Schmökern im Bus

Eine drollige Idee haben sich – wieder einmal – die Mannen der Busunternehmen VHH und PVG (bilden eine Unternehmensgruppe) ausgedacht. In Zusammenarbeit mit „Stilbruch“, einem Tochterunternehmen der Stadtreinigung Hamburg, bei dem es gebrauchte Sachen zu erwerben gibt, werden 100 Busse umgerüstet und mit Bücherregalen ergänzt.

Die Bücherregale wurden dabei auf der Fahrerseite hinter der ersten Sitzreihe angeordnet, daher der Freiraum direkt auf dem Radkasten. Sitzplätze gehen so nicht verloren und der bisher praktisch nutzlose Raum wird sinnvoll ausgefüllt. Die Regale selber sind in ähnlicher Manier und Farbe wie die Haltestangen gehalten, was sich auch optisch gut in den Innenraum einfügt. Die einzelnen Bücherreihen sind dabei so gesichert, das beim beschleunigen und bremsen alles brav an seinem Platz bleibt. (Davon abgesehen wird in Deutschdorf bekanntlich alles aus Sicherheitsgründen zehnmal abgenommen.) Ein Bild gibt es hier.

Bestückt wird die Bücherei auf Rädern von „Stilbruch“; der lesefreudige Fahrgast kann sich dort bedienen und gefällige Lektüre sogar mit nach Hause nehmen. Wer selber ausgelesene Bücher hat, stellt sie einfach ins Regal – eine „Leihbücherei“ auf interessante Art. Die entsprechenden Busse werden mit einem entsprechenden, knallig-orangen Piktogramm außen gekennzeichnet und die Aktion soll zunächst drei Jahre gehen.

Zwei Gelenkbusse erhalten für diese Aktion großflächige, orange-hellgraue Werbefolien (Bild hier). Dankbarerweise verzichtet man dabei auf das unsägliche Zukleben der Fensterflächen mit Eigenwerbung.

Die Geschichte wird verbunden mit einer weiteren Werbeaktion, bei dem man in „LE CROBAG“-Geschäften einen Kaffee umsonst bekommt; entsprechende Gutscheine sind als sogenannte „Swingcard“ an den Haltestangen im Bus greifbar.

Alles in allem eine hübsche Marketingaktion, bei welcher der schnöde Nahverkehr mal etwas pfiffiger rüber kommt. In VHHPVG-Bussen werden seit längerem überdies auch Zeitungen und Zeitschriften verkauft, was gerade bei längeren Reisen von und ins Umland eine nette Sache ist.

Mehr zum Thema im Internet:

— OR

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One response to this post.

  1. http://www.srhh.de/srhh/opencms/ueberuns/presse/archiv/index.html?id=440

    HAMBURGER LESERATTEN FAHREN MIT DEM BUS :
    40.000 Bücher von STILBRUCH

    Rund 40.000 Bücher wurden seit April 2010 von dem Gebrauchtwarenkaufhaus STILBRUCH der Stadtreinigung Hamburg an die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) und die Pinneberger Verkehrsgesellschaft mbH (PVG) geliefert. Das ist in etwa der Bestand der Bücherhallen in Rahlstedt (40.174) oder Barmbek (42.445). In rund 100 Bussen auf Hamburger Buslinien haben die Fahrgäste seit etwa einem halben Jahr die Möglichkeit, sich kostenlos an einem Bücherregal zu bedienen, während der Fahrt zu lesen oder die Bücher auch mit nach Hause zu nehmen. Selbstverständlich können die Busse aber auch als Tauschbörse für eigene ausgelesene Bücher genutzt werden.

    Die Bücher stammen überwiegend aus einer der beiden STILBRUCH-Filialen in Altona und Wandsbek oder auch von Fahrgästen, die ihre ausgelesenen Bücher mit in den Bus gebracht haben.

    „Wer bei sich zu Hause noch Bücher hat, die nicht mehr gelesen werden, kann diese direkt in ein Bücherregal im Bus stellen oder zu einer der beiden STILBRUCH-Filialen in der Ruhrstraße 51 in Altona und in der Helbingstraße 63 in Wandsbek bringen“, rät STILBRUCH-Betriebsleiter Roman Hottgenroth und hat noch einen weiteren Tipp; „Die nächste Gelegenheit bietet sich am 28. August. Dann steigt in dem Gebrauchtwarenkaufhaus in Wandsbek von 10 bis 16 Uhr die große Sommer-Sause mit Unterhaltung für Groß und Klein. Für Getränke und Snacks ist selbstverständlich auch gesorgt. Und beim Stöbern und Entdecken findet sich ja vielleicht auch das ein oder andere spannende Buch im großen Sortiment von STILBRUCH.“

    STILBRUCH ist ein Gebrauchtwarenkaufhaus, das täglich Nachschub an Möbeln, Hausrat und Nippes von der schonenden Sperrmüllabfuhr der Stadtreinigung Hamburg erhält. Die STILBRUCH-Betriebsgesellschaft mbH wurde 2001 gegründet und ist heute eine 100-prozentige Stadtreinigungstochter.

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