Hamburger Alltag (2)

Linie 24, kurz vor der Endhaltestelle; es steigen äußerst viele, um die 13jährige, Schulkinder zu. Bei der Abfahrt bemerkt der Fahrer an der hinteren Tür (Tür II), das es einige Kinder geschafft haben, ihre kleinen Ärmchen durch das Gummi der Türflügel zu stecken. Da dies während der Fahrt ausgesprochen gefährlich ist, fährt er rechts ran und hält. Eine Durchsage an die Kinder – im ernsten Tonfall – dies sein zu lassen, da es sehr gefährlich sei, folgt. Die Kinder gehorchen.

Nach Wiederaufnahme der Fahrt stecken einige der Kinder erneut ihren Arme durch die Türflügel. Erneut hält der Fahrer, erneut kommt eine Durchsage, erneut gehorchen die Kinder augenscheinlich.

Dann ein drittes mal: Nun hält der Fahrer sein Fahrzeug nicht nur, er stellt darüber hinaus den Motor ab und legt die Haltestellenbremse ein. Dann folgt eine Durchsage an die Kinder: „Also entweder können wir das jetzt die ganze Zeit machen, oder ihr hört endlich auf. Wir sind nur 400 Meter von der Endhaltestelle entfernt.“

Sechs der erwachsenen Fahrgäste im Bus, die alles mitbekommen haben, sind empört: „Wieso fährst du nicht weiter, du scheiß-Busfahrer!“, „ist doch egal, ob die Kinder ihre Hände draußen haben! Sollen die sich ihren Arm abreißen lassen!“, „Jetzt verpasse ich die 21!“ (die alle 6-7 Minuten fährt…).

Da Beschwichtigungen oder Erklärungsversuche bei so einem Mob die Stimmung eher noch weiter aufheizen, blendet der Fahrer die Beleidigungen so gut es geht aus und fährt weiter. Zum Glück haben die Kinder ihre Arme inzwischen unter Kontrolle.
— XP

One response to this post.

  1. „ist doch egal, ob die Kinder ihre Hände draußen haben! Sollen die sich ihren Arm abreißen lassen!“

    Ob so eine Aussage auch gekommen wäre, handelte es sich um die eigenen Kinder? Wohl eher nicht, eine Dienstaufsichtsbeschwerde wäre wohl viel wahrscheinlicher die Reaktion dieser Leute gewesen. Ich nenne so was „ein Fähnchen im Wind“!

    Klar ist es ärgerlich wenn ich die Bahn verpasse, wobei der Takt eigentlich keinen Anlass zum Stress gibt. Der Fahrer würde ich keinen Vorwurf machen, er würde auch die Konsequenzen tragen müssen, käme es zu einem Unfall.

    Solche „zuerst ICH und dann vielleicht die anderen“ Haltungen kann man leider immer wieder feststellen.

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