Ganztägige Fahrkartensichtkontrolle bereits ab Oktober?

Kein Einstieg: Die hinteren Türen sollen künftig nur zum Aussteigen genutzt werden

Schwarzfahrer im Busverkehr das Leben zu erschweren, dass erhofft man sich mit der Einführung des „kontrollierten Vordereinstiegs“. In der Pilotphase sollen zwei Stadtteile damit beginnen: Bergedorf, Stammgebiet der VHH und Harburg, bedient von der HOCHBAHN.

Der HVV würde, so der Flurfunk, gerne ab 4. Oktober loslegen. Noch herrscht aber bei den Verkehrsunternehmen Klärungsbedarf, wie das Ganze in der Praxis ablaufen soll. Zwei Modelle haben es in die engere Auswahl geschafft.

Aus VHH-Kreisen ist zu vernehmen, das man Buslinien/-Haltestellen, bei denen keine Fahrkartensichtkontrolle durchgeführt werden soll (namentlich bei hochfrequentierten Buslinien), diese an den Haltestellenmasten besonders kennzeichnen möchte. Vorteil: Der Fahrgast kann so im Vorfelde erkennen, ob man nur oder auch vorne einsteigen darf. Nachteilig sind die höheren Kosten und der damit verbundene Aufwand, verursacht durch die Kennzeichnung. Bei diesem Modell wäre der Busfahrer ansonsten grundsätzlich verpflichtet, die Fahrkartensichtkontrolle durchzuführen.

Im Gegensatz zum HOCHBAHN-Modell: Hier könnte der Busfahrer je nach Lage entscheiden, eine Sichtkontrolle durchzuführen oder eben nicht. Der Nachteil liegt auf der Hand: Der Fahrgast weiß vor dem Einstieg nicht, ob er nun die Fahrkarte vorzeigen soll. Einen positiven Effekt hätte die Idee aber, schließlich kann so der Busfahrer flexibel entscheiden, was besonders bei einer aufgelaufenen Verspätung günstig wäre. Zudem entfiele der Aufwand mit der Haltestellenkennzeichnung. Schwarzfahrer könnten sich auch nie sicher sein, ob nun eine Sichtkontrolle durchgeführt wird, oder nicht. Bei anderen Verkehrsunternehmen bzw. Verbünden in Deutschland kommt in der Regel das HOCHBAHN-Modell zur Anwendung.

Immerhin hat man noch ein bisschen bis zur endgültigen Entscheidung zeit. Auch der Termin ist noch nicht in Stein gemeißelt, denn ausgerechnet dann werden die HOCHBAHN-Busse mit neuen Bordcomputern ausgestattet.

Der Fahrkartenprüfdienst soll künftig, trotz der geplanten Sichtkontrolle, öfter im Busbereich eingesetzt werden. Bisher wurde 35 % im Busbereich kontrolliert, der Rest im Schnellbahnbereich; demnächst soll das Verhältnis ausgeglichen sein.

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— OR; Foto: Andrea Kusajda, Pixelio.de

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