„Peanuts“: S-Bahn nach Kaltenkirchen – jetzt zum Schnäppchenpreis!

Aus dem „Hamburger Abendblatt“ vom 05.05.2010, Hervorhebung jeweils durch Rycon:

Fachleute schätzen die Kosten für die S-Bahnverbindung nach Kaltenkirchen auf etwa 100 Millionen Euro. Darin wären der Ausbau der Strecke, Investitionen in Fahrzeuge und die Verlängerung zahlreicher Bahnsteige enthalten.

14 Tage später, 19.05.2010, aus dem Webangebot der „Lokalen Wochenzeitungen“:

Das Finanzielle sei kein Problem. Die Kostenschätzung besage, dass die S-Bahn-Variante mit 50 Millionen Euro mit allem drum und dran zu haben wäre. Franke: „Dabei würden 60 Prozent vom Bund finanziert – der Hamburger Anteil liegt bei 25 Prozent. Für Hamburg bleiben nur Peanuts. Das müsste doch eigentlich machbar sein, wenn ich die vielen Vorteile sehe.”

Wow, jetzt nur noch 50 Millionen, das wird ja immer billiger. Vielleicht sollte man noch ein paar Monate warten, dann gibt’s das Ganze gar umsonst. Seriosität sieht anders aus.

AKN-Chef Klaus Franke, der sein Unternehmen mit einem nebulösen Zukunftskonzept praktisch abwickeln will (wobei nicht ganz klar ist, wo die Zukunft oder gar ein Konzept für das Unternehmen AKN sein mag), preist in der Manier eines Teleshoppingsenders seinen Plan an:

Man kann nichts Besseres machen! Das wäre doch was, wenn Burgwedel einen direkten S-Bahnanschluss bekäme! Es geht hier nur um einen Bruchteil der Kosten der Elbphilharmonie!

Aber Hallo!

Ulkig, das er ausgerechnet die Elbphilharmonie heranzieht; die gab´s ja auch mal zum Schnäppchenpreis, das Ergebnis ist bekannt.
Zerknirscht weiß aber auch Franke, dass sein Schnäppchen ein Ladenhüter bleiben wird:

Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt will es nicht. Sie will kein Geld geben, andere Projekte sind ihr wichtiger.

In der Tat, andere Projekte sind wichtiger. Und bei allem nötigen Respekt: Es wird mal langsam Zeit, das die Hamburger die Verkehrsprobleme in ihrer Stadt anfangen zu lösen, anstatt das Umland hochzupäppeln.
— OR

14 responses to this post.

  1. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 11.45

    Es ist wirklich erschreckend, wie in diesem Blog recherchiert wird. Eine kurze Recherche hätte folgenden Artikel aus dem März 2010 zum Vorschein gebracht:
    http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article1432772/AKN-soll-mit-S-Bahnen-zum-Hauptbahnhof-durchstarten.html

    „Rund 50 Millionen Euro kostet es, die Strecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen zu elektrifizieren und für den S-Bahn-Betrieb auszubauen. Weitere 50 Millionen kalkuliert AKN-Chef Franke, um neue Züge anzuschaffen – die jetzigen Dieseltriebwagen der AKN können dann nicht mehr eingesetzt werden.“

    Neue Züge braucht die AKN ohnehin, denn die alten sind bald über 40 Jahre alt. Wenn S-Bahnzüge in Massenproduktion nicht deutlich teurer sind als ein Dieselzug mit S-Bahnzulassung, was außer der AKN niemand braucht, dann würden diese 50 Mio. € immer anfallen. Hamburg müsste so oder so neue Züge finanzieren, also wäre der zusätzliche Aufwand bei einer S-Bahn 50 Mio. € minus 60 Prozent Bundeszuschuss und davon 25 Prozent, das entspricht etwa dem Anteil der Strecke auf Hamburger Gebiet. Macht 5 Millionen € für vier bis fünf neue S-Bahnstationen in Hamburg.

    Zusammengefasst: 50 Mio. € für den Ausbau zur S-Bahn der gesamten Strecke bis Kaltenkirchen, 50 Mio. € für neue Züge – ob mit S-Bahn oder ohne. Ergo: 50 Mio. € zusätzlicher Aufwand als S-Bahn, 100 Mio. € Gesamtaufwand.

