Weiterhin keine Brücke zwischen S-Poppenbüttel und Busanlage

Zwei Jahre hat es gedauert, Mitte Oktober 2009 war es dann (nach Verzögerungen) soweit: Die Poppenbüttler Busanlage wurde ihrer Bestimmung übergeben. Mit einem äußerst schicken Dach, sogar selbstreinigend, wollte die HOCHBAHN ihren Fahrgästen etwas Modernes bieten. Gute 4 Millionen Euro investierte man. Es gibt nur ein klitzekleines Problemchen: Die Anlage ist nicht direkt mit dem S-Bahnhof verbunden, erst recht nicht barrierefrei. Es fehlt ein Fitzelchen Brücke, also müssen die Fahrgäste umständlich einmal um den Pudding laufen, um zur S-Bahn zu kommen (siehe Plan: PDF).

Es folgt ein Lehrstück über Zuständigkeiten: Die HOCHBAHN ist für den Treppenaufgang (inkl. Aufzug) auf der Busanlage zuständig; sie hat ihren Teil schon lange praktisch fertig und ist damit aus dem Schneider. Für das Stückchen Brücke, das an diesem Aufgang anschließt und bisher noch aus Luft besteht, ist die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und der Bezirk Wandsbek verantwortlich. Der Abgang zum S-Bahnsteig wiederum gehört (nein, nicht der S-Bahn) zum Zuständigkeitsbereich der DB Station&Service. Drei Köche rühren als im Brei herum, davon zwei erstklassige Beamtenapparate. Die darauf folgende Posse kann man sich schon fast selbst ausmalen: Man kommt natürlich nicht in die Puschen und das auch noch verspätet.

Die „Mopo“ berichtete darüber schon am 18.12.2009 unter der hübschen Überschrift „Die Treppe ins Nichts“. Seinerzeit erwartete man, das Anfang 2011 die ersten Brückenelemente angefertigt werden. Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete (und verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion) Karin Timmermann stellte am 22.02.2010 eine „schriftliche Kleine Anfrage“ an den Senat, wie weit man denn so sei. Die Antwort fiel ernüchternd aus [PDF]:

„Die Fertigstellung der Fußgängerbrücke und der Rampenanlagen mit Anschluss an die bereits fertiggestellte feste Treppenanlage sowie des Aufzugs zwischen ZOB und Fußgängerbrücke ist für Ende 2011 vorgesehen; mit der Fertigstellung der Aufzugsanlage und der Fahrtreppe wird Mitte 2012 gerechnet.“

(ZOB = Zentraler Omnibus-Bahnhof, gemeint ist die Busumsteigeanlage Poppenbüttel.)

Also erst in zwei Jahre darf man damit rechnen, in Poppenbüttel barrierefrei umsteigen zu können – wenn, ja wenn nichts dazwischen kommt.
— OR

One response to this post.

  1. Traurig, traurig aber wahr …

    Vielleicht ändert sich da ja schneller etwas wenn ein Rollstuhlfahrer, der auch noch die Öffentlichen nutzt, in die Bürgerschaft kommt. Den Röder-Faktor :)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s