Weiter geht’s mit dem Busfahrerstreik

Erneut werden die Betriebe PVG, EVG (Elmshorn) und KViP bestreikt. Los soll es morgen, Donnerstag, den 18.02.2010 ab 3.00 Uhr gehen. Es gilt dasselbe wie vorgestern. Fahrten des Schülerverkehrs sollen trotz Streiks stattfinden, ebenso der HSV-Shuttleverkehr ab S-Othmarschen. Mehr darüber auf der vorbildlich gepflegten, stets aktuellen PVG-Website. Auch die KViP hält ihre Website aktuell.

Rückblick und Stand der Verhandlungen

Der gestrige Tag (Dienstag) war für Fahrgäste der PVG, EVG (Elmshorn) und KViP (Uetersen) erneut unangenehm, denn alle drei Verkehrsbetriebe wurden bestreikt. Nach einem NDR-Bericht sollen circa 180.000 Fahrgäste betroffen gewesen sein, gut 100 Fahrer seien in den Ausstand getreten, und laut der Welt konnten 200 Busse nicht von den Betriebshöfen ausrücken. (Wahrscheinlich kommt die Diskrepanz zwischen Fahrzeuge und Fahrer daher, weil nicht alle Fahrer in der Gewerkschaft sind, die Streikenden aber die Ausfahrt blockiert haben.) PVG-Betriebsratschef Wilfried Krahl sprach gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“ von 180 Bussen. Schüler- und Behindertenverkehr wurde aus den Streikmaßnahmen weitgehend herausgenommen.

Die Arbeitsniederlegungen liefen bei der KViP bis 12 Uhr, bei der PVG und EVG bis 15 Uhr. Der Fahrbetrieb hatte sich dann am frühen Abend eingependelt.

Immerhin sorgte die PVG erneut – sehr schnell – für eine gute Fahrgastinformation an den Haltestellen, die allerdings erneut von erstaunlich vielen Leuten nicht beachtet wurde. Laminierte Flyer, entweder an Haltestellenunterständen oder -Masten angebracht, wurden gekonnt ignoriert. Erst als man die wartenden Fahrgäste darauf aufmerksam machte oder irgendjemand zufällig den Zettel mit dem durchkreuzten Bus und dem markant-roten Punkt (mit der Aufschrift „Heute: STREIK!“) eines Blickes würdigte, lösten sich die Gruppen frustriert auf.
Ob an allen betroffenen Haltestellen im Bedienungsgebiet ein Aushang angebrachte wurde, kann von dieser Stelle aus nicht geklärt werden.

Im eigentlichen Tarifkonflikt des Schleswig-Holsteinischen („privaten“) Busgewerbes zeichnet sich derweil keine Einigung ab. Die Busfahrer fordern die Angleichung ihrer Löhne im nördlichsten Bundesland, da von Betrieb zu Betrieb die Fahrer unterschiedlich bezahlt werden. Zudem wird das Lohngefälle zwischen Hamburger Hochbahn und PVG kritisiert, Fahrer beider Unternehmen würden schließlich die gleiche Arbeit machen.

Der gestern wieder aufgenommene Arbeitskampf wurde vom Arbeitgeberverband OVN scharf kritisiert. Der OVN warf der Gewerkschaft ver.di vor, sich einem Spitzengespräch zu verweigern. Walter Koch, Geschäftsführer der OVN, zum Verhandlungsstand:

„Wir haben der ver.di-Landesleitung in den vergangenen Tagen noch einmal ein detailliertes Angebot mit mehreren Alternativen vorgelegt und um ein kurzfristiges Spitzengespräch zur Beilegung des Tarifkonflikts gebeten. Doch darauf hat ver.di noch nicht einmal geantwortet und bricht statt dessen erneut einen Streik los. Das ist nicht nur ein ganz mieser Stil uns gegenüber“

Die Antwort des Gewerkschaftssprechers Frank Schischefsky folgte heute:

„Die E-Mails beinhalten mehrere Varianten von Angeboten. Keines jedoch ist geeignet die Gespräche wieder aufzunehmen, da sie noch hinter den Ständen der Sondierungsgespräche zurück bleiben. Eine vom OVN als 6 – 7 %ige angebotene Erhöhung erweist sich mal wieder als Nebelkerze. In Wahrheit sind es lediglich um die 3%, da es um eine Laufzeit von 25 Monaten geht“

Verhandlungsbereit geben sich immerhin beide Seiten. Die Gewerkschaft steht aber unter Druck, ihre Forderung „ein Land, ein Lohn“ durchzusetzen. Wo sich da Kompromisslinien abzeichnen sollen, bleibt abzuwarten.
— OR

One response to this post.

  1. Posted by GeDanke on 17.02.2010 at 23.04

    Gedanken zur Informations- und Medienvielfalt.
    Und wieder kriegt keiner etwas mit. Wieder ist keiner informiert. Die Fahrgäste sind informiert was in der Welt drausen so vorgeht. Aber was vor der eigenen Tür passiert interessiert nicht wirklich um sich aktiv zu informieren. Und so stehen sie mal wieder an der kalten Bushaltestelle, und warten, und schimpfen. Dabei gab und gibt es viele informationmöglichkeiten. Die Streikankündigungen wurden veröffendlich am Abend davor im TV-Videotexten von N3, in Radionachrichten, auf diversen Internetseiten und Foren (zb. hier Rycon), sowie an den Flyern an den Haltestellen und einigen morgenlichen Zeitungsausgaben.
    Aber keiner schaut mal nach oder hört zu, insbesondere wenn man auf diese Verkehrsmittel täglich angewiesen ist. (Anmerkung: Kriegen Flugreisende mit, dass die Piloten 4 Tage streiken wollen? )
    Wozu werden ínsbesondere die lokalen Informationsmedien eigendlich genutzt?

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