    „Seriosität sieht anders aus.“

    Wie gesagt: Recherche sollte man beherrschen.

    „In der Tat, andere Projekte sind wichtiger. Und bei allem nötigen Respekt: Es wird mal langsam Zeit, das die Hamburger die Verkehrsprobleme in ihrer Stadt anfangen zu lösen, anstatt das Umland hochzupäppeln.“

    Wie gesagt: Wenn die Zahlen der AKN stimmen, dann bekäme Hamburg einen relevanten Ausbau des Schnellbahnnetzes auf eigenem Gebiet (!) zu einem lächerlichen Preis. Allein die Planung der Stadtbahn kostet bis heute mehr als 5 Mio. €. Bis jetzt hat sich niemand dahingehend geäußert, dass die Zahlen der AKN unrealistisch seien. Selbst wenn Hamburg viermal mehr (20 Mio. €) zahlen müsste, bekäme die Stadt 6 Kilometer S-Bahn auf eigenem Gebiet zum Preis von 1,5 bis 2 Kilometern Stadtbahn.

  2. Posted by Rycon on 05.06.2010 at 12.07

    Hallo Herbert,

    es geht nicht um Recherche, sondern um die Aussagen des AKN-Chefs Franke. Nicht umsonst wurde bei seinem Zitat „mit allem drum und dran“ hervorgehoben; denn darunter versteht sich natürlich auch die Fahrzeugbeschaffung.

    Wo wir gerade von Recherche reden, noch ein Hinweis: Die Hamburger S-Bahn-Züge gibt es nicht als Massenprodukt. Die AKN braucht darüber hinaus keine „S-Bahn-Zulassung“ für ihr eigenes Netz.

    Viele Grüße!
    — OR

  3. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 12.27

    Nun, wenn man Franke schon so interpretieren möchte, sollte man aber auch den genauen Wortlaut kennen. Den bekommt man nicht aus dem Wochenblatt.

    „Die Hamburger S-Bahn-Züge gibt es nicht als Massenprodukt. “

    Richtig. Soweit ich weiß, braucht die Hamburger S-Bahn aber ohnehin in etwa 10 Jahren neue Züge. Da kann man sich gleich mit anhängen und bei den nötigen Stückzahlen (50-100 Züge) ist das definitiv ein Massenprodukt.

    „Die AKN braucht darüber hinaus keine „S-Bahn-Zulassung“ für ihr eigenes Netz.“

    Auf ihrem eigenen Netz allein kann die AKN gar keinen sinnvollen Verkehr anbieten. Der Bahnhof Eidelstedt gehört bereits der S-Bahn und ist im S-Bahnstandard gebaut. Daher wird die AKN zum Beispiel ihre Einstiegshöhe immer auch an der S-Bahn orientieren müssen.

  4. Posted by Mitropa1 on 05.06.2010 at 12.29

    Andere Projekte sind wohl auch wichtiger. Bei der Stadtbahn ziert man sich ob der Kosten. Bei der AKN will man ein bestehendes Schienenverkehrsmittel gegen ein anderes austauschen, da hat man das Geld angeblich.
    Irgendwie scheinen mir sich in Hamburg die Maßstäbe stark verrutscht zu haben.

    Erschließt doch erst einmal Innenstadtquartiere ohne Schiene neu, ehe ein ja doch erheblicher Betrag zur Umformung vorhandener Schienenverkehre oder den Bau ins Umland ausgegeben wird.

  5. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 12.47

    „Bei der Stadtbahn ziert man sich ob der Kosten.“

    Nach http://www.abendblatt.de/hamburg/article563253/Bau-der-Stadtbahn-beginnt-voraussichtlich-2012.html sind allein für die Planung (!) der Stadtbahn etwa 11 Millionen Euro geflossen. Ohne dass ein Meter Schiene davon gebaut wurde. Ich sehe da die Dimensionen etwas verrutscht, wenn die AKN sagt, dass sie für 5 Mio. € Hamburger Anteil insgesamt vier neue S-Bahnhöfe in Hamburg bauen kann, die den Stadtteilen Schnelsen und weiten Teilen Eidelstedts mit insgesamt 60.000 Einwohnern erstmals eine umsteigefreie Verbindung direkt in die Innenstadt brächten und nebenbei die Fahrzeit Schnelsen-Hauptbahnhof von 28 auf nur noch 22 reduzieren würde.

