metronom, Sicherheitsdebatte, PVG-Sommerfest, E-Ticket

metronom 1 | Als „typische Zeitungsente“ bezeichnet die HOCHBAHN den in der Presse hergestellten Zusammenhang zwischen den geplanten Verkauf der britischen Arriva an die Deutsche Bahn und den freigestellten Geschäftsführern des metronoms. Carsten Hein und Henning Weize wurden am 20.04.2010 überraschend von ihren Aufgaben entbunden. Bereits seit Monaten sei das Verhältnis zwischen metronom-Geschäftsführung und den Gesellschaftern gestört gewesen, da man wichtige Fragen nicht ausreichend abstimmte. Die Gesellschafter entzogen der Geschäftsführung daher das Vertrauen. Die HOCHBAHN-Tochter BeNEX ist Minderheitsgesellschafter beim metronom. Der soll auch in Zukunft als „erfolgreiches, serviceorientiertes Eisenbahnunternehmen“ fahren, teilte die HOCHBAHN ihren Mitarbeitern mit. +++

metronom 2 | Das Uelzener Eisenbahnunternehmen metronom beginnt offenkundig mit dem Aufbau einer eigenen Vertriebsstruktur. Zurzeit gibt es jede Menge Stellenangebote, u.a. werden Mitarbeiter für eine Abo-Zentrale, als Kundenberater bis hin zum Automatentechniker gesucht. Bisher können Fahrkarten nur durch die Deutsche Bahn erworben werden, die hierfür Provisionen erhebt. +++

Sicherheitsdebatte | HOCHBAHN-Chef Günter Elste weist Forderungen zurück, mehr Sicherheitspersonal einzustellen. „Noch nie in der Geschichte der U-Bahn hat es so viele Sicherheitsmaßnahmen gegeben wie heute“, so Elste. Fühle sich ein Fahrgast unwohl, möge er die Notrufsäule benutzen. „Die Hemmschwelle, davon Gebrauch zu machen, muss einfach niedriger werden“. Die lieber einmal zu viel als einmal zu wenig verwenden, denn: „So etwas wie Missbrauch gibt es nicht“. Über die Sicherheitseinrichtungen und ihrer Verwendung informiert das Unternehmen ausführlich im Netz. +++

PVG-Sommerfest | Am Samstag, 05.06.2010, 12 bis 17 Uhr, öffnet das Busunternehmen Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) in Schenefeld die Pforten seines Betriebshofes und lädt ein, mal hinter die Kulissen zu luschern. Immherin gurkt man schon seit 85 Jahren herum, das muss gefeiert werden. Rundgang durch die Werkstatt, eine Fahrzeugausstellung – inklusive der gepflegten Oldtimer – und jede Menge mehr wird geboten. Kinder kommen auch nicht zu kurz, so dürfen sie ganz legal einen Bus bemalen, es gibt einen Clown, Bungee-Trampolin und, und, und. Erwachsene können sich währenddessen an gegrilltem und Getränken laben, zusätzlich gibt’s Livemusik und vieles mehr. Man lässt sich nicht lumpen. Anfahrt: Stadtbus 186 oder 285 bis Haltestelle Schenefeld, Betriebshof. Zwischen S Iserbrook/Schenefelder-Platz und dem Betriebshof wird stilecht ein Shuttleverkehr mit Oldtimer-Bussen eingerichtet. [Mehr Infos: Hier] +++

E-Ticket | Die papierlose Einzelfahrkarte soll mit dem E-Ticket Wirklichkeit werden. Zunächst wird es das Angebot räumlich begrenzt in Harburg geben, bis Ende des Jahres sollen die dort verkehrenden Busse technisch vorbereitet sein. Das Pilotprojekt wird bei optimalem Verlauf 2011 gestartet und dauert zunächst ein Jahr. Per Chipkarte kann der Kunde dann bargeldlos eine Fahrkarte beim Busfahrer erwerben; bei einer monatlichen Grundgebühr von 10 Euro soll es auf Einzelfahrscheine 25 % Rabatt geben. In der Pilotphase erhält der Kunde zunächst noch einen gedruckten Beleg. Später will man prüfen, E-Ticketing im gesamten HVV anzubieten. Die Suche nach Kleingeld hätte dann ein Ende, auch der Fahrkartenverkauf beim Busfahrer wird erheblich beschleunigt und vereinfacht. +++

Skepsis | Laut einem Bericht der S4-Initiative hat der HVV auf der kürzlich durchgeführten Bilanzpressekonferenz einer S-Bahn nach Kaltenkirchen, und damit der faktischen Abschaffung der dieselbetriebenen A-Bahn, keine Realisierungschancen eingeräumt. Hier sei das Fahrgastpotenzial – das Gebiet ist sehr dünn besiedelt – einfach zu gering. +++

S1-Sperrung? | Für die S1-Haltestelle Rübenkamp steht eigentlich eine Dachsanierung nebst Bau(vorbereitungen) eines Aufzuges auf dem Programm, wofür eine Gleissperrung zwischen Barmbek und Ohlsdorf für dieses Wochenende terminiert wurde (SA 4 Uhr bis MO 4 Uhr). Entweder wurden die Arbeiten verlegt oder es läuft etwas schief. Sollte sich was tun, wird diese Meldung aktualisiert. [Diese Meldung ist unbestätigt] +++

„REWE Family“ | Ein Sommerfest findet am Samstag von 10 bis 18 Uhr auf dem Heiligengeistfeld statt, 100.000 Besucher werden erwartet. Die U3 wird bei Bedarf verstärkt. +++
— OR/HS

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3 responses to this post.

