Mit ‘BusBus’ getaggte Beiträge

Brennstoffzellen-Hybridbus angekommen

Mindestens ein Brennstoffzellen (BZ)-Hybridbus ist derweil in Hamburg eingetrudelt. Zurzeit befindet sich das Fahrzeug, wie auch vier Citaro II-Busse, zur Ausrüstung auf dem Busbetriebshof Wandsbek der HOCHBAHN.

Damit wird ein neues, spannendes Kapitel in der Entwicklung dieses Treibstoffes aufgeschlagen. Im Gegensatz zu den früher in Hamburg verkehrenden BZ-Bussen, kommt die neue Generation als Hybrid daher.

Möchte man mit dem Diesel-Hybridbus („BusBus“) eben Diesel einsparen, ist es beim BZ-Hybridbus Wasserstoff. Sinkt der Verbrauch, erhöht sich die Reichweite – und sinken die Treibstoffkosten.

„BusBus“ und „SauberBus“

Vermarktet werden die neuen Technologien mit folgendem Hintergrund: Die (seriellen) Diesel-Hybridbusse werden als „BusBus“ bezeichnet, da hier quasi zwei Busse in einem stecken. Ein Elektrobus, da der eigentliche Antrieb über Elektromotoren erfolgt, sowie eine Art Dieselbus, wobei der Dieselmotor ausschließlich für den Betrieb eines Stromgenerators herangezogen wird.

Die Brennstoffzellen-Hybridbusse bezeichnet man dagegen als „SauberBus“, da hier keinerlei Emissionen – außer Wasserdampf – örtlich in die Umwelt gepustet werden. Ausgedacht hat sich dies die Agentur Reinclaasen.

Beide Typen sind in, wie sollte es anders sein, auffälligem Grün gehalten und sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Der „BusBus“ ist jedoch als 18-Meter-Gelenkbus ausgeführt, der „SauberBus“ hat die Maße eines normalen Stadtbusses.

Im Innern setzt sich bein „SauberBus“ die grüne Farbgebung fort, Fußboden in Dunkelgrün, Sitzbezug in Giftgrün – und damit völlig vom HOCHBAHN-Standard abweichend. Leider bekommt das zweit größte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland es noch immer nicht gebacken, einheitliche Gestaltungsrichtlinien durchzuziehen.

Voraussichtlich gehen die BZ-Hybriden zum Busbetriebshof Hummelsbüttel. Wann der „SauberBus“ der Öffentlichkeit vorgestellt und in den Fahrdienst gehen, ist zurzeit noch unbekannt. In vorauseilendem Gehorsam wird hier im Blog diesmal auf Fotos verzichtet. ♦

Mehr zum Thema Diesel-Hybridbus auf Rycon

Erste Fahreindrücke vom Diesel-Hybridbus

Der am letzten Montag vorgestellte Diesel-Hybridbus soll eine Menge Sprit sparen. Das ist aus Fahrgastsicht zwar schön und gut, aber als HVV-Kunde ist man immer umweltfreundlicher unterwegs als mit dem Automobil. Viel interessanter ist da die Frage, ob auch die „Beförderungsqualität“ durch das neue Antriebskonzept verbessert wurde. Immerhin treibt bei einem seriellen Hybriden nicht mehr ein Dieselmotor, sondern mehrere Elektromotoren das Fahrzeug an.

Die HOCHBAHN taufte den Diesel-Hybridbus auf den Namen „BusBus“, zur Unterscheidung gegen die neuen Brennstoffzellenbusse, welche dieses Jahr in Hamburg erwartet werden. Auch sie verwenden die Hybridtechnologie und sollen ebenfalls einen griffigen Namen bekommen. Ende des Jahres werden also zwei, technisch unterschiedliche, „Hybridbusse“ auf Hamburgs Straßen sein.

Der „BusBus“ wurde am 15.03.2010 der Presse offiziell vorgestellt. Foto: Daimler AG

Der „BusBus“ befindet sich, unregelmäßig, bereits im Liniendienst. So mancher Fahrgast hat also schon Bekanntschaft machen können. Neben der Außenbeklebung unterscheidet sich der Diesel-Hybridbus gegenüber normalen Dieselbussen ganz enorm.

Völlig neues, angenehmes Fahrgefühl

Elektromotoren benötigen keine Gangschaltung, was man als Fahrgast angenehm bemerkt. Es gibt keine Automatik mehr, die mit spürbarem Ruck schaltet und waltet. Auch der Bremsenvorgang verläuft butterweich. Das charakteristische, heftige Ruckeln vor dem Stillstand des Busses fehlt. Oft denken Fahrgäste, der Fahrer könne nicht richtig bremsen, tatsächlich kommen diese unangenehmen Ruckelleien vom Fahrzeug (verursacht durch den Retarder). Sanftes Anfahren, sanftes Bremsen – das kennt man eher aus der U-Bahn.

