S-Bahn so erfolgreich wie noch nie


Nach HVV und HOCHBAHN präsentiert nun die DB-Tochter S-Bahn-Hamburg GmbH sehr gesunde Zahlen für das vergangene Jahr. So durfte man 210 Millionen Menschen in den S-Bahn-Zügen begrüßen, werktäglich 700.000 Zugreisende. In Prozenten beförderte man von 2007 auf 2009 beachtliche 11 Prozent mehr. Nach eigenen Angaben war die Hamburger S-Bahn in ihrer Geschichte noch nie so erfolgreich wie 2009.

Hierbei machen sich besonders die Streckenerweiterungen sehr positiv bemerkbar. Die nach jahrzehntelangen Gerangel endlich eröffnete Flughafen-S-Bahn nutzten im ersten Halbjahr 2010 wieder 15 Prozent mehr Menschen. Neben Fluggästen steigen auch viele Beschäftigte des Flughafens in die Züge. In ganzen Zahlen wurden zwischen Ohlsdorf und Flughafen gut 4,1 Millionen Ein-/Aussteiger erfasst.

Stärkste Linie ist die S3 zwischen Pinneberg und Stade mit gut 320.000 täglichen Nutzern. Insbesondere die Erweiterung nach Stade hat viele neue Kunden angelockt. Das zeigt ganz wunderbar, wie erfolgreich Investitionen in das Schnellbahnnetz sein können. Zwischen Hauptbahnhof und Harburg will man das Angebot verstärken, da hier – Kehrseite der Medaille – langsam aber sicher die Kapazität nicht mehr ausreicht.

Kay Uwe Arnecke, Sprecher der Geschäftsführung S-Bahn Hamburg, plauderte gegenüber der „BILD“-Zeitung etwas über eine S32, die als „neue S-Bahn-Linie“ bezeichnet wurde. Nach den bisherigen Informationen stellt diese jedoch nur eine Verstärkung bereits bestehender Linien dar. Man wird sehen, was die S-Bahner da ausbrüten.

Die DB-Presseabteilung schwärmt:

Neben der positiven Fahrgastentwicklung konnte trotz des strengen Winters die Pünktlichkeit der S-Bahnen weiter gesteigert werden. So sind vom Jahresanfang gerechnet 94,5 Prozent aller S-Bahnen pünktlich gewesen.

Formal ist das richtig, jedoch fielen im Winter (und vor Jahreswechsel) zahlreiche Züge respektive die Verstärkerlinien S11 und S2 schlicht aus – und nicht verkehrende Züge können sich praktischerweise auch nicht verspäten. Da zahlreiche Triebzüge ihren Geist aufgaben, fuhren statt Voll- (6 Wagen) oft nur Kurzzüge (3 Wagen) über die Gleise, was effektiv eine Verschlechterung des Platzangebots bedeutet. Nicht zu vergessen: Verspätungen von unter drei Minuten werden als pünktlich eingestuft; und die Messung erfolgt nur an der Endhaltestelle. Kann der Triebfahrzeugführer irgendwie eine 4-Minütige Verspätung aufholen, gilt die ganze Fahrt als pünktlich absolviert. Immerhin robbt man sich an die vom HVV geforderte Pünktlichkeitsquote von 94,7 % heran.

Nahverkehrsbilanz 2009, weiteres auf Rycon:

— OR/XP; Bild, Tabelle: Rycon

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2 responses to this post.

  1. Posted by Falondriel on 19.07.2010 at 23.07

    An einer Endhaltestelle wie z.B. Poppenbüttel beträgt die Übergangszeit zwischen der S-Bahn und den meisten Bussen nur 3 Minuten: Ich frage mich, wie man auf die absurde Idee kommen kann, eine in diesem Bahnhof mit 3 Minuten Verspätung eintreffende S-Bahn als „pünktlich“ zu bezeichnen.
    Man muss leider zur Kenntnis nehmen: Die S-Bahn-Hamburg fraglos an Werbung, nicht aber unbedingt an möglichst objektiver Qualitätsmessung interessiert.

  2. Posted by Rycon on 20.07.2010 at 12.35

    Hallo Falondriel,

    die 3-Minuten-Regel gilt für alle Verkehrsmittel im HVV (und auch im DB Fernverkehr). Irgendeine Grenze muss man ziehen; individuell für jede Linie und jede Station mit Berücksichtigung auf Umsteigevorgänge sind in einem derart hochkomplexen Netz nicht handhabbar.

    Die Qualitätsmessung wird übergreifend vom HVV durchgeführt, da dieser auch die Bonus/Malus-Regelung anwendet.

    Viele Grüße!
    — OR

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