    „Bei der AKN will man ein bestehendes Schienenverkehrsmittel gegen ein anderes austauschen, da hat man das Geld angeblich.“

    Auch hier: Ein Schienenverkehrsmittel zu haben ist doch kein Selbstzweck. Man will damit etwas erreichen, nämlich mehr Leute in den ÖPNV zu holen. Wenn das Schienenverkehrsmittel aber so schlecht ist, dass die Leute lieber mit dem Bus fahren – und das ist heute in Burgwedel und Eidelstedt der Fall – dann läuft etwas schief.

  6. Posted by Rycon on 05.06.2010 at 15.44

    Hallo Herbert,

    die Aussage Frankes gegenüber dem Wochenblatt braucht man nicht interpretieren, er hat sich so zitieren lassen. Dem „Abendblatt“-Leser wurde gesagt, das Ganze koste 100 Millionen Euro; dem „Wochenblatt“-Leser wird durch Franke selbst vermittelt, das es 50 Millionen sei, „mit allem drum und dran“, und dies preist er wie ein Handelsvertreter an. 50 Millionen werden allein für die Elektrifizierung veranschlagt; das ist beileibe noch lange nicht „mit allem drum und dran“. Dies wurde hier in meinem Blogeintrag thematisiert.

    Die Darstellung von AKN-Chef Klaus Franke ist mindestens grob irreführend, vielleicht sogar bewusst die Unwahrheit; Seriosität sieht anders aus.

    Zur Stadtbahn: Ja, eine vernünftige, handfeste, seriöse Planung kostet Geld. Um eine vernünftige, handfeste, seriöse Kostenschätzung abzugeben, bedarf es einer ebensolchen Planung und es bedarf Zeit. Dinge, die man beim Thema S-Bahn nach Kaltenkirchen schmerzlich vermisst.

    Viele Grüße!
    — OR

  7. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 16.50

    Hallo Rycon,

    „die Aussage Frankes gegenüber dem Wochenblatt braucht man nicht interpretieren, er hat sich so zitieren lassen.“

    Ich weiß ja nicht, ob Du vor Ort warst oder den Wochenblatt-Autoren kennst, ansonsten ist das schlichtweg Kaffeesatzleserei. Dein Link gibt die Behauptung nicht her, dass Franke tatsächlich mit dem Wochenblatt auch nur ein Wort gewechselt hat. Stattdessen war er vor dem Verkehrsausschuss des Bezirks HH-Eimsbüttel, aus dessen Sitzung das Wochenblatt offensichtlich berichtet.

    Dass wiederum alle im Artikel als wörtliche Zitate dargestellten Äußerungen tatsächlich so gefallen sind, bezweifle ich. Schon der Satz „Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt will es nicht.“ wird niemals 1:1 so vor einem Ausschuss in Hamburg gefallen sein. Der entscheidende 50-Mio-Satz lässt sich auch kaum beurteilen, wenn Franke vorher zum Beispiel ausdrücklich auf die Kosten allein des S-Bahnausbaus hinwies, das Wochenblatt den Satz aber wegließ.

    Jedenfalls würde ich mich ganz sicher nicht auf Schreiber eines Anzeigenblattes verlassen, wenn ich schon nicht ganz unbedeutende Vorwürfe in die Welt setzen will. Wie wäre es denn, einmal nach dem Protokoll der Sitzung zu schauen bzw. ggf. Ausschuss-Mitglieder als zweite Quelle fragen, was Franke genau gesagt hat?

    „. Um eine vernünftige, handfeste, seriöse Kostenschätzung abzugeben, bedarf es einer ebensolchen Planung und es bedarf Zeit. Dinge, die man beim Thema S-Bahn nach Kaltenkirchen schmerzlich vermisst.“

    Die Stadtbahn wäre ohne ungefähre Schätzung der Kosten niemals in die Planungsphase gekommen. Selbst bei 100 Mio. € Kosten für die Aufwertung zur S-Bahn (exkl. Triebwagen) und völlig ohne Bundesförderung wäre Hamburg mit maximal 25 Mio. € dabei. Das sind 4,2 Mio. € pro Kilometer Schnellbahn und damit etwa 30 bis 50 Prozent der Kosten der Stadtbahn.

