S-Bahn: Sternschanze erhält neuen Aufzug / „Öko-Abopaket“

Bei der Hamburger S-Bahn tut sich derzeit eine ganze Menge. Neben großangelegten Modernisierungen der Haltestellen Thesdorf, Halstenbek und Hochkamp wird ab Montag (01.03.2010) auch am Bahnhof Sternschanze gewerkelt. Der bisherige Aufzug wird durch ein neues Modell ersetzt. Die Arbeiten sollen bis April andauern, in der Zeit steht der Aufzug logischerweise nicht zur Verfügung. Die DB hat für die Modernisierung kleiner bis mittlerer Bahnhöfe in Hamburg einen 24-Millionen-Euro-Topf bereitgestellt, der sich aus dem Konjunkturprogramm des Bundes speist.

„Plietsch unterwegs“

Mit einem gewissen Stolz bemerkt die DB, das die Hamburger S-Bahn als erstes Eisenbahnverkehrsunternehmen Deutschlands seit Jahresbeginn mit Öko-Strom fährt. Der Saft wird in Wasserkraftwerken gewonnen. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung:

Die täglich bis zu 700.000 S-Bahnfahrgäste tragen somit dazu bei, die Emissionen jährlich um insgesamt 200.000 Tonnen CO2 zu reduzieren – verglichen mit der PKW-Nutzung.

Damit einher startete die Kampagne „Plietsch unterwegs: steigen Sie ein beim Klimaschutz“, bei der HVV-Abos in Kombination mit „Umweltprämien“ angeboten werden. Die „Umweltprämien“ sind (Rabatt-) Gutscheine völlig anderer Produkte, z.B. von Hamburg Energie. Die versprochenen 20 % Ersparnis auf einer HVV-Jahresabokarte lassen sich nur erreichen, wenn man einen der Gutscheine voll ausnutzt – was aber meist zu Folgekosten führt. Die „günstigen Sonderkonditionen“ für die Nutzung des StadtRads erhält übrigens jeder HVV-Kunde (siehe Preisliste), das ist daher kein spezielles Angebot des „Öko-Abopakets“. *

Anja Hajduk, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), passt das gut ins Konzept:

„Die S-Bahn wird mit der Umstellung auf Ökostrom noch umweltfreundlicher. Mit dem Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn können die Hamburger damit einen noch größeren Beitrag leisten, das ehrgeizige Klimaschutzziel der Stadt zu erreichen.“

Das Ziel Hamburgs ist tatsächlich ehrgeizig: Bis 2020 will man satte 40 % CO²-Ausstoß wegsparen. Zudem ist unsere Stadt – zusammen mit Stockholm – im kommenden Jahr die „Grüne Hauptstadt Europas“ (zu der Ernennung hat übrigens auch der gut ausgebaute Nahverkehr beigetragen). Mit dem „Klimaportal Hamburg“ hat man eine nützliche Website ins Netz gestellt.

* Update, 28.02.2010: Der Absatz wurde nach einem Leser-Hinweis von Fredrik umformuliert, um Missverständnissen vorzubeugen. Danke für den Hinweis!
— OR; Bild: Anzeige, Gestaltung: Werbeagentur „achtung!“

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One response to this post.

  1. Posted by Fredrik on 28.02.2010 at 21.00

    Veröffentlicht von Fredrik am 28.02.2010 um 09.24

    Ich empfinde diese Formulierung als missverständlich. Der “Rabatt” besteht aus einer von drei zur Auswahl stehenden offensichtlichen Anreizprämien. Die 20% Ersparnis entpuppen sich als die üblichen “bis zu 20% Ersparnis im Vergkleich zu einer Monatskarte” unn haben mit der Kampagne nichts zu tun.

    Bei aller Symphatie für Umweltschutz: Diese Kampagne kann man getrost vergessen.

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