HVV: Bonus-Malus-Regelung erstmals angewendet / S-Bahn muss zahlen

Der HVV kündigte 2008 eine neue Regelung zur „Qualitätssteuerung“ an: Ein ganzer Katalog an Eigenschaften – z.B. Sauberkeit, Pünktlichkeit, Fahrgastinformation – wird mit einem Punktesystem bewertet. Schneidet ein Verkehrsunternehmen mies ab, kann dies zur einer Malus-Zahlung führen. Aus diesem Malus-Topf können andere Verkehrsunternehmen, die besonders gut abschneiden, einen Bonus erhalten.

Erstmals angewendet wurde dieses System für das Jahr 2008 – und nach Informationen des „Hamburger Abendblatt“ muss die S-Bahn-Hamburg tief in die Tasche greifen. Das vereinbarte Ziel, eine Pünktlichkeitsquote von 94,7%, verfehlte die S-Bahn, die es auf rund 90% pünktliche Züge brachte. Für diese Fehlleistung setzte der HVV 1,84 Mio. Euro Malus an. Hinzu kommen 274 309 Euro, die für veraltete Aushänge in den Informations–Vitrinen berechnet wurden – nicht, wie oft geunkt wird, wegen fehlender Fahrgastinformationen im Störungsfalle.

Offenbar richtet sich die S-Bahn bereits darauf ein, auch für 2009 einen Malus zu kassieren. Das „Abendblatt“ zitiert S-Bahn-Boss Kay-Uwe Arnecke, der „in diesem Jahr voraussichtlich eine Pünktlichkeit von deutlich über 93 % erreichen“ will – was die Zielvorgabe von 94,7% verfehlt. Immerhin hofft man, 2010 im grünen Bereich zu sein.

Begründet wird die wenig berauschende – aber deutlich besser als oft dargestellte – Pünktlichkeit der S-Bahn mit Probleme mit der Infrastruktur. Der von DB Netze verantwortete Fahrweg glänzte durch viele, auch kurzfristig verhängte, Langsamfahrstellen. Zudem wirken sich Schienenprobleme schnell auf mehrere S-Bahn-Linien aus; auch die neue Flughafen-S-Bahn dürfte ihr Scherflein beigetragen haben. Fairer weise muss man berücksichtigen, das sich der neue Betrieb auf der S1 – mit dem Flügeln in Ohlsdorf – erst Einpendeln musste.

Über einen Bonus darf sich derweil die HOCHBAHN freuen. Da die U-Bahnen 2008 – trotz umfangreicher Bauarbeiten – zu knapp 98% pünktlich fuhren, erhält das Unternehmen 1,4 Mio. Euro aus dem Topf. Während die S-Bahn auf DB Netze angewiesen ist, betreibt die HOCHBAHN ihr Schienennetz in eigener Regie.
— OR; Bild: DB (Ralf Unger)

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One response to this post.

  1. [...] Internetseiten – hauptsächlich Foren – für aufgeregte Diskussionen. Nach der blamablen Millionenstrafe, kassiert vor allem wegen der Unpünktlichkeit 2008, ist das in kurzer Zeit das zweite Mal, dass [...]

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