HOCHBAHN-Chef macht Dampf im Kessel

HOCHBAHN-Chef Günter Elste: „All diese Projekte sind wichtige Vorhaben für Hamburg und stehen nicht in Konkurrenz zueinander“

Gestern rauschte es mächtig zum Thema Nahverkehr im Hamburger Blätterwald (und darüber hinaus), denn HOCHBAHN-Chef Günter Elste, 61, gab sein jährliches Frühstück für Journalisten. Dabei nahm die Presse nicht nur ein hoffentlich gut gefülltes Bäuchlein mit, sondern auch ein ebenso gut gefüllten Notizblock.
Elste verkündete eine sehr erfreuliche Entwicklung:

„Ein Fahrgastrekord jagt den nächsten. In 2009 haben wir bei der Hochbahn erstmals die 400-Millionen-Marke geknackt.“

Daher müsse der Nahverkehr dringend ausgebaut werden, denn gerade der Busbereich gelange immer mehr an seine Kapazitätsgrenzen. So solle die U4, die derzeit bis zur HafenCity im Bau ist, mit einem Sprung über (oder unter?) der Elbe in Richtung Harburg verlängert werden und damit den südlichen Teil Hamburgs besser erschließen.
Für den Nord-Osten fordert Elste, die seit Jahrzehnten immer wieder herbeigesehnte S4 Richtung Ahrensburg/Bad Oldesloe endlich zu errichten. Dabei würde die S4 gar nicht von der HOCHBAHN betrieben, sondern von dessen Mitbewerber S-Bahn Hamburg GmbH. Anstatt sich im Konkurrenzdenken zu verheddern, fordert er löblicherweise den Ausbau des Nahverkehrs insgesamt:

„Ob S 4, U 4 bis Harburg oder Stadtbahn. All diese Projekte sind wichtige Vorhaben für Hamburg und stehen nicht in Konkurrenz zueinander.“

Stadtbahn

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust legte in einem Interview mit der „Welt“ beim Thema Stadtbahn schon die Bremse ein, als es um den Weiterbau der ersten Strecke ging. Dem widerspricht Elste, der im Gegenteil fordert, die Stadtbahn zügig auszubauen, damit Betriebskosten vs. Verkehrsleistung schnell in einem wirtschaftlichen Einklang gebracht werden kann.

„Wenn wir das Tempo deutlich anziehen, könnten wir schon ab 2016 bis Altona fahren.“

Bus

Für Elste ist der Dieselbus ein auslaufendes Modell. Etwa 2018 plant er die letzten Dieselbusse zu beschaffen – danach solle ausschließlich auf die Brennstoffzelle gesetzt werden. Neben dem Umweltgedanken argumentiert er auch mit den Betriebskosten, da der Dieselpreis wahrscheinlich immer weiter steigen und damit für den öffentlichen Verkehr unbezahlbar wird.
Die HOCHBAHN setzt mehr als 700 Busse ein, was für Hersteller ein guter Ansporn sein dürfte, bei der Entwicklung der Brennstoffzellenbusse mal hinne zu machen.

Handelskammer abgewatscht

Ob Herr Elste Rycon liest ist äußerst unwahrscheinlich, dennoch watscht er die Handelskammer mit ähnlichen Tenor ab. Deren Präses Frank Horch sagte mit Blick auf die Stadtbahn:

„Und sind für eine Millionenstadt – wie verlautbart – Freiburg und Straßburg wirklich geeignete Benchmarks? Sicher alles schöne Städte mit schöner Straßenbahn. Aber soweit ich weiß, haben weder Straßburg noch Freiburg ein U-Bahn- oder ein S-Bahnsystem.“

Das sei, so findet Elste, „relativ naiv“. Hier im Blog wurde Frank Horchs vergiftete Stichellei nicht ganz so hanseatisch zurückhaltend kommentiert.
— OR; Bild: HOCHBAHN-Presse

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