  8. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 16.56

    Nachtrag:
    Ich gehe übrigens davon aus, dass bei deutlich höheren Kosten eines S-Bahn-Ausbaus auch Schleswig-Holstein nicht mehr mitspielen würde. Der Hamburger Anteil käme letztlich also wohl kaum über 10-20 € hinaus – und das wäre bereits der Worst Case.

    Derzeit spielt die Stadt Hamburg aber wohl das Spiel, dass sie auf gar keinen Fall auch nur prüfen wollen, wie teuer der Ausbau käme. Kategorisches Nein, als wenn Eidelstedt und Schnelsen nicht seit 80 Jahren zu Hamburg gehören würden und Hamburg erst vor 20 Jahren in Burgwedel ein großes Neubaugebiet mit teiwelsei vierstöckigen Geschossbauten ausgewiesen hätte.

    nd das, obwohl Hamburg selbst mit massiven Kostensteigerungen gegenüber den von der AKN angepeilten 50 Mio. € wohl nie wieder einen Kilometer S-Bahn auf dem eigenen Stadtgebiet so billig bekommen wird.

    Soll sich jeder seinen eigenen Teil dazu denken.

  9. Posted by Mitropa1 on 05.06.2010 at 21.14

    Da das ganze so billig ist, nur 100 Mio. Euro bauen wir halt einmal drauflos. Das kann ja wohl nicht der Weg sein. Außerdem bedeutet eine Vertagung des Ausbaues der AKN nicht dass er nie kommt. Aber er ist wohl in Hamburgs Nahverkehrslandschaft wohl derzeit tatsächlich nicht das wichtigste Projekt. Außerdem kann man sich fragen, ob die Elektrifizierung und Einbindung in das elektrische Netz nicht auch anders und billiger geht. Da ist man doch bei anderen Projekten recht erfindungsreich, z. B. bei den Planungen zur U Stadtbahn nach Harburg oder der tatsächlich erfolgreichen S Bahn nach Stade. Man kann auch mit Gleichstrom und Fahrleitung fahren, auch wenn das Hamburg seit Jahrzehnten nicht mehr kennt. Aber das wieder zu lernen, dazu hilft die Stadtbahn auch. Nur leider wenn es dadurch billiger wird, strengt man sein Gehirrn lieber nicht an. Offenbar ist für das ganze weniger der verkehrliche Sinn der Beweggrund, als das Bestreben der AKN die Strecke loszuwerden

  10. Posted by Mitropa1 on 05.06.2010 at 21.16

    Außerdem fährt die AKN ja bereits auf S Bahnstrecken, warum soll das hier nicht gehen?

  11. Posted by Thomas Schmidt on 05.06.2010 at 22.58

    Hallo Herbert,

    leider muß ich Dich entäuschen. Bei 50 bis 100 Zügen handelt es sich keineswegs um ein Massenprodukt. Lediglich um eine Kleinserie. Hierbei muss man nun auch noch beachten, ob man ein fertig entwickeltes Produkt vom Hersteller aus dem Katalog bestellt oder selbst ein spezielles Fahrzeug entwickeln lassen muss. Bei der Hamburger S-Bahn ist letzteres der Fall. Denn unser Stromschienen-System in Hamburg ist mit keinem anderen Stromschienen-System der Welt kompatibel. Das heißt für die S-Bahn Hamburg, daß sie alle Kosten für die Entwicklung des neuen Triebzuges selbst tragen muss, da der Hersteller erwarten muß, daß dieser Triebzug an kein anderes Eisenbahnunternehmen der Welt verkauft werden kann. Somit ist eine Beteiligung des Herstellers an den Entwicklungskosten unlukrativ. Da die S-Bahn dann auch noch in so kleinen Mengen wie 50-100 Triebzüge bestellt, sind diese dann besonders kostspielig.

