U4-Verlängerung: zwei Varianten in der engeren Auswahl

Rycon | THEMA: U4 ...und weiter?Für die HafenCity wird derzeit der Masterplan überarbeitet, welcher sich auf den östlichen Teil des neuen Stadtteils konzertiert; perspektivisch wird auch der „Sprung über die Elbe“ bis zum kleinen Grasbrook berücksichtigt. Auf den Karten der HafenCity-Masterplanung ist bereits eine entsprechende Verlängerung der im Bau befindlichen U4 verzeichnet, nebst einem neuen S-Bahn-Halt für die Linien S3 und S31. Im Sommer will man mit der Planung der östlichen HafenCity fertig sein.

Eine Planungsgruppe, bestehend aus Vertretern von HVV, DB Netze, S-Bahn Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der HafenCity Hamburg – unter Leitung der HOCHBAHN – befasst sich mit der Entwicklung des schienengebundenen Nahverkehrs. Dutzende von möglichen Streckenverläufen wurden bisher durchgekaut, eine wurde zur Vorzugsvariante gekürt.

Kern ist eine Verlängerung der U4 zum kleinen Grasbrook und eine Verknüpfung mit der S-Bahn. Ausgehend von der U4-Haltestelle HafenCity Universität, die 2012 in Betrieb gehen wird, verläuft die erweiterte Strecke zunächst im Tunnel bis kurz vor den Elbbrücken, überquert dann per Brücke die Elbe und wird oberirdisch bis zum kleinen Grasbrook geführt. Für die Lage der Haltestellen zeichnen sich nachfolgend skizzierte Varianten ab. (Gestrichelte Linie: Streckenführung Tunnel; durchgehende Linie: Oberfläche.)

Haltestellenlage, Variante I: U Chicago Square/S Elbbrücken - U Kleiner Grasbrook.

Haltestellenlage, Variante II: U Versemannstraße - U/S Veddeler Markt - U Kleiner Grasbrook.

Welche der beiden Varianten zum Zuge kommen soll, will man möglichst schnell festlegen und der Politik vorlegen, die über die Realisierung zu Entscheiden hat. Baubeginn könnte 2013/2014 sein, Inbetriebnahme 2016.

Damit sich die ganzen Bauarbeiten in dem Bereich nicht gegenseitig ins Gehege kommen und sich behindern, hofft man auf eine möglichst schnelle Entscheidung seitens der Politik.

— OR; Karte: © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA; Bearbeitung: Rycon

7 responses to this post.

  1. Posted by Mitleser on 02.06.2010 at 09.24

    Heißt das nicht Chicago „Square“? Ansonsten, falls ich es noch nicht gesagt habe: Lob, für diesen interessanten und lesenswerten Blog!

  2. Posted by Rycon on 02.06.2010 at 10.03

    Ups… Ja, heißt es.

    Danke für den Hinweis und die freundlichen Worte!

  3. Posted by Fritz on 02.06.2010 at 20.23

    Das klingt doch alles nach Unsinn. Wo soll das Geld denn da herkommen? Mindestens ein mittlerer zweistelliger Mio.-Betrag dürfte fällig werden. Dazu die Kosten für den S-Bahnhof. Die Verknüpfung U-S-Bahn mit einer Hauptverkehrsstraße zwischen den beiden Bahnhöfen könnte sicher auch besser sein.

    Und letztlich: es weiß bis jetzt noch niemand, ob und wenn ja, was sich auf dem Grasbrook verändern soll.

  4. Posted by Raubtier on 03.06.2010 at 21.18

    Eine Frage zu Variante 1: warum haben S- und U-Bahn dort verschiedene Haltestellennamen? Wenn der Fußweg von U zu S so weit ist, dass sich kein gemeinsamer Name findet, ist das doch Murx.

    Mit weiteren Haltestellen der S3 mitten auf einer Strecke, auf der jetzt noch mit 100 geheizt wird, macht man die Fahrt vermutlich 2-3 Minuten länger. Da die S3 extrem lang ist, muss ein gewisser Expresscharaker gewahrt werden – spätestens mit Fertigstellung der A26 drängt sich ansonsten das Auto für die Niederelbe-Bewohner stark auf.

    Ansonsten: spätestens mit der weiteren Kurve zum Grasbrook wird die U4 ganz schön kurvig…

    PS: großen Dank an Rycon, dies ist ein toller, guter, sehr informativer Blog!

  5. Posted by Mitropa1 on 04.06.2010 at 12.26

    Der Chicago Sqare zusammen mit den S Bahnstationen Elbbrücken würde sich doch ideal als Verknüpfungspunkt mit einer direkten Niederflurstadtbahn aus Richtung Stadt und weiter in Richtung Veddel – Harburg eignen. Während für die Stadtbahn angeblich immer wieder das Geld knapp wird, ist das bei der U 4 offensichtlich nicht der Fall. Dabei wäre gerade der Bereich zu Beginn der intensiv genutzen Hafencity bestens geeignet von der bis dahin (angeblich) hoch belasteteten U 4 mit der nicht wesentlich weniger leistungsfähigen, dafür aber in Bau und Betrieb wesentlich billigere Stadtbahn, weiterzufahren. Nicht umsonst fuhren in diesem Bereich mit die letzten Hamburger Straßenbahnen.

  6. Posted by Schienenflotte on 28.06.2010 at 22.37

    Wäre es nicht besonders effizient, die U4 bis zum S-Bahnhof Veddel zu errichten und dort auch mit einem einfachen Regionalbahnhof die Verknüpfung nach Niedersachsen herzustellen? Damit würden dann der U4 auch von der anderen Seite Fahrgäste zugeführt, die dann auch nicht mehr durch den Hauptbahnhof müßten. Dieses wäre für Regionalfahrgäste nicht nur zur HafenCity, sondern auch bis Jungfernstieg äußerst interessant. Im Gegensatz zu den S-Bahnfahrgästen, die ja in ihrem Zug verbleiben, um direkt dorthinzukommen.

    Man sollte dabei auch die alte und nun obsolete Anschlussstrecke über die Freihafenbrücke berücksichtigen. Könnte man die mit benutzen, ließe sich die U4 bis zu diesem Regionalbahnhof Veddel recht einfach verlängern. Dort könnte sie erstmal enden.

  7. Posted by Achim on 24.07.2010 at 13.27

    Was mir an Variante I besonders auffällt, aber mit Einschränkungen auch auf Variante II zutrifft:
    Die geplanten U-Bahnstationen auf der nördlichen Norderelbseite erschließen genau das Gebiet, welches früher durch die S-Bahnstationen Oberhafen und Elbbrücke erschlossen wurde, als die S3 noch mit Wechselstromzügen betrieben wurde. Auch wenn man mich wegen grober Missachtung der Eigenheiten von Regional- und U-Bahn (Ich weigere mich, für R ,,Regionalverkehr [schienengebunden]“ zu schreiben, die Eintragung der ,,Marke“ RegionalBahn halte ich für eine Frechheit.) vielleicht schlachten wird, möchte ich doch die Frage stellen, ob die Stilllegung dieser Haltepunkte vielleicht etwas voreilig geschah?

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