Motor- und Stromausfall im AKN-Zug: Türen gingen nicht auf

Das gab es noch nie bei der AKN: In einem Vollzug (besteht aus zwei mal zwei Wagen) fiel am vergangenen Montagabend im hinteren Zugteil der Motor aus und daraufhin das Licht. Zwar sprang die Notbeleuchtung an, die Türen konnten aber von den Fahrgästen bei der nächsten Haltestelle nicht geöffnet werden, berichtet das „Abendblatt“, was von der AKN bestätigt wurde.
Die Fahrgäste versuchten zwar, mit der Gegensprechanlage (die unglücklicherweise oft als „Notrufanlage“ bezeichnet wird) Kontakt mit dem Triebfahrzeugführer aufzunehmen, nur die funktionierte bei Stromausfall nicht.
Blieben zwei Möglichkeiten: Entweder die Notbremse ziehen, die übrigens immer funktioniert, oder per Mobiltelefon die Polizei verständigen. Man entschied sich für letzteres. Nach vier Stationen gab es dann in Ellerlau die Erlösung, die eingeschlossenen Gäste konnten den Zug verlassen.

Bemerkenswert ist, das an Haltestellen wartende Fahrgäste versucht haben in den letzten Zugteil zu gelangen, während die Eingeschlossenen gegen die Scheiben getrommelt haben; Die Einsteiger sind dann aber ruhig und gelassen in den vorderen Zugteil eingestiegen. Entweder haben sie die eingeschlossenen Fahrgäste nicht bemerkt (trotz trommeln) oder aber sich nicht dafür interessiert. Der Triebfahrzeugführer wurde nicht informiert.

Dessen Aufgabe ist es, beim sogenannten „Abfertigen“ darauf zu achten, das der Fahrgastwechsel beendet ist und die die Türen geschlossen werden können. Ob es Probleme mit den Türen gibt, kann er nicht feststellen, da ja nicht immer alle Türen von Passagieren geöffnet werden. Das der Motor ausging hat er vermutlich bemerkt, jedoch offenkundig nicht den Stromausfall und damit einhergehend die Sperrung der Türen.

Keine Gefährdung der Fahrgäste

Drei Bremssysteme serienmäßig: AKN-Zug vom Typ VT A

Wie bei solchen Pannen üblich, wird besonders in Internetforen schnell phantasiert, das ja vielleicht die Bremsen hätten ausfallen können. Aber gerade diese Geschichte zeigt, wie sicher Schienenfahrzeuge sind: Die Bremsen funktionierten so gut, das, trotz Motor- und Stromausfall im letzten Zugteil, der Triebfahrzeugführer selbst nach vier Haltestellen nichts bemerkte.
Zudem sind Züge immer mit mehreren, voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet. Im Falle des AKN-Typs VT A sind es drei: Die elektrogeneratorische Bremse, Magnetschienenbremse im Laufdrehgestell und die Druckluft-Federspeichenbremse. Gerade die letztere ist eine geniale Erfindung der Eisenbahn: Gibt es irgendeine Störung im Bremssystem (oder die Notbremse wird gezogen), entweicht die Druckluft – und schon hält das Fahrzeug an, egal ob Strom da ist oder nicht. Eine Gefährdung der Fahrgäste hat es bei dieser – äußerst ungewöhnlichen – Panne jedenfalls nicht gegeben.
— OR; Bilder: Rycon

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