Hoffnungsschimmer am Horizont

Vor über sieben Monaten wurde der Tarifvertrag des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein gekündigt. Seitdem kann man den Tarifkonflikt als festgefahren bezeichnen. Nun kommt vielleicht ein wenig Bewegung hinein. Die Gewerkschaft ver.di-Nord hat mit dem Arbeitgeberverband OVN in „einem konstruktiv geführten Gespräch“ sich „über den Weg in ein Mediationsverfahren verständigt“, so ver.di-Sprecher Frank Schischefsky in einer Mitteilung.

Schlichtung abgelehnt

Zuvor (25./26.02.2010) hatte man das OVN-Angebot einer Schlichtung brüsk zurückgewiesen. OVN-Geschäftsführer Walter Koch appellierte an ver.di, „nunmehr auf weitere Streikmaßnahmen zu verzichten und auf die Schlichtung einzugehen“. Man hatte auch schon entsprechendes Personal rekrutiert:

„Mit dem früheren Landtagspräsidenten Martin Kayenburg und dem früheren VDV-Landesgruppenvorsitzenden Hajo Graf Vitzthum stünden hierfür zwei allgemein anerkannte Persönlichkeiten zur Verfügung.“

Ver.di zeigte sich über die Art und Weise der Kommunikation, eine Schlichtung per Pressemitteilung anzubieten, ziemlich verschnupft und die vorgeschlagenen Schlichter stießen beim Gewerkschafter Schischefsky auf wenig Gegenliebe:

„Ein weiteres Stück aus dem Tollhaus OVN – denn einer der vorgeschlagenen Personen stammt aus dem eigenen Lager der Arbeitgeber und war Vorstandsmitglied der Rostocker Straßenbahngesellschaft. Das wäre so, als würden wir den gerade aus dem Amt verabschiedeten ehemaligen DGB Vorsitzenden Peter Deutschland vorschlagen.“

In schönster Soap-Opera-Manier giftete der Arbeitgeberverband zurück und drückte sein „Unverständnis“ für die Ablehnung aus:

„Nachdem ver.di uns bereits ein Spitzengespräch verweigert hat, lehnt man aus fadenscheinigen Gründen nun auch eine Schlichtung durch neutrale Dritte ab“

Immerhin bezeichnete Schischefsky eine Mediation als „denkbare Möglichkeit, die verhärteten Fronten aufzuweichen“, und so soll es nun wohl dazu kommen. Morgen, am Donnerstag, will man sich über die Eckpunkte und der Mediatoren verständigen. Ver.di hat seinen Vertrauensmann schon vorgeschlagen; der frühere Innenminister Schleswig-Holsteins, Klaus Buß, soll ran. Die Gewerkschafter möchten das Verfahren auf maximal zwei Wochen begrenzen.

In dieser Zeit könnten auch die Fahrgäste aufatmen, denn:

Selbstverständlich wird in dieser Zeit eine Art „freiwillige Friedenspflicht“ herrschen um das Verfahren nicht zu belasten.

Vielleicht einigen sich beide Seiten ja auf eine Lösung. Die Champagnerflasche bleibt zwar vorerst geschlossen, aber man kann sie ja schon einmal kühl stellen.
— OR; Bild (Grundlage): Stephanie Hofschlaeger, Pixelio.de

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