  1. Posted by Fritz on 04.06.2010 at 11.50

    Wenn die AKN weiter dieselbetrieben ist, wird es weiter den Brechpunkt in Eidelstedt geben. Damit sind mehrere hundert Mio. € Baukosten seit 1996 versenkt worden für 5.000 Fahrgäste am Tag, bei denen es weiterhin bleiben wird.

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Fehlplanung. Alle 20 Minuten ein kleines Dieselkistchen, das ging auch mit der eingleisigen Strecke von 1992. Schade ums Geld!

  2. Posted by Rycon on 05.06.2010 at 10.35

    Ich fürchte, Du hast da etwas missverstanden.

    Die Investitionen dienen nicht einer angedachten, mutmaßlichen S-Bahn-Erweiterung, sondern zur Qualitätsverbesserung der A-Bahn-Linie 1. Zugkreuzungen werden durch den zweigleisigen Ausbau unnötig, was den Betrieb sicherer macht und die A1 beschleunigt.
    Vorhergehende Investitionen – in den Ausbau der Stationen – sind sogar konträr einer S-Bahn-Erweiterung, da die Bahnsteighöhen und -längen inkompatibel sind.

    Es handelt sich also mitnichten um eine Fehlplanung.

    Die A1 verkehrt in der Hauptverkehrszeit alle 10 Minuten, sonst alle 20; und das ist für eine so dünn besiedelte Gegend (recht wenige Menschen auf weitem Gebiet) nun wirklich ein sehr gutes Angebot.
    Der große Vorteil von Schienenfahrzeugen ist die Möglichkeit der Zugbildung, d.h. die Länge des Zuges dem Bedarf anzupassen. Wenn Kurzzüge ausreichen, um den Bedarf abzudecken, wäre es unsinnig, Vollzüge fahrenzulassen, nur damit es besser aussieht.

  3. Posted by Herbert on 05.06.2010 at 12.19

    „Es handelt sich also mitnichten um eine Fehlplanung.“

    Gehst Du wirklich davon aus, dass man im Sinn hatte, 300 Mio. € für 5.000 tägliche Beförderungen auszugeben? Der Marktanteil der Schiene liegt entlang der A7 bei 9 Prozent und alle Marketinganstrengungen der AKN schaffen es seit Jahren nicht, daran etwas zu ändern.

    „Die Investitionen dienen nicht einer angedachten, mutmaßlichen S-Bahn-Erweiterung, sondern zur Qualitätsverbesserung der A-Bahn-Linie 1. “

    Eine Qualitätsverbesserung ist kein Selbstzweck, zumal zu solch exorbitanten Kosten wie beim Ausbau der Strecke Eidelstedt-Kaltenkirchen seit 1995.
    Das Ziel war natürlich, deutlich mehr Fahrgäste auf die Strecke zu lotsen. Das ist offensichtlich mit dem AKN-Betrieb nicht zu machen oder aber die AKN ist inkompetent in dieser Sache. Jedenfalls gewinnt die Schiene auf diesem Abschnitt kaum bis gar nicht, trotz Ausbau. Ergo: Fehlplanung.

    „Die A1 verkehrt in der Hauptverkehrszeit alle 10 Minuten“

    Die „Hauptverkehrszeit“ dauert auf Hamburger Gebiet demnach ganze drei Stunden am Tag, nämlich von 6.30 Uhr bis 8.30 Uhr – und von 16.30 Uhr bis 17.30 (sic!) Uhr. In diesen Stündchen kommt man von Burgwedel alle 10 Minuten in die Stadt mit dem Zug. Am Sonntag geht es nur alle 40 Minuten, während der langsame Bus M5 selbst um 20 Uhr noch alle 10 Minuten fährt. Das ist ein Angebot wie auf dem Dorf.

    „Die A1 verkehrt in der Hauptverkehrszeit alle 10 Minuten, sonst alle 20; und das ist für eine so dünn besiedelte Gegend (recht wenige Menschen auf weitem Gebiet) nun wirklich ein sehr gutes Angebot.“

    Die U1 fährt in die „Walddörfer“ (Nomen est Omen) nach Großhansdorf (5.000 Einwohner!) raus mit Vollzügen am Sonntag durchgängig alle 20 Minuten, die „Hauptverkehrszeit“ mit 10-Minuten-Takt geht dort jeden Tag knapp fünf Stunden.

    Die S21 nach Aumühle durchquert den Sachsenwald, da sagen sich Fuchs und Hase abends gute Nacht. In Aumühle leben In dem Ort leben 3.000 Menschen, das Umland besteht aus Wald und hat mehr Rehe als Menschen zum Einwohner. Die S21 fährt auch am Sonntag alle 20 Minuten, 10-Minuten-Takt geht ähnlich wie in Burgwedel knapp drei Stunden am Tag.

    Allein in Hamburg-Schnelsen leben etwa 30.000 Menschen, in Hamburg-Eidelstedt sind es weitere 30.000 Einwohner. Schnelsen hat sonst gar keine Anbindung, Eidelstedt wird am südlichsten Rand von der S-Bahn tangiert, die großen Wohngebiete sind aber fast alle über 1 km Fußweg entfernt von der Schnellbahn. Die AKN geht quer durch und hat einen Bahnhof direkt im Zentrum Eidelstedts und direkt neben der Großsiedlung Burgwedel. Dazu kommen etwa 90.000 Einwohner in den Gemeinden entlang der Strecke Burgwedel-Kaltenkirchen.

    Macht insgesamt 150.000 Einwohner entlang 30 km Strecke. Zum Vergleich: Der komplette Bezirk Harburg kommt auf gerade einmal 30 Prozent mehr. Dorthin muss die S-Bahn alle 5 Minuten bis Voll-, teilweise mit 200 m langen Langzügen fahren.

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