Erste Bilder vom neuen Hybrid-Dieselbus


Fahrzeugvorstellung |
Ob man das als historisch bezeichnen soll, darüber kann man streiten. Aber ein neues Kapitel in der hier in Hamburg eingesetzten Bustechnologie ist es dann doch: Der erste Hybrid-Dieselbus aus den Mercedes-Benz-Werken in Mannheim hat heute Vormittag unsere Hansestadt erreicht. Der Gelenkbus wurde per Tieflader angeliefert und präsentiert sich noch „nackt“, das heißt, ohne Farben, ganz in weiß (das rote HOCHBAHN-Outfit wird geklebt).

Der HOCHBAHN-Betriebshof Hummelsbüttel („G“) erhält diesen technologischen Zwischenschritt, von dem man sich Pi mal Daumen 20 bis 30 Prozent Treibstoffersparnis erhofft. Damit wird der Nahverkehr per Bus noch ressourcenschonender, als er es ohnehin schon ist.

Fahrzeugheck

Von außen stellt man keine großartigen Veränderungen fest, wurde die neue Antriebstechnologie doch in einen Standard-Citaro verbaut.

Heck-/Seitenansicht

Am auffälligsten sind noch die Dachaufbauten, bei denen vor allem – laut Daimler – eine der größten Lithium-Ionen-Batterie eingebaut ist. Die leistet 240 kW und bringt 350 kg auf die Waage, was so keine üblen Werte sind. Auch die Klimaanlage ist, wie üblich, auf dem Dach untergebracht.

Linke Seite

Vier Elektromotoren sind an der zweiten und dritten Achse an den Radnaben angebracht, die zusammen 320 kW Leistung erbringen. Sie erhalten ihren Saft aus der Batterie – und fahren nahezu lautlos und ruckfrei. Der Dieselmotor  wird nur noch für den Stromgenerator benötigt und kann daher deutlich kleiner ausfallen. Gegenüber herkömmliche Citaro-Dieselbussen wiegt der Motor hier nur 450 kg (statt 1000 kg), bei nur 4,8 Liter (statt 12 Liter) Hubraum.

Fahrerseite

Das gute Stück hört auf die Bezeichnung „Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid“, wobei das G für Gelenkbus steht. Als BlueTec bezeichnet Daimler seine Abgas-Nachbehandlungstechnologie, bei dem ein Harnstoff eingesetzt wird. Vorteil: Zum Neutralisieren wird kein Diesel eingesetzt; Nachteil: Es muss eine zusätzliche Flüssigkeit mitgeführt werden. Im Hintergrund das recht neue Verwaltungsgebäude der HOCHBAHN auf dem Betriebshof Hummelsbüttel.

Türseite, von vorne

Aus Fahrgastsicht besonders schön: Der Bus fährt an Haltestellen praktisch geräuschlos an und auch wieder ab, da hier rein elektrisch gefahren werden soll. Der Bus ist eine HighTech-Anlage auf Rädern; eine ausgefeilte Motorensteuerung soll dafür sorgen, dass kein Tropfen Diesel verschwendet wird. Das funktioniert auf Linien, die dem Bordcomputer bekannt sind, damit der Antrieb „vorausschauend“ gesteuert werden kann.

Wie gut das funktioniert wird man erst in einem Praxistest feststellen können. Zunächst wird der Bus von der FFG (Werkstatt) begutachtet und für den Fahrgasteinsatz ausgerüstet, daher der Einbau des EFAD (das Gerät, aus dem auch die Fahrkarten herauskommen) sowie dem Außendesign. In den Fahrgasteinsatz gelangt der Bus (nach derzeitigen Stand) zunächst als Verstärkerwagen auf der MetroBus-Linie 24 zwischen Niendorf-Nord und Lademannbogen/Poppenbüttel. Man darf gespannt sein, wie sich „der Neue“ im harten Linienalltag bewähren wird.

Zu diesem Artikel gibt es einen Hinweis in eigener Sache
— OR; Bilder: Rycon

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