollständig gehoben. Ein Zurückfahren der Leistung erscheint aufgrund der hohen Fahrgastzahlen nahezu undurchführbar, es ist durch den hohen Andrang sogar mit einer Ausweitung des Angebots zu rechnen. Insbesondere im personalintensiven Busbetrieb sind Leistungsausweitungen vorgesehen. Um mehr Geld in die Kasse zu holen, bleibt daher nur der Weg, das Angebot zu verteuern.

Mit der Stadtbahn oder der S4 hat die gedachte Fahrpreiserhöhung übrigens nichts zutun. Beide Projekte sind noch nicht einmal im Planfeststellungsverfahren, geschweige denn, dass etwas gebaut wird. Selbst wenn, der Großteil der Investitionen kommt aus Bundes- und Landesmittel, lediglich für den Betriebshof und die Fahrzeuge muss letztlich der Fahrgast aufkommen – wie schon die letzten Jahrzehnte auch. Und Betriebskosten fallen logischerweise nicht an, denn was nicht fährt, kann ja auch schlecht was kosten. Planungskosten der Stadtbahn übernimmt die Stadt Hamburg, nicht der Fahrgast; und die Machbarkeitsstudie zur S4 wurde von der Bahn aus eigener Tasche bezahlt. Und, nicht zuletzt, von der Tariferhöhung profitieren alle im Verbund agierenden Verkehrsunternehmen.

Zurzeit lässt sich daher festhalten, dass die kommende Tariferhöhung unter dem Credo der Haushaltssanierung der Hansestadt läuft. ♦
— Foto: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

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