Hamburger Alltag (21-29)

Freitag, 14.05.2010, gegen 21.30 Uhr: Ein 19-Jähriger wartet mit einem Begleiter (17) am S-Bahnhof Jungfernstieg auf die S1 Richtung Blankenese. Eine Fünfergruppe Jugendlicher kam mit der S-Bahn aus Richtung Altona an; die Gruppe verließ den Bahnsteig mit Ziel U2; auf den Weg dahin traf die Fünfergruppe auf den 19-Jährigen, ein kurzer, verbaler Streit entbrannte. Auf dem Bahnsteig der U2 provozierte die Fünfergruppe offenbar einen weiteren Streit mit einer Person. Nach diesem Vorfall ging die Gruppe wieder zum S-Bahnsteig, traf erneut auf den 19-Jährigen und seinen Begleiter. Einer aus der Gruppe stieß mit einem Messer mir-nichts-dir-nichts in den Oberkörper des 19-Jährigen; dieser und sein Begleiter schleppte sich noch auf den U2-Bahnsteig. Der 19-jährige brach dort zusammen und starb. Anhand der Videoaufzeichnung konnte die Polizei selbst die Täter identifizieren, diese wurden ein paar Tage später gestellt und teils festgenommen.

Samstag, 15.05.2010, gegen 5.40 Uhr: An der S-Bahnstation Reeperbahn kommt es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern. Der 23-Jährige verpasst einem 19-Jährigen eine Kopfnuss, und während dieser zu Boden geht und wehrlos ist, wird er mit Faustschlägen und Tritten belegt. Mitarbeiter der DB-Sicherheit verhindern die Flucht des 23-Jährigen. Das Opfer wird per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, der Täter wurde von der Bundespolizei festgenommen.

Donnerstag, 20.05.2010, gegen 7.45 Uhr: Mitten in der morgendlichen Hauptverkehrszeit wird in einem Bus der Linie 174 Richtung S Poppenbüttel ein Fahrgast auffällig. Die Busfahrerin informiert die Polizei, die den Mann auf der Busumsteigeanlage Poppenbüttel aus dem Fahrzeug holt. Die Polizeibeamten ziehen sich wieder zurück, während der Mann in einen anderen, wartenden Bus der Linie 178 hinten einsteigt. Nach der Abfahrt marschiert der Mann von hinten zum Busfahrer, schnauzte den Fahrer an („gib Gas!“) und schlug ihn – einfach so – mit der Faust ins Gesicht. Der Täter flieht, die Polizei kann ihn innerhalb weniger Minuten stellen. Währenddessen kümmert sich eine unbeteiligte Frau um den Busfahrer, der Prellungen im Gesicht erhielt. Der Täter wird von der Landespolizei festgenommen.

Freitag, 21.05.2010, kurz vor 6 Uhr: In einem metronom-Zug von Hamburg nach Bremen stellt die 38-jährige Zugbegleiterin fest, das eine Gruppe von vier jungen Männern (zwischen 16 und 20 Jahre alt) keine Fahrausweise haben, folglich von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. Die vier Männer reagierten umgehend aggressiv und unfassbar brutal. Einer der Männer zog seine Hose runter und belästigte die Zugbegleiterin sexuell; anschließend wurde ihr mehrfach ins Gesicht gespuckt. Mindestens einer der Täter schlug ihr mit der Faust wiederholt ins Gesicht, sie fiel hin. Auch noch am Boden liegend malträtierten sie das Opfer. In Lauenbrück entfernte sich die Gruppe aus dem Zug. Die Zugbegleiterin wird von Rettungskräften in Rotenburg versorgt, anschließend ins Krankenhaus gebracht; sie erlitt schwere Prellungen im Gesicht und einen traumatischen Schock.
Im Folgezug stieg die Tätergruppe wieder zu und wurde von metronom-Mitarbeitern erkannt. Um 7.30 Uhr wurden drei der Täter im Hauptbahnhof Bremen festgenommen.

Freitag, 21.05.2010, gegen 21 Uhr: In einer S1 zwischen Poppenbüttel und Wellingsbüttel rastet eine 45-Jährige Frau aus, sie beschimpfte andere Fahrgäste im Zug. Einem Fahrgast – ebenfalls 45 Jahre alt – verpasste die stark betrunkene Frau einen Faustschlag ins Gesicht und trat auf den Mann ein. Ein wenig später durchgeführter Atemalkoholtest ergab 2,55 Promille. Die Frau wurde von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen.

Samstag, 22.05.2010, gegen 21.30 Uhr: Am Hauptbahnhof trat ein 23-Jähriger gegen eine abfahrende S-Bahn. Der Betrunkene junge Mann – später wurden 1,92 Promille festgestellt – verlor dabei das Gleichgewicht und fiel auf dem Bahnsteig hin. Dabei geriet er mit einem Bein zwischen Bahnsteig und abfahrenden Zug; der S-Bahn-Triebfahrzeugführer leitete eine Notbremsung ein, der junge Mann kam noch einmal glimpflich davon. Die herbeigeholten Polizisten werden dafür von ihm beleidigt. Die Bundespolizei nimmt ihn in Gewahrsam.

Mittwoch, 26.05.2010, kurz vor 21 Uhr: Zwei Männer betreten einen Bus der Linie 26 Richtung Bf. Rahlstedt, sie streiten sich verbal. Zwei andere Fahrgäste gehen dazwischen und trennen die beiden. Der 26-jährige geht daraufhin ins Fahrzeugheck, setzt sich hin; holt seelenruhig Handschuhe aus seiner Tasche, zieht diese an und holt ein Messer hervor. Völlig ruhig steht er auf, marschiert zu seinem 33-Jährigen Kontrahenten und sticht diesem in den Rücken. Beherzt und mutig greifen wiederum Fahrgäste ins Geschehen ein, trennen die Beiden; der Täter schafft es zu flüchten. Die herbeigerufene Polizei trifft in nur zwei Minuten später am Einsatzort ein. Das Opfer wird in ein Krankenhaus eingeliefert, der Täter wird kurze Zeit später in der näheren Umgebung aufgebracht und festgenommen.

Samstag, 29.05.2010, Mitternacht: Am U-Bahnhof Niendorf Markt sitzt ein 40-Jähriger mit seiner Freundin auf einer Bank. Zwei junge Männer, vermutlich zwischen 20 und 30 Jahre alt, kommen auf das Paar zu und sprechen die Frau an. Es kommt zu einem Handgemenge, es artet schnell mit brutalen Schlägen und Tritten gegen den 40-Jährigen aus. Das Opfer schlägt mit dem Kopf auf den Boden auf, der 40-jährige Mann erleidet mehrere Schädelbrüche. Seine Freundin wird leicht verletzt, als sie ihm zu Hilfe kommt. Die Tatverdächtigen werden gefilmt, die Polizei leitet umgehend eine Fahndung ein.
— OR/BP/HS

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