Ergänzung zum „autofreien Sonntag“

In dem Beitrag „`Autofreier Sonntag´ mit HVV-Freifahrt gestrichen“ ging es, das kam wohl nicht so rüber, nicht um den Sinn oder Unsinn der Aktion.

Es ging darum, mit welch gottgegebener Selbstverständlichkeit die freiwerdenden Mittel in den Straßenbau fließen mögen – und nicht etwa zur Haushaltssanierung, dem Bau von Kinderspielplätzen oder dem Päppeln des (klimaschonenden) Nahverkehrs verwendet werden sollen. Ob es eine gute oder schlechte Entscheidung ist, sich nur auf einen „Klimatag“ zu konzentrieren, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Über den Erfolg gibt es keine belastbaren Beweise, jedoch Hinweise. Die vom HVV durchgeführten Aktionen – zuletzt mit der schönen Idee der „Führerschein-Tauschaktion“ – stießen offenbar auf große Resonanz. Auch die Verkehrsmittel wurden rege genutzt und scheinbar deutlich stärker, als zu gewöhnlichen Sonntagen.

Bliebe noch die Frage, die Markus Merz in den Kommentaren stellte, ob etwas dagegen spräche, dass der HVV nicht selbst kostenfreie Schnuppertage anböte. Die Gesellschafter des HVV – und damit die Geldgeber – sind die Stadt Hamburg sowie die im Verbundraum erschlossenen Landkreise. Um die Fahrgeldausfälle zu kompensieren, müssten die Gesellschafter zur Kasse gebeten werden, was die nicht machen werden. Außerdem ist der HVV dafür nicht gebaut worden. Will man im Gesamtbereich eine Freifahrt anbieten, gäbe es nur die Möglichkeit, das alle 33 im Verbundraum operierenden Verkehrsunternehmen sich kurzschließen und ihre Leistung jeweils auf eigene Tasche erbringen. Da die jedoch teilweise knöchel- bis knietief in den roten Zahlen stecken und die Politik von ihnen fordert, ihre Verluste zu minimieren, wird auch das nicht funktionieren.

Die kostenlose Benutzung des öffentlichen Verkehrs war im Rahmen des „Klimatag“ eine flankierende Maßnahme. Für sich alleine genommen dürfte der Werbeeffekt eher gering sein.
— OR

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