Auch die Geräuschkulisse hat mehr mit einer U-Bahn als mit einem (Diesel-) Bus gemein. Im reinen Elektrobetrieb ist das Fahrzeug extrem leise. Nur ein leichtes Surren der Elektromotoren ist während der Fahrt zu hören, wie bei einer U-Bahn. Selbst die bisher eingesetzten Brennstoffzellenbusse sind da deutlich lauter. Beim Anfahren, im Dieselbus naturgemäß immer besonders laut, machen sich die Elektromotoren besonders sympathisch bemerkbar – bzw. nicht-bemerkbar. Ganz erstaunlich.

Sinkt die Kapazität des Akkus, schaltet sich der Dieselgenerator ein; auch er ist ungewohnt leiser, als ein Antriebs-Dieselmotor. Wie oft sich dieser einschaltet, kommt natürlich auf die Strecke und die Anzahl der Bremsvorgänge an, denn beim Bremsen wird Energie gewonnen und im Akku gespeichert.

Prototypen-Flotte

Die HOCHBAHN wird insgesamt 10 dieser „Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid“-Fahrzeuge beschaffen und im harten Liniendienst dauerhaft einsetzen. Dabei handelt es sich um Vorserien-Fahrzeuge, die auf Herz & Nieren geprüft werden. Kinderkrankheiten darf es in dieser Zeit ruhig geben, damit diese ausgemerzt werden können, bevor die Serienfertigung beginnt.

Die Prototypen-Flotte kostet laut HOCHBAHN knapp 8 Millionen Euro (also rund 800.000 Euro pro Fahrzeug), das Bundesverkehrsministerium fördert dieses „Forschungsvorhaben“ mit 3,9 Millionen Euro, übernimmt also praktisch die Hälfte der Anschaffungskosten. Gut angelegtes Geld, wenn man technologisch auf höhe der Zeit bleiben will und „Klimaschutz“ nicht nur als Phrase begreift.

Der Diesel-Hybridbus im Testeinsatz in Stuttgart. Foto: SSB AG

Dass der Diesel-Hybridbus auch ordentlich Sprit spart, konnte bereits die Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) feststellen, wo man sich geradezu begeistert über den neuen Fahrzeugtyp zeigte. Dort wurde der Verbrauch in einem einwöchigen Test zusammen mit einem herkömmlichen Citaro-Gelenkbus ermittelt und man kam auf 18 % Kraftstoffersparnis. In Hamburg dürfte dieser Wert locker geschlagen werden, denn Stuttgart ist topographisch anspruchsvoll (sprich bergig). Zudem wird für den hiesigen Einsatz die Motorsteuerung angepasst und weiter entwickelt.

Fazit

Der Diesel-Hybridbus spart hoffentlich nicht nur eine ganze Menge Sprit, was die Umweltbilanz weiter glänzen lassen wird; er bietet dem Fahrgast auch einen deutlich verbesserten Fahrkomfort. Keine ruckartigen Erschütterungen mehr, sanftes Anfahren und Bremsen sowie sehr leise Motoren.

Wieder einmal ist Hamburg ganz vorne dabei, wenn es um neue Technologien und neue Konstruktionen im öffentlichen Verkehr geht. Es muss nicht immer Bayern sein.


Die Umfrage endet am Mittwoch, 24.03.2010


Mehr zum Thema auf Rycon:

— OR/HS

„BusBus“: Hybrid-Dieselbus offiziell vorgestellt (Update) / Leserumfrage

Heute Vormittag war es so weit: Die HOCHBAHN präsentierte ihre neuste, technische Errungenschaft im Bus-Ressort, den Diesel-Hybridbus, der Presse. Die erschien zahlreich, unter anderem mehrere Fernsehteams, darunter natürlich vom NDR und von Hamburg 1. HOCHBAHN-Chef Günter Elste war mit von der Partie, wie auch Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und andere.

Günter Elste (HOCHBAHN-Chef); Enak Ferlemann (parl. Staatssekretär, Bundesverkehrsministerium); Axel Gedaschko (Hamburger Wirtschaftssenator); Michael Göpfarth (EvoBus GmbH)

Der neue Fahrzeugtyp wird als „BusBus“ bezeichnet und entsprechend beklebt; an den Fahrzeugseiten ist ein weiterer Bus zu sehen. Als Grund wird angegeben, dass es sich bei diesem Fahrzeug um zwei Busse in einem handeln würde, daher sowohl ein Diesel-, als auch ein Batteriebus. Die Farbgebung ist in einem hellen grün gehalten, sowie der zweite, „aufgemalte Bus“ erscheint in Weiß.

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„BusBus“ vor dem Hamburger Rathaus.

Über den „BusBus“ wurde heute Nachmittag eine Sonderseite ins Netz gestellt. Das Unternehmen will zehn Diesel-Hybridbusse beschaffen, die zusammen knapp 8 Millionen Euro kosten. Dies entspricht gute 800.000 Euro pro Gelenkbus. Die Beschaffung wird aus dem Programm „Modellregion Elektromobilität“ staatlich gefördert, das sich aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung speist. Über die Höhe der Förderung machte die HOCHBAHN keine Angaben.

Die Umfrage endet am Mittwoch, 24.03.2010

Mehr zum Thema auf Rycon:

— OR; Fotos: Daimler AG

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