  12. Posted by Herbert on 06.06.2010 at 02.27

    „Da das ganze so billig ist, nur 100 Mio. Euro bauen wir halt einmal drauflos.“

    Ne, aber wenn man nicht davon ausgeht, dass es deutlich teurer gerät, wäre diese Zahl m.E. wenigstens gut genug, um genauere Planungen durchzuführen. Im Gegensatz zur Stadtbahn steht bei einer Elektrifizierung A1 eh praktisch alles fest. Wenn aber die Stadt Hamburg sagt: „Egal, wie billig das Ding ist, wir zahlen keinen Cent, auch wenn mal eben 25 % der Strecke auf unserem Gebiet liegen und auch viele unserer Bürger davon profitieren“, dann ist das absoluter Murks. Angebracht wären zumindest weitere Untersuchungen

    „Außerdem bedeutet eine Vertagung des Ausbaues der AKN nicht dass er nie kommt.“

    Naja gut, so um 2050 wäre die nächste Chance, ohne die 2017 neu zu beschaffenden Sonderanfertigungs-Züge irgendwo mit Wertabschlag unterzurbingen (was das Projekt „S-Bahn“ teurer machen würde als heute.).

    „Aoder der tatsächlich erfolgreichen S Bahn nach Stade“

    Nichts anderes wäre für die S-Bahn nach Kaltenkirchen vorgesehen. Elektrifizierung mit normalem 15-kV-Strom. Die Technik ist vorhanden, die S-Bahn braucht passende Züge sowieso.

    Übrigens zum Thema Stader S-Bahn und der „dünnen Besiedlung“ entlang der A1 – vergleichen wir mal beide, also Neugraben-Stade und in Klammern Eidelstedt-Kaltenkirchen:

    Länge: 32,0 km (30,0 km)
    Neue S-Bahnhöfe: 8 (14)
    Davon auf Hamburger Gebiet: 1 (4, ein weiterer in Planung)
    Einwohner der Einwohner und Stadtteile entlang der Strecke: etwa 115.000 (etwa 110.000) *
    Davon in Hamburg: weniger als 10.000 (etwa 40.000-50.000) **
    Entfernung der Endstation des Ausbaus von der Innenstadt: > 40 km (30 km)

    * Dabei ist die S3 begünstigt, weil niedersächsische Gemeinden deutlich größer sind als die schleswig-holsteinischen Kommunen entlang der A1. So zählen zur S3-Zahl auch Einwohner in Stader „Stadtteilen“ über 5 km vom Bahnhof entfernt, während bei der A1 die keine 2 km vom Kaltenkirchener Bahnhof lebenden Oersdorfer nicht dabei sind. Würde man das berücksichtigen, wäre die A1 wohl eindeutig in „Führung“.
    ** S3: Fischbek, A1: weite Teile Eidelstedts und ganz Schnelsen

    Die A1 hat offensichtlich überall mindestens vergleichbare Werte, dabei lebt – anders als bei der S3, die weitgehend nur den niedersächsischen Speckgürtel bedient – ein großer Teil der Anwohner in Hamburg und zahlt dort seine Steuern.

    Thomas Schmidt:

    Jedenfalls könnte man für die Strecke nach Kaltenkirchen sich an die ohnehin fällige S-Bahn-Bestellung anhängen. Dann bräuchte man noch maximal 16-17 Stück mehr, was für Vollzüge im 10-Minuten-Takt nach Kaltenkirchen ausreichen würde. Neue Dieseltriebwagen dagegen müssten ebenfalls spezielle Bedingungen erfülllen (30 m Länge beispielsweise, sonst wäre auch hier eine Bahnsteigverlängerung fällig!)

  13. Posted by Rycon on 07.06.2010 at 13.04

    Hallo Herbert,

    Ich weiß ja nicht, ob Du vor Ort warst oder den Wochenblatt-Autoren kennst, ansonsten ist das schlichtweg Kaffeesatzleserei. Dein Link gibt die Behauptung nicht her, dass Franke tatsächlich mit dem Wochenblatt auch nur ein Wort gewechselt hat. Stattdessen war er vor dem Verkehrsausschuss des Bezirks HH-Eimsbüttel, aus dessen Sitzung das Wochenblatt offensichtlich berichtet.

    Ja, offensichtlich, weder das Wochenblatt noch ich haben etwas anderes behauptet. Es ist für meinen Beitrag gleich, ob Franke das einem Schreiberling direkt gesagt hat, oder die Worte in großer Runde gefallen sind. Der Eimsbüttler Verkehrsausschuss tagte am 05.05.2010, AKN-Chef Franke war anwesend, TOP: zweigleisiger Ausbau der AKN.

    Ob die Zitate aus einem Wochenblatt, der „Bild“-Zeitung oder dem „Abendblatt“ stammen, ist dabei zweitrangig. Der „Eidelstedter Anzeiger“ bestätigte auf Rycon-Anfrage, dass der verlinkte Artikel den Wortlaut der Ausschusssitzung wiedergibt.

    Ich sehe keinen Grund den Bericht und die Bestätigung des selbigen als unglaubwürdig einzustufen, nur weil er nicht aus dem großen Hamburger Verlag stammt oder Dir bei deinem Feldzug gegen die AKN ins Konzept passt.

    Deine Unterstellungen der „Kaffeesatzleserei“ oder das hier im Blog schlecht recherchiert wird, weise ich mit Nachdruck zurück.

    Viele Grüße!
    —OR

  14. Posted by HErbert on 07.06.2010 at 17.26

    Hallo Rycon,

    „die Aussage Frankes gegenüber dem Wochenblatt“, wie Du oben schreibst, klingt für mich eindeutig danach, dass Franke mit dem Wochenblatt direkt gesprochen haben soll. Das macht einen gewaltigen Unterschied, denn bei direkten Äußerungen würde ich davon ausgehen, dass Franke das Zitat nachträglich in dieser Form autorisiert hat. Das hat insbesondere den Zweck, auch unbeabsichtigte Sinnverfälschungen durch Auslassung zu verhindern.

    Franke kann genauso gut im Ausschuss gesagt haben: „Wir wollen daher 2017 den Ausbau der Strecke zur S-Bahn. Das wäre für 50 Millionen mit allem drum und dran zu haben“. Zack. Das Anzeigenblatt hätte gewissenhaft den Wortlaut des zweiten Satzes zitiert, Du auch und trotzdem Franke das Wort im Munde umgedreht.

    Zumal: Die Ausschuss-Sitzung war also am 5. Mai. Am gleichen Tag erschien der von dir oben zitierte Artikel im Hamburger Abendblatt. Soll Franke davon ausgegangen sein, dass niemand der Herrn Bezirksvertreter das Hamburger Abendblatt liest?

    Dein Ursprungsartikel lässt zudem den Eindruck aufkommen, die Äußerung mit den 50 Mio. von Franke sei deutlich später als die Angabe mit 100 Mio. € Kosten gekommen: Du zitierst Franke aus dem Anzeigenblatt vom 19.5, nennst nur dessen Erscheinungsdatum, nicht aber, wann Franke das Zitat gesagt haben soll (zwei Wochen vorher, am 5. Mai!). Das vergleichst du mit den 100 Mio. aus dem Abendblattartikel von eben jedem 5. Mai und schließt das mit dem Satz „Wow, jetzt nur noch 50 Millionen, das wird ja immer billiger. Vielleicht sollte man noch ein paar Monate warten, dann gibt’s das Ganze gar umsonst.!“.

    „oder Dir bei deinem Feldzug gegen die AKN ins Konzept passt.“

    Mein Anliegen ist, eine deutliche Verbesserung der heute völlig unbefriedigenden Situation entlang der A1 zu bekommen. Auf dieser Strecke mit insgesamt 120.000 Anwohnern steht der ÖPNV im starken Wettbewerb zum Auto und muss jeden Morgen aufs Neue schamvoll die weiße Flagge raushängen. Es gibt keine Anzeichen, dass der AKN mit den heutigen Fahrzeiten gelingen könnte, dem Autoverkehr ernsthaft Konkurrenz zu machen. Das ist für mich eine völlig unbefriedrigende Situation, denn der Autoverkehr in Hamburg stammt zum Gutteil auch von den Pendlern aus dem Umland und den äußeren Stadtteilen, die durch dieses (Nicht-)Angebot keine Alternative haben und damit gleich dem gesamten HVV-Verkehrsmitteln als Nutzer entgehen. Was genau angestellt wird, um die Situation dort zu verbessern, ist mir ehrlich gesagt gleich. Würde es der AKN gelingen, ihren Marktanteil nach den > 200 Mio. öffentlichen Mitteln in ihr Netz deutlich auszubauen, wäre alles perfekt.
    Dass Du daraus gleich martialisch einen „Feldzug gegen die AKN“ konstruieren willst, ist zumindest völlig unsachlich.

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