BeNEX mit Geschäftsjahr zufrieden / eigener Vertrieb geplant

Die Hamburger Holdinggesellschaft BeNEX, eine HOCHBAHN-Tochter, nimmt an Ausschreibungen teil und beteiligt bzw. gründet Verkehrsunternehmen. So ist man beispielsweise am metronom, nordbahn oder ODEG beteiligt. Inzwischen hat man im deutschen Regionalverkehr beachtliche 6 % Marktanteil erobert und entwickelt sich zum ernsthaften Mitbewerber gegenüber der Deutschen Bahn.

Leider ist die Verkehrsbranche, was Beteiligungen angeht, außerordentlich kompliziert. Folgende Grafik dient zur (hoffentlich) besseren Übersicht.

BeNEX Beteiligungen

BeNEX Beteiligungen; zum Vergrößern anklicken

Gestern hat man die Bilanz veröffentlicht und man blickt auf ein erfolgreiches 2009 zurück. Strecken wurden gewonnen oder verteidigt. Die ODEG erhielt in Berlin/Brandenburg die sogenannte Stadtbahn, metronom und nordbahn konnten ihre Strecken verteidigen. Man verdiente unter dem Strich 3,18 Millionen Euro (gegenüber 2,03 Mio. Euro im Jahr 2008), die Eigenkapitalquote lag bei 35,6 % – da dürfte so manche Bank neidisch werden.

Für neugewonnene Netze investiert man viel Geld in neue Fahrzeuge. Für agiles (Dieselnetz Oberfranken, Bayern) beschafft man 38 Dieseltriebwagen von Stadler Pankow, Berlin (Typ RegioShuttle) für 60 Millionen Euro. Für das ODEG-Netz „Stadtbahn“ kauft man mehrere Triebwagen vom selben Hersteller, dazu kommen mehrere Doppelstock-Triebzüge. Rund 146 Mio. Euro investiert man hier. In Regensburg baut man zurzeit eine Werkstatt mit Waschanlage, neben Fahrzeuge wird also ebenso in Infrastruktur investiert.

BeNEX will wachsen und eigenen Vertrieb aufbauen

Bisher war es für Fahrgäste nur über die Deutsche Bahn möglich, Fahrkarten zu erwerben – was sich die DB natürlich mit Provisionen vergüten lässt. Zudem beklagt man die mangelnde Transparenz beim DB-Vertrieb. Nun möchte die BeNEX für ihre Verkehrsunternehmen einen eigenen Fahrkartenverkauf aufbauen; Kunden können dann über das Internet oder an Servicestellen/Agenturen Tickets erwerben. Man emanzipiert sich also von der Deutschen Bahn weiter.

In Zukunft will man weiter wachsen und an Ausschreibungen teilnehmen, jedoch nur an solchen, bei denen es sich lohnt. Sprich: Marktanteile auf Krampf und mit Kampfpreisen zu erobern, wie es im Hanse-Netz offenbar die Deutsche Bahn versucht hat, will man nicht. Wohl auch deshalb konzentriert man sich auf den Schienenverkehr; Busverkehr steht künftig nicht auf der Einkaufsliste. Mit WiBus (Wiesbaden) holte man sich vor ein paar Jahren eine blutige Nase. Mittelfristig wird ein Marktanteil von 10 % im deutschen Regionalverkehr anvisiert.

Auswirkungen

Abgesehen von Regionalverkehr in und um Hamburg hat die Expansionsgesellschaft einen finanziellen Vorteil für Hamburg. Die erwirtschafteten Gewinne fließen zu 51 % in die Kasse der Hamburger Hochbahn, die so ihre Verluste kompensieren und den Kostendeckungsgrad steigern kann. Das entlastet letztendlich den Hamburger Etat.

Die BeNEX-Unternehmen selber verzeichnen durch die Bank weg höhere Fahrgastzahlen im Vergleich zur Deutschen Bahn. Gleichzeitig stemmt man den Betrieb wesentlich günstiger, was den jeweiligen Bundesländern zugutekommt. Jedoch stehen einzelne BeNEX-Unternehmen unter dem gewerkschaftlichen Verdacht, sehr niedrige Löhne zu zahlen.

Mehr zum Thema im Internet:

— OR; Grafik: